Viele Frauen, wenige Männer, etliche Kinder - und auch zwei kleine Hunde. Es ist eine bunt gemischte Gruppe, die am Freitag gegen 12.30 Uhr in Coburg aus einem Bus steigt. Geredet wird kaum. Nach und nach werden Taschen und Tüten ausgeladen. Wer seine Habseligkeiten beisammen hat, läuft rüber zur vorübergehenden Unterkunft.

Unweit des Busses steht auch Coburgs Dritter Bürgermeister Thomas Nowak (SPD). Er hält sich jedoch bewusst im Hintergrund: "Die Menschen sollen hier erst einmal in Ruhe ankommen." 42 Flüchtlinge aus der Ukraine hat die Stadt Coburg zugewiesen bekommen, 46 der Landkreis. Sie alle werden schon in den nächsten Tagen in Wohnungen untergebracht, die privat zur Verfügung gestellt werden. Doch weil die Flüchtlinge nun doch viel schneller kamen als zunächst geplant, mussten kurzfristig zwei Übergangslösungen her.

Corona-Tests erforderlich

Die Regierung von Oberfranken teilte am Freitag mit, dass die Unterbringung zunächst in zwei geeigneten Gebäuden erfolgt: in der Stadt Coburg und im Landkreis Coburg. Vor dem Betreten mussten sich die geflüchteten Menschen jeweils auf Corona testen lassen. Mitglieder des BRK halfen dabei. Auch mehrere Dolmetscher waren vor Ort.

In der Mitteilung der Regierung von Oberfranken heißt es aber auch, dass es sich bei den 88 Flüchtlingen vom Freitag um "die ersten Menschen aus der Ukraine" handele, die der Stadt und dem Landkreis Coburg zugewiesen wurden. Sehr wahrscheinlich werden also noch weitere folgen. Nach Tageblatt-Informationen könnte dies bereits am kommenden Mittwoch der Fall sein. Deshalb wird in Coburg weiter daran gearbeitet, eine leer stehende Immobilie entsprechend herzurichten. Dort könnten die Flüchtlinge - anders als bei den am Freitag bezogenen Gebäuden - auch für einen längeren Zeitraum bleiben.

Keine Spenden vorbeibringen!

Derweil haben Stadt und Landkreis eine dringende Bitte: Dank einer großen Welle der Hilfsbereitschaft ist für die geflüchteten Menschen derzeit alles Notwendige vorhanden. An den vorübergehenden Unterkünften kann und braucht deshalb nichts vorbeigebracht werden! Und grundsätzlich sollte es jeder so handhaben wie Thomas Nowak: die Menschen erst einmal in Ruhe ankommen lassen.