Wird die betagte Dreifachturnhalle am Anger mit Millionenaufwand zur Ausweichspielstätte ertüchtigt? Oder soll doch ein Theaterzelt als (vermeintlich?) günstigere Alternative dienen?


Modulare Lösung denkbar

Vieleicht aber gibt es sogar eine völlig andere Lösung. Die Hochschule Coburg mit ihrem Präsidenten Michael Pötzl jedenfalls hat OB Norbert Tessmer am Tag vor der Sondersitzung des Stadtrats unerwartet Hilfe angeboten bei der Suche nach einer Ausweichspielstätte.


Bis Sommer, so die Offerte, entwickeln Studenten und Professoren in interdisziplinärer Projektarbeit mögliche neue Lösungsansätze. "Dabei können wir einfach auch mal quer denken und auf diesem Weg vielleicht ganz unkonventionelle Lösungen finden", erläutert Hochschulpräsident Pötzl.


Bis Sommer sollen dann Lösungsansätze vorliegen - rechtzeitig genug nach Pötzls Überzeugung, um anschließend möglicherweise eine dieser Ideen dann in die Tat umzusetzen.


Dabei kann sich Pötzl grundsätzlich vielerlei Vorgehensweisen vorstellen. Beispielsweise auch eine modulare Lösung, die nach der vorübergehenden Nutzung als Ausweichspielstätte für das Landestheater wieder abgebaut und anderweitig verwendet werden könnte.


Eine Coburger Delegation wird sich gleichwohl Anfang Februar nochmals auf den Weg machen, um ein weiteres Theaterzelt zu besichtigen. Nach einem Abstecher zum Münchner Tollwood-Festival (mit akustisch reichlich ernüchterndem Resultat, wie OB Tessmer bekannte) ist diesmal Landshut das Ziel des Erkundungen.


Betriebserlaubnis nur bis 2018

Denn dort bespielt das Landestheater Niederbayern bereits seit Juni 2014 ein Theaterzelt mit rund 450 Sitzplätzen. "Wir haben die Aufgabe, nach möglichen kostengünstigeren Alternativen zur Dreifachturnhalle zur suchen", begründet Oberbürgermeister Norbert Kastner (SPD) diese nochmalige Exkursion.


Gleichwohl ist Coburgs OB klar: "Wir dürfen uns nicht mehr viel Zeit lassen." Schließlich ist nicht daran zu deuteln, dass die Betriebserlaubnis für das in die Jahre gekommene Landestheater 2018 endgültig abläuft.