Der Handlungsspielraum an den Schulen kann bei Personalknappheit wie durch Erkrankung eng werden, da auch die mobilen Reserven das Defizit möglicherweise dann nicht mehr abdecken können. Erschwert werde die Situation durch die Budgetierung der Lehrerstunden, so Schulrat Roß. Kleine Schulen profitieren von der Regelung, da sie - bezogen auf den einzelnen Schüler - mehr Lehrerstunden zur Verfügung haben als Schulen mit großen Schülerzahl.

Die Klassenstärken in den Grundschulen sind nach den Worten des Schulrates in der Stadt Bayreuth stabil, während die Schülerzahlen im Landkreis in den vergangenen Jahren weiter nach unten gegangen sind. Die 2680 Schüler in Bayreuth werden auf 128 Klassen verteilt. Dies bedeutet in der Grundschule einen Schnitt von 21,55 Schülern pro Klasse, in der Mittelschule besuchen durchschnittlich 19,54 Kinder eine Klasse. In diesem Schuljahr gibt es keine Klassenstärke mit mehr als 28 Schülern.

Ein ähnliches Bild ergibt sich im Landkreis. Dort liegt die durchschnittliche Klassenstärke bei 21,02 in den Grundschulen. Die Schülerzahl in den Mittelschulen ist mit 19,24 noch geringer. Da weniger Kinder im Landkreis leben, konnten an den Grund- und Mittelschulen heuer sieben Klassen weniger gebildet werden. Bereits bei der Einschulung belegen die Zahlen den Rückgang: Insgesamt drücken 832 Kinder erstmals die Schulbank, 136 weniger als im Vorjahr.

Kleine Schulen von Schließung bedroht

Die Anzahl aller Klassen im Grund- und Mittelschulbereich hat sich um sieben reduziert auf nunmehr 245 Klassen. Wie Schulrätin Marina Lindner auf Nachfrage bestätigte, können kleine Schulen im Landkreis wie die in Schnabelwaid oder Bischofsgrün letztendlich von einer Schließung betroffen sein. Für den Erhalt des Standortes benötigt eine Schule mindestens 26 Kinder. Als eine wertvolle Bereicherung nennt Schulrätin Marina Lindner jahrgangskombinierte Klassen, die darüber hinaus besonders dann gebildet werden, wenn ausgewogene Klassenstärken erreicht werden müssen.

Besonders erfolgreich nennen beiden Schulräte die neuen päda gogischen Ansätze, zu denen spezielle Fördermaßnahmen sowohl beim Übergang von schulvorbereitenden Einrichtungen in die Grundschule als auch beim Übergang in die weiterführenden Schulen gehören. Sprachliche Förderung sei da ein ganz wesentlicher Aspekt des Bildungsauftrages, so Marina Lindner. Das gelte natürlich besonders für Kinder mit Migrationshintergrund.

Für Schüler mit Sonderpädagogischen Förderbedarf werden aktuell Kooperationsklassen eingerichtet. Das Programm "Sinus" hilft bei Schwächen im mathematischen und naturwissenschaftlichen Grundschulunterricht. Neu ist der Modellversuch Flexible Grundschule, bei dem nicht streng in Regelklassen unterrichtet wird, sondern Kinder in der Eingangsstufe ein bis drei Jahre für das Lernpensum zur Verfügung haben, statt der üblichen zwei.