Bayreuth
Studiengebühren

Walter Nadler hält bayerische Studenten für benachteiligt

Bayern ist neben Niedersachsen das einzige Bundesland, in dem Studiengebühren erhoben werden. Ab Donnerstag können sich Wahlberechtigte im Bayreuther Rathaus in eine Liste eintragen, um für deren Abschaffung zu stimmen. Für ein erfolgreiches Volksbegehren müssen zehn Prozent mitmachen.
Foto: dpa
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MdL Walter Nadler, als Abgeordneter von Anfang an Mitglied im 1994 eingerichteten Ausschuss für Hochschule, Forschung und Kultur kann sich persönlich die Beibehaltung der Studienbeiträge vorstellen, ist aber eher davon überzeugt, dass eine Mehrheit der Bürger gegen Studiengebühren stimmen wird.

"Besonders junge Menschen, die sich für eine duale berufliche Bildung entschieden haben, und dies sind nach Angaben der Agentur für Arbeit rund die Hälfte aller Jugendlichen, sind im Nachteil", so Walter Nadler. "Bevor man sich einen ,Meisterbrief' an die Wand hängen kann, kostet das erstmal zirka 15.000 Euro, die aus eigener Tasche bezahlt werden müssen".

MdL Peter Meyer (Freie Wähler) bezeichnet eine mögliche Abschaffung als gerecht, fordert aber gleichzeitig eine Weiterbildungsprämie für die Ausbildung zum Handwerksmeister von 1000 Euro.


Den Vorteil der Studienbeiträge sieht Walter Nadler vor allem darin, dass das Geld zweckgebunden eingesetzt werden muss und so den Studenten direkt zu Gute kommt. Diese Zusatzeinnahmen dienen also allein der Verbesserung der Studienbedingungen. An der Uni Bayreuth habe man die Beiträge genutzt, um vor allem die Bibliothek mit Raumteilern, Büchern und Zeitschriften besser auszustatten.

Von dem zusätzlichen Geld, das den Hochschulen zur Verfügung stand, wurden beispielsweise Repetitorien zur Prüfungsvorbereitung durchgeführt. Sollten bestimmte Maßnahmen zusätzlichen Personalbedarf gefordert haben, sei der Staat für eine Weiterbeschäftigung in der Pflicht, so Walter Nadler.

Eine Benachteiligung bayerischer Studenten räumt der Landtagsabgeordnete aber dennoch ein: "Im Länderfinanzausgleich zahlt Bayern 3,7 Millarden Euro. Nutznießer sind im wesentlichen Länder, die keine Studienbeiträge mehr erheben. "