Benno Friedel ist seit 2005 gewählter Beirat in diesem Gremium, welches analog der politischen Gliederung in die drei Bezirke Ober-, Mittel- und Unterfranken aufgeteilt ist. Mit knapp 300 Mitgliedsgesellschaften ist der FVF fünftstärkster Regionalverband im Bund Deutscher Karneval.

Bayreuther Sonntag: Was sind Ihre Aufgaben als Beirat im Fastnacht-Verband Franken e.V.?
Benno Friedel: Der FVF ist die Basis gemeinsamen Handelns für die Vereine. Als Beirat unterstütze ich die oberfränkischen Vereine bei der Imagepflege und der Jugendarbeit. Ich vertrete den FVF bei örtlichen und überörtlichen Faschingsveranstaltungen in Oberfranken, wie bei Gala sitzungen oder Umzügen. Daneben bin ich auch für das Verleihen der Faschingsorden zuständig. Der FVF ehrt Personen, die sich um die Pflege der Fastnacht Verdienste erworben haben.
Hierfür wurden Ehrennadeln in Silber und Gold sowie der FVF-Verdienstorden oder der Sessions orden geschaffen. Diese werden je nach Bedeutung und Art der Leistungen vergeben. Die Verleihung erfolgt mit Urkunden. Die höchste Auszeichnung "Till von Franken" erfolgt nach genau festgelegten Regeln durch den FVF. Die Nachwuchs- und Jugendarbeit gehört ebenfalls zu den besonderen Hauptanliegen des FVF. Meine Position als Beirat sehe ich zudem als Mittler zwischen der Vereinsbasis und dem Verband. Bei meinen Besuchen vor Ort sehe ich, wo der Schuh drückt, und versuche Hilfestellung zu leisten.

Bayreuther Sonntag: Worauf ist Ihr besonderes Faschingsengagement zurückzuführen?
Benno Friedel: Ich bin in einem kleinen Ort in Unterfranken geboren und aufgewachsen. Bereits als Kind und Jugendlicher beteiligte ich mich in der dörflichen Gemeinschaft aktiv an der Pflege von Fastnachtsbrauchtum und an der Durchführung der zugehörigen Veranstaltungen. Ich erinnere mich, dass es in der Schule sogar Geschenke für diejenigen gab, die sich besonders phantasievolle Kostüme zum Fasching ausdachten. Gerne haben wir mit unseren Faschingskostümen und -masken Leute und vor allen Dingen Mädchen erschreckt. Nach meiner Ausbildung zum Gas- und Wasserinstallateur kam ich ab 1964 zur Ableistung des Grundwehrdienstes in die Markgrafenkaserne nach Bayreuth. Während dieser Zeit lernte ich meine Frau kennen. In ihrem Heimatort Unternschreez engagierte ich mich im örtlichen Sportverein. 1989 zogen wir nach Bayreuth und es entstand ein Kontakt zur Faschingsgesellschaft Schwarz-Weiß e.V. Noch im gleichen Jahr bin ich in den Verein eingetreten, dem ich bis heute angehöre. Beruflich legte ich in der Zeit meine Meisterprüfung als Schlosser ab, absolvierte eine Ausbildung zum Betriebswirt des Handwerks, und machte mich mit einem Handwerksbetrieb selbstständig. Die beruflichen Anforderungen und das Engagement bei der Faschingsgesellschaft Schwarz-Weiß füllten mich ziemlich aus. Bei den Schwarz-Weißen übernahm ich nach und nach verschiedene Vereinspositionen, zunächst im Elferrat, dann als Zweiter Vorsitzender und Senatspräsident. Letztere Funktion übe ich auch heute noch aus. 2005 erfolgte erstmals mein Wahl zum Beirat in den FVF. Inzwischen bin ich schon in der dritten Periode wiedergewählt und zuständig für 25 Faschingsgesellschaften in Oberfranken. Während einer Session und darüber hinaus kommen für mich als FVF-Beirat schon mehr als 80 Vor-Ort-Termine zusammen.

Bayreuther Sonntag: Ehrenämter sind meist nur mit der Unterstützung der Familie möglich?
Benno Friedel: Das ist richtig. Meine Frau hat mich bei meinen Faschingsaktivitäten stets unterstützt und mich bis heute bei vielen Veranstaltungen und Fahrten zu anderen Vereinen während der jährlichen Faschingssession begleitet.

Bayreuther Sonntag: Wie wirken sich erfolgreiche Fernsehsendung wie "Fastnacht in Franken" auf die Vereine aus?
Benno Friedel: Diese Sendung mit jährlich etwa 4,5 Millionen Zuschauern ist natürlich das Aushängeschild des Fastnacht-Verbandes Franken. Sie hat dazu beigetragen, Talente und Leistungen der Mitwirkenden aus dem Fastnacht-Verband einem breiten Publikum näher zu bringen. Die Einschaltquoten sprechen für sich, diese sind höher als bei der Übertragung des Starkbieran stich auf dem Nockherberg. Deshalb haben mittlerweile Sender wie ARD und ZDF Interesse an der Übertragung. Darüber hinaus kommen auch die Fernsehübertragungen von den anderen jährlichen Veranstaltungen des FVF, wie die Närrische Weinprobe aus der Residenz in Würzburg oder Franken Helau, bei den Zuschauern sehr gut an. 2010 wurde Franken Helau von der Faschingsgesellschaft Schwarz-Weiß ausgerichtet und vom Bayerischen Fernsehen in Bayreuth aufgezeichnet. Mit 1,45 Millionen Zuschauern war es eine der erfolg reichsten Übertragungen. Solche Fernsehsendungen sind nur durch gute Basisarbeit in den Vereinen möglich. Der FVF hat seine Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk inzwischen professionalisiert und eine eigene GmbH gegründet. FVF-Präsident Bernhard Schlereth hat sich darüber hinaus erfolgreich dafür eingesetzt, dass das Deutsche Fastnachtsmuseum, das derzeit noch im sogenannten Falterturm in der Stadt Kitzingen untergebracht ist, auch in der unterfränkischen Stadt bleibt und dort in ein neues Gebäude umziehen kann. Dieser Neu- und Erweiterungsbau für das Deutsche Fastnachtsmuseum wird von der EU mit mehr als 400.000 Euro gefördert. Der FVF muss jetzt noch 1,7 Millionen Euro aufbringen. Dazu beitragen soll die Stiftung Fastnachtsmuseum , die extra gegründet wurde.

Bayreuther Sonntag: Bayreuth hat inzwischen vier Vereine, die sich dem Fasching verschrieben haben!
Benno Friedel: Bayreuth in den 1950er bis 1960er Jahren hätte ich als Faschingshochburg eingeschätzt, danach ist es ruhiger um den hiesigen Fasching geworden. Früher gab es in Bayreuth einen sogenannten Runden Tisch der Bayreuther Faschingsvereine, des Fremdenverkehrsvereins und Vertretern der Stadt, mit Vor- und Nachbesprechungen. Ein ähnliches Gremium würde ich mir wieder wünschen. Ich bin froh, dass sich inzwischen der Faschingsumzug wieder so erfolgreich etab liert hat. Ansonsten sind wir mit den inzwischen sechs tollen Tagen auf dem neuen Stadtparkett wieder auf einem guten Weg. Wenn es in Würzburg sechzehn und in Marktredwitz drei Faschingsvereine gibt, verträgt Bayreuth auch vier Vereine. Jeder setzt seine eigenen Schwerpunkte, dadurch ist auch wieder Fa schingsvielfalt gegeben. Mein Wunsch wäre allerdings eine engere Zusammenarbeit untereinander, zum Wohle des Faschings und des närrischen Treibens.