Untersiemau
Eröffnung

Abenteuer vor Untersiemauer Schlosskulisse

Die Arbeiten sind in den letzten Zügen, die Einweihung steht bevor. In Untersiemau ist ein Erlebnis-Spielplatz entstanden - nicht nur für Kinder.
Bürgermeister Rolf Rosenbauer testet das Floß, das an einem flachen Bereich des Schlossteichs angelegt wurde.Jann Weckel
Bürgermeister Rolf Rosenbauer testet das Floß, das an einem flachen Bereich des Schlossteichs angelegt wurde.Jann Weckel
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Bürgermeister Rolf Rosenbauer (CSU) gibt letzte Anweisungen: "Die Brennnesseln müssen bis Sonntag auch noch weg!" Ganz zufrieden ist er mit dem aktuellen Stand der Arbeiten auf dem Spielplatz am Schlossteich noch nicht. Am Sonntag wird die neue Attraktion feierlich eröffnet, aber über den einen oder anderen kosmetischen Mangel wird man wohl hinweg sehen müssen: "Wir wollen es jetzt so ansehnlich gestalten, dass es für Sonntag erst mal gut ist", sagt Rosenbauer.

Den Kindern wird der fehlende Rasen an der ein oder anderen Stelle herzlich egal sein, denn die neuen Spielgeräte stehen bereit: Unter anderem das große Schiffswrack "Bounty", ein Floß, ein Kletterparcours, Schaukeln und eine kleine Spielburg für die Jüngsten. "Die Kinder warten schon sehnsüchtig darauf", sagt Rosenbauer. Bisher ist der Platz noch gesperrt.

Der Bürgermeister ist sichtlich stolz auf das, was am Schlossteich entstanden ist. Fast 500 000 Euro hat das Projekt gekostet, davon waren 202 000 Euro Fördergelder aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER). Größter Kostenpunkt: Die Arbeiten am Teich. Vor drei bis vier Jahren sei die Idee entstanden, das Gelände umzugestalten. "Da haben wir gesehen, dass die Enten über das Wasser laufen konnten. Der Teich war total zu", erinnert sich Rosenbauer.


Zwischenfall mit Bagger

Erst wurde der Teich abgelassen und lag brach. Dann machte sich eine Spezialfirma ans Ausbaggern - trotz der Bedenken einiger Bürger: "Als das vor 30 oder 40 Jahren zum letzten Mal gemacht wurde, ist ein Bagger versunken." Und tatsächlich: Kurz nach dem die Arbeiten im Sommer 2016 begonnen hatten, wiederholte sich die Geschichte.

Letztendlich klappte es aber doch. Am Südufer erstrecken sich nun Schilf und Tothölzer als Lebensraum für Amphibien und Insekten. Sowohl Pflanzen als auch Tiere wurden von dem kleinen Tümpel, der nun dem Schiffswrack weichen musste, dorthin umgesiedelt. Im tiefsten Bereich ist der Teich rund 1,70 Meter tief, und in der Bucht, die kleine und große Kinder mit dem neuen Floß überqueren können, nur 20 Zentimeter.

Immer wieder fällt der Begriff "Abenteuer". Mittlerweile würden in den meisten Gärten hochwertigere Geräte stehen, als auf öffentlichen Spielplätzen. "Hier standen auch vorher schon einige alte und vermorschte Spielgeräte", sagt Rosenbauer. Damit könne man niemanden mehr begeistern, es brauche etwas Besonderes. "Das Gelände ist dafür ideal." Zusammen mit engagierten Bürgern sei ein Arbeitskreis gegründet worden, der die genaue Gestaltung des Spielplatzes ausgearbeitet hat. "Der Bürgermeister hat einen Gedanken, ein Planer vielleicht einen zweiten. Aber der Platz sollte ja für alle gestaltet werden", erklärt Rosenbauer.

Denn auch wenn das Projekt letztendlich unter dem Motto "Piratenbucht" steht, ist es laut Rosenbauer nicht nur für Kinder gedacht. Es gibt zwar viele verschiedene Sitzmöglichkeiten für die Eltern, von wo aus sie ihren Nachwuchs im Auge behalten können. Aber auch wer ohne Kind kommt, findet einen Platz: "Als Highlight haben wir eine Liegebank installiert." Dazu bietet das Gelände eine gute Rastmöglichkeit, denn der Rad- und Wanderweg zwischen Buch am Forst und Seßlach führt direkt hindurch. Gut nicht nur wegen Vogelzwitschern und Wasserrauschen, auch wegen des Unterstell-Pavillons und der öffentlichen Toiletten.

Ältere Bürger haben in der "Piratenbucht" sogar ihre eigenen "Spielgeräte": Neben Trainingsgeräten für Schultern und Hüfte und einer Seniorenbank mit erhöhter Sitzfläche und Armlehnen, gibt es auch ein Kneippbecken.

Rosenbauer ist froh, dass die Idee des Abenteuerspielplatzes von den Vereinen der Gemeinde und auch den Anwohnern so wohlwollend angenommen wurde. Wenn der Platz am Sonntag ab 10.30 Uhr eingeweiht wird, hofft er auf "viele kleine und große Piraten", vielleicht ja auch aus umliegenden Gemeinden.