Am Ende liegen sie alle hingemeuchelt vor der Felswand der Luisenburg, und auch Hamlet ist nach vielen Leiden gefallen. Warum fasziniert die Figur, die mittelbar oder unmittelbar schuld ist am Tod von fünf Menschen, vier Jahrhunderte nach der Premiere von Shakespeares Rachedrama immer noch?, fragt das Programmheft. Nach dieser Inszenierung wissen wir es auch nicht so recht.

Naturgemäß kann und soll man vom fürs große Publikum konzipierten Freilicht-Theater nicht Bühnen-Avantgarde erwarten. Wenn es gelingt, sieht man eine süffige Aufführung mit schönen Kostümen, dem schlüssigen Umgang mit dem Ambiente, Darstellern, die den großen Räumen gewachsen sind. Dies alles hat Regisseur Christian Nickel, selber erfahrener Schauspieler, nur teilweise erreicht. Sein "Hamlet" bleibt seltsam unentschlossen, schwankt zwischen Tradition (das Stück war auf der Luisenburg mehrmals zu sehen, zuletzt 1988) und Moderne.