Obwohl man in den vergangenen Monaten Gesprächsbereitschaft zeigte, habe es keinerlei Diskussion am Runden Tisch - mit allen Verantwortlichen - gegeben.

"Es geht um unser Stadtviertel, da fordern wir Transparenz und Mitbestimmung" so Reinhard Hutzelmann von "Quartier 21". Seit Monaten liegen bei den Bewohnern der Jägerstraße und Friedrich-von-Schiller-Straße die Nerven blank. Als der Verein Kontakt ein Haus dort erwarb, um psychisch kranke Straftäter nach deren Haftentlassung in Wohngemeinschaften unterzubringen.

In unmittelbarer Nachbarschaft gibt es bereits soziale Einrichtungen der Diakonie und der Caritas. Der Verein Kontakt besitzt in der Friedrich-von-Schiller-Straße zudem ein weiteres Haus, in dem bereits zu betreuende Personen wohnen.

"Nun fordern wir von der Stadt eine Sozialraumanalyse", so Reinhard Hutzelmann, "um unser Stadtviertel sozialverträglich weiter zu entwickeln. Ein solches Vorgehen wird die Problem lagen des Gebietes aufzeigen und auch den Handlungsbedarf für planerische Interventionen."

"Wir leben gerne hier", sagt Dr. Martin Gollner, "wir sind kompromissbereit und diskutieren vorbehaltlos über ein Modellprojekt für Integration mit den Entscheidern".
Nach Meinung der Bürgerinitiative könnte hier ein Mehrgenerationenhaus entstehen. Die Mieten sollten bezahlbar sein. Wenn dann in den 600 Quadratmetern Wohnfläche eine Forensiker-WG untergebracht würde, hätten die Anwohner kein Problem. Zwei Gespräche mit dem Verein Kontakt unter neutraler juristischer Leitung seien ergebnislos verlaufen, so Reinhard Hutzelmann. Deshalb erwarte man nun eine Diskussion mit den politisch Verantwortlichen.

Obwohl es offenbar noch keine offizielle Genehmigung für das Forensiker-Wohnhaus gibt, sind in den vergangenen Tagen bauvorbereitende Maßnahmen getroffen worden.
"In der Forensischen Abteilung des Bezirksklinikums werden zirka 200 Patienten behandelt", sagt Gerlinde Böhner, "es ist zu befürchten, dass nicht die Integration im Vordergrund steht, sondern ganz einfach nur die Wirtschaftlichkeit".