Immer mehr Traditionsbetriebe in ganz Deutschland schließen nach und nach, weil die Nachfolge fehlt. So auch die Metzgerei Wagner in Nemmersdorf bei Goldkronach.

Bürgermeister Holger Bär (FWG) verrät im Gespräch mit inFranken.de, wie er über die Schließung denkt und wie wichtig ihm Traditionsbetriebe sind.

Metzgerei Wagner in Nemmersdorf: Keinen Nachfolger gefunden

Für Bürgermeister Bär ist die Schließung der Metzgerei Wagner "eine Katastrophe". Er werde die Herzlichkeit des Ehepaares und die Delikatessen, die es nur dort gab, vermissen. "Ich glaube, da kann ich für viele sprechen", betont er.

Zur Metzgerei Wagner hatte Bär ein besonderes Verhältnis. "Sie waren immer meine Nachbarn und haben die leckerste Wurst überhaupt." Er selbst sei damit aufgewachsen, Verständnis habe er trotzdem. "Leider gab es keinen Nachfolger, aber die Wagners haben sich den Ruhestand wirklich verdient." Die Metzgerei Wagner selbst wollte sich zur Geschäftsaufgabe nicht äußern.

Besonders schlimm für den Bürgermeister ist, dass auch ein anderer Metzger aus Goldkronach seinen Pachtvertrag nicht verlängert. "Jetzt haben wir keine Metzgerei mehr", erklärt der Bürgermeister. Durch den Wegfall der Metzgereien seien weitere Wege eine Folge, jedoch sei für ihn der Wegfall des "tollen Ehepaars" und die damit verbundenen Fleisch- und Wurstspezialitäten ein schlimmerer Verlust.

Händeringend auf der Suche nach neuem Metzger

"Zum Glück gibt es hier noch zwei Traditions-Bäcker und ein Lebensmittelgeschäft, das schon lange existiert", so der Bürgermeister. Bär ist außerdem händeringend auf der Suche nach einem neuen Metzger für Goldkronach. Leider habe sich dabei noch nichts ergeben.