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Bayreuth: Stadtwerke bitten um bewussten Umgang mit Trinkwasser


Autor: Redaktion

Bayreuth, Freitag, 14. August 2026

Die Stadtwerke Bayreuth versprechen, dass die Trinkwasserversorgung sicher ist. Trotzdem rufen sie angesichts der hohen Temperaturen zum Wassersparen auf.
Stadtwerke-Geschäftsführer Markus Rützel vor dem Trinkwasserbrunnen auf dem Stadtparkett.


Die vergangenen Wochen waren in Bayreuth erneut ausgesprochen trocken – und auch für die kommende Zeit zeichnen sich keine üppigen Regenfälle ab. Die Stadtwerke Bayreuth betonen: Die Trinkwasserversorgung ist sicher. Gleichzeitig hinterlässt die Trockenheit auch bei der Wasserversorgung ihre Spuren. Das Unternehmen bittet deshalb darum, bewusst mit Trinkwasser umzugehen – und erinnert an sein Förderprogramm für Regentonnen.

Gelbe Rasenflächen, trockene Böden und Pflanzen, die regelmäßig gegossen werden müssen: Die anhaltende Trockenheit ist in Bayreuth inzwischen vielerorts sichtbar. Auch einzelne Schauer ändern daran zunächst wenig. Für die Trinkwasserversorgung der Stadt besteht dennoch kein Grund zur Sorge. "Die wichtigste Botschaft ist: Die Menschen in Bayreuth können sich darauf verlassen, dass ausreichend Trinkwasser zur Verfügung steht", sagt Jan Koch, Sprecher der Stadtwerke Bayreuth. "Gleichzeitig wäre es falsch, aus der sicheren Versorgung zu schließen, dass die Trockenheit für uns überhaupt keine Rolle spielt. Auch wir beobachten sehr genau, wie sich unsere Wasserressourcen entwickeln."

Bayreuth profitiert von seiner breit aufgestellten Wasserversorgung. Die Stadtwerke gewinnen Trinkwasser aus Tiefbrunnen im Stadtgebiet und östlich von Bayreuth sowie aus Quellfassungen im Fichtelgebirge. Zusätzlich beziehen sie Wasser über die Fernwasserversorgung Oberfranken. Diese verschiedenen Standbeine sorgen dafür, dass Schwankungen ausgeglichen werden können. Gerade die oberflächennäheren Quellen reagieren allerdings schneller auf längere Trockenphasen als tiefer liegende Grundwasservorkommen.

Veränderungen dort sind deshalb ein wichtiger Indikator, den die Fachleute der Stadtwerke kontinuierlich beobachten. "Probleme gibt es zwar nicht", betont Koch, "aber Wasser ist eine natürliche Ressource und keine beliebig verfügbare Ware. Wenn über längere Zeit wenig Niederschlag fällt, sollten wir das ernst nehmen – auch dann, wenn aus dem Wasserhahn weiterhin zuverlässig Trinkwasser kommt." Dabei geht es den Stadtwerken ausdrücklich nicht darum, den normalen Wasserverbrauch im Haushalt zu problematisieren.

Besonders große zusätzliche Wassermengen werden im Sommer dagegen außerhalb des Hauses benötigt – beispielsweise für die Bewässerung von Rasenflächen und Gärten oder für private Pools. "Wir laden jeden ein, sich die Frage zu stellen, ob Trinkwasser beispielsweise die beste Wahl ist, um große Rasenflächen dauerhaft sattgrün zu halten. Gerade im Garten gibt es eine sehr einfache Alternative: Regenwasser." Dass die Stadtwerke diesen Gedanken nicht nur an ihre Kundinnen und Kunden richten, zeigt sich derzeit auch im Kreuzsteinbad.

Das Freibad verfügt über weitläufige Liegewiesen, die in früheren Jahren bei längeren Trockenperioden teilweise bewässert wurden. Darauf verzichten die Stadtwerke inzwischen bewusst. "Natürlich sieht eine sattgrüne Liegewiese schöner aus", sagt Koch. "Aber dafür in einer längeren Trockenphase große Mengen Trinkwasser einzusetzen, halten wir nicht mehr für zeitgemäß. Deshalb nehmen wir es ganz bewusst in Kauf, wenn der Rasen im Kreuzer im Sommer einmal gelb wird." Für die Liegewiesen ist das kein Grund zur Sorge.

Rasen kann längere Trockenphasen überstehen und erholt sich in der Regel wieder, sobald ausreichend Niederschlag fällt. "Vielleicht ist das sogar ein ganz gutes Bild für einen bewussteren Umgang mit Wasser", sagt Koch. "Nicht alles muss auch im Hochsommer jederzeit perfekt grün aussehen. Ein gelber Rasen ist zunächst einmal nur ein trockener Rasen – und kein kaputter." Deshalb möchten die Stadtwerke stärker dafür sensibilisieren, Niederschläge aufzufangen, wenn sie fallen.

Denn selbst ein vermeintlich kleiner Regenschauer kann eine erstaunliche Menge Wasser liefern: Fallen beispielsweise fünf Millimeter Regen auf eine Dachfläche von 50 Quadratmetern, kommen dort theoretisch rund 250 Liter Wasser zusammen. Mit einer Regentonne lässt sich zumindest ein Teil davon speichern und später für Beete, Kübelpflanzen oder den Garten nutzen. "Regen lässt sich natürlich nicht bestellen", sagt Koch. "Aber wenn er kommt, können wir dafür sorgen, dass möglichst viel davon dort bleibt, wo wir das Wasser später brauchen können. Jeder Liter Regenwasser, mit dem eine Pflanze gegossen wird, ist ein Liter Trinkwasser, den wir dafür nicht bereitstellen müssen."

Die Stadtwerke unterstützen deshalb den Kauf neuer Regentonnen finanziell. Energiekundinnen und Energiekunden erhalten für eine neue Regentonne ab 200 Litern Fassungsvermögen einen Zuschuss von 30 Euro pro Haushalt. Gefördert werden Regentonnen, die seit dem 1. März gekauft wurden. Der Antrag kann einfach über die Webseite der Stadtwerke Bayreuth (stadtwerke-bayreuth.de/vorteilswelt) gestellt werden.

Nebenbei können Regentonnen noch einen zweiten Beitrag leisten: Wird Regenwasser zunächst auf dem eigenen Grundstück zurückgehalten, gelangt es bei Niederschlägen nicht unmittelbar in die Kanalisation. Auch darüber hinaus lässt sich im Garten mit einfachen Mitteln Wasser sparen. Pflanzen sollten möglichst gezielt im Wurzelbereich und vorzugsweise morgens oder abends gegossen werden. Rasenflächen dürfen während längerer Trockenperioden durchaus braun werden.

Wer einen Pool besitzt, kann durch Abdecken und eine gute Wasserpflege unnötiges Nachfüllen reduzieren. "Wir wollen niemandem Vorschriften machen", sagt Koch. "Uns geht es um einen bewussten Umgang mit unserem wichtigsten Lebensmittel. Bayreuth ist sicher mit Trinkwasser versorgt. Gerade deshalb können wir ohne Alarmismus darüber sprechen, wie wir diese Ressource gemeinsam sinnvoll nutzen."

Und für die Stadtwerke liegt darin auch die eigentliche Botschaft der aktuellen Trockenphase: "Versorgungssicherheit und ein bewusster Umgang mit Wasser sind kein Widerspruch. Im Gegenteil: Wer heute sorgsam mit Wasser umgeht, trägt dazu bei, dass unsere Wasserversorgung auch langfristig so zuverlässig bleibt, wie wir sie in Bayreuth gewohnt sind."

Bei diesem Text handelt es sich um eine Pressemitteilung.