Update 20.10.2022, 13 Uhr: Ermittlungen gegen Dresden-Rowdies dauern an - Foto-Aufarbeitung im Fokus

Nach den Ausschreitungen bei der Drittliga-Partie zwischen der SpVgg Bayreuth und Dynamo Dresden Anfang Oktober dauern die Ermittlungen an. Es sei ein immenser Aufwand, das umfangreiche Bild- und Fotomaterial zu sichten, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken auf Anfrage. Die Bayreuther Polizei arbeite eng mit der Polizei in Dresden und mit der Bundespolizei zusammen.

Mindestens 14 Menschen wurden bei Ausschreitungen während des Fußballspiels am 1. Oktober verletzt. Nach Angaben der Polizei kam es zu einer Auseinandersetzung im Gäste-Fanblock des Bayreuther Stadions. Demnach schritten die Beamten ein, nachdem ein Ordner um Hilfe gerufen hatte, und wurden nach eigener Darstellung von Fans mit Schlägen und Tritten attackiert. 14 Polizisten wurden verletzt.

Nach Angaben der Polizei entstand im weiteren Verlauf der Auseinandersetzung auch ein Sachschaden von etwa 20.000 Euro, weil Fans unter anderem mit dem Inventar eines Imbissstandes geworfen haben sollen. Bereits vor dem Spiel hatten nach Angaben der Polizei Fans einen Journalisten angegriffen und diesem zwei Kameras entrissen, ehe Polizisten dem Mann zu Hilfe eilten. Die Kriminalpolizei Bayreuth ermittelt in mehreren Fällen des schweren Landfriedensbruchs.

Originalmeldung: Gewalttätige Ausschreitungen überschatten Drittliga-Spiel in Bayreuth - 14 verletzte Polizisten

Die spannende und zum Großteil friedliche verlaufene Drittligabegegnung zwischen der SpVgg Bayreuth und Dynamo Dresden wurde am Samstagnachmittag durch einen gewaltsamen Zwischenfall getrübt. Mehrere verletzte Personen und hoher Sachschaden sind die Bilanz, wie die oberfränkische Polizei am Abend mitteilt.

Demnach fanden sich über 8.000 Fans am Samstagnachmittag im Hans-Walter-Wild-Stadion in Bayreuth ein, um die Drittligabegegnung zwischen der Spielvereinigung Bayreuth und Dynamo Dresden zu verfolgen.

Verspäteter Anpfiff - Flaschenwürfe und Pyrotechnik

Nach verspäteter Ankunft des Entlastungszugs begleiteten die Einsatzkräfte den Fanmarsch von etwa 1.300 Dresdner Gästen vom Bahnhof in Richtung Stadion. Wie erwartet kam es hierbei zum Abbrennen von Pyrotechnik und vereinzelten Würfen mit Bechern und Flaschen. 

Insbesondere durch filmende Passanten fühlten sie sich provoziert. Im Bereich der Tunnelstraße brachten Dresdner Anhänger zwei Kameras eines Journalisten gewaltsam in ihren Besitz. Einsatzkräfte der Polizei eilten dem Medienvertreter zu Hilfe. Dieser blieb beim Übergriff glücklicherweise unverletzt. 

Der weitere Weg ins Stadion sowie der Einlass verliefen unaufgeregt. Aufgrund des verspäteten Eintreffens des Fanzugs begann das Spiel mit einer Verzögerung von etwa 15 Minuten.

Eskalation in der zweiten Halbzeit

Während die erste Halbzeit weitestgehend friedlich blieb, eskalierte die Situation nach Wiederanpfiff. Nachdem ein Ordner im Bereich des Gästeblocks um Hilfe rief, wollte eine Gruppe der Bereitschaftspolizei eingreifen. Diese wurde jedoch sofort durch Gästefans attackiert und mit Schlägen und Tritten angegriffen.

Ein kontrollierter Rückzug der Einsatzkräfte konnte die Situation nicht befrieden. Die Angreifer brachen das Tor des ehemaligen Gästeeingangs am Ellrodtweg auf und versuchten weiter auf die Polizisten einzuwirken. Die Beamten konnten das Tor jedoch halten. Deshalb zerstörte die Gruppierung der Dresdner Fans das Inventar eines nahegelegenen Imbissstands und verwendeten es als Wurfgeschosse. Dabei bedrängten sie auch die im Stand beschäftigen Caterer.

Bei dieser Auseinandersetzung wurden 14 Polizeibeamte verletzt. Einer von ihnen musste sich in ärztliche Behandlung begeben. Auch auf Seiten der Gästefans gab es verletzte Personen. Der entstandene Sachschaden wird auf 20.000 Euro geschätzt. Der Inhalt der Bargeldkasse in Höhe von 5.000 bis 10.000 Euro fehlt seitdem ebenfalls. 

Polizei ermittelt in zahlreichen Fällen

Der Abmarsch der Fans nach Spielende verlief bis auf kleinere Reibereien ereignislos. Das Ergebnis - ein respektables 1:1 vom Drittliga-Schlusslicht Bayreuth, rückte angesichts der Vorfälle jedoch in den Hintergrund.

Die Kriminalpolizei Bayreuth hat die Ermittlungen in mehreren Fällen des schweren Landfriedensbruchs aufgenommen. Die Auswertung des getätigten Foto- und Videomaterials wird einige Zeit in Anspruch nehmen.