Ein Event wie es Coburg nicht kennt: Das ist dem Round Table 151 und dem Coburger Tageblatt als Medienpartner mit der ersten Coburger Comedy-Gala gelungen. Vier Unterhaltungskünstler, die unterschiedlicher kaum sein konnten, sowie Zauberer und Bauchredner Marcelini als Moderator strapazierten die Lachmuskulaturen der gut 700 Zuschauer und sorgten für beste Stimmung.

Da war zum einen Matthias "Matuschke" Matuschik. Mit E-Gitarre bewaffnet stürmte der Radiomoderator die Bühne und genoss den Rollentausch sichtlich: In langgezogenem Englisch erzählte er von seinem "long way to Deutschland" und dass er sich einfach einmal auf der Bühne ausprobieren wollte. Als Radiomann sei er schließlich sonst immer unten im Publikum und die Band steht dort oben. Überhaupt könne er ja im Radio vieles gar nicht erzählen, deswegen ziehe es ihn auf die Bühne. Neben pornographisch angehauchten Witzen über nymphomane Burgfräulein, die eben alles mitnehmen und Leuten, die vor Aufregung Briefe statt Mails schreiben und noch dazu "Briefmarken mit A. H. aus Ö. darauf" benutzen, zeigte er sich besonders erstaunt über "probiotische Tampons" aus der Apotheke. "Was hat die Mumu bitte mit der Verdauung zu tun?"

Zwischen den Auftritten der Comedians, die jeweils zweimal die Bühne betraten, unterhielt Marcelini mit Bauchrednereinlagen. Sein vorlauter Hund Oscar stellte sogleich fest, dass keiner der Coburger Bürgermeister anwesend zu sein schien. "Ach so, gab ja keine Freikarten", ließ Marcelini Oscar bissig sagen. Übrigens wolle Michael Stoschek demnächst zu "Wetten, dass...?" und wetten, dass er Oberbürgermeister Norbert Kastner mit einem Löffel begraben kann. Wenn Markus Lanz dann fragt, was er macht, wenn er es nicht schafft? "Dann nimmt er einen Spaten", kläffte Oscar. Auch sein Herrchen schonte der Hund nicht: "Du bist ja ein laufendes Verhütungsmittel", schimpfte er, während sich Marcelini mit einer Dame aus der ersten Reihe zu unterhalten versuchte. Später packte Marcelini mit der 89-jährigen Rollstuhlfahrerin Gudrun Wagner eine weitere Bauchrednerpuppe aus und schlüpfte in die Rolle eines Bufdis. Eindrucksvoll und komisch war auch, wie er es schaffte, mit auf den Rücken gefesselten Händen ein Jackett auszuziehen.

Vicki Vomit, von Oscar angekündigt als "Künstler aus dem Nahen Osten, aus Erfurt", berichtigte sogleich: Er spiele häufiger im Westen, schließlich müsse er dort hin, wo das Publikum hingezogen ist. Insgesamt sei die Welt sehr kompliziert und schlimm geworden. "Manchmal wünsche ich mir, ich wäre Daniela Katzenberger und wüsste das nicht", sagte der Erfurter mit der langen schwarzen Mähne, der zwischendurch auch zur Gitarre griff und Lieder sang. Und er weiß sich aufzuregen, zum Beispiel über seinen Nachbar auf, der jetzt Bio-Tabak raucht: "Glaubt er, er kriegt jetzt Bio-Krebs? Der hält sich wohl für die grüne Lunge Deutschlands".

Florian Simbeck erinnerte gleich zu Beginn des Auftritts an seine erfolgreichen Zeiten als "Stefan" mit dem Comedy-Duo "Erkan & Stefan". Den anschließenden Abstieg vom A- zum B-, zum C-Promi - bis hinab zu den Umlauten vor dem Promi - erklärte der Münchner damit, einfach zu wenig gemacht zu haben. Vieles ist bei ihm immer noch "krass" oder "endkrass" und einfach "Hammer", zum Beispiel Schulranzen tragende "Fahrradhelmmenschen", die für ihn schlichtweg "Opfer" sind.

Überzeugender war da ein Künstler, dessen Ruf deutlich schlechter ist als sein Humor. Genau deswegen befindet sich "Der Tod" aus Berlin derzeit auf "Image-Kampagne". Schon seine hohe, kindlich-angehauchten Stimme provozierte erste Lacher: "Mein Name ist der Tod und ich soll hier mal bisschen für Stimmung sorgen", piepste er. Mit makabrem Witz, Konfetti, Tröte und Blockflöte überzeugte er das Publikum, das zum Ende hin teilweise Lachkrämpfe hatte. Den Tod störte das nicht: "Im Gegensatz zu euch habe ich ja viel Zeit".

Neben der hervorragenden Stimmung hatte die erste Coburger Comedy-Gala einen weiteren Effekt: 13025 Euro wurden bis zum Ende der Veranstaltung eingenommen, die nun ohne einen Cent Abzug in die Servicekasse des Round Table 151 Coburg fließen und damit guten Zwecken zukommen werden.