Druckartikel: Bayreuth: Stadtbad muss für unbestimmte Zeit schließen - "bittere Nachrichten für alle Badegäste"

Bayreuth: Stadtbad muss für unbestimmte Zeit schließen - "bittere Nachrichten für alle Badegäste"


Autor: Redaktion

Bayreuth, Donnerstag, 16. Februar 2023

Das Bayreuther Stadtbad muss ab kommenden Montag für die Öffentlichkeit schließen. Grund ist akuter Personalmangel. Bis auf Weiteres haben nur bestimmte Badegäste Zugang zum Schwimmbad.
Weil Angestellte langfristig ausfallen, macht das Bayreuther Stadtbad ab kommender zwangsläufig zu - zumindest für die Allgemeinheit. Vereine, Schulen, Schwimmkurse und Co. können das Bad nach wie vor nutzen.


  • Bayreuth: Stadtbad schließt für Öffentlichkeit - nach langfristigen Ausfällen von Mitarbeitern
  • Vorerst nur Nutzung für Vereine, Schulen, Therapiegruppen und Schwimmkurse möglich
  • Termin für Wiedereröffnung unbekannt - Stadtwerke erklären aktuelle Situation

Ab Montag (20. Februar 2023) muss das Stadtbad in Bayreuth für unbestimmte Zeit schließen, erklären die Stadtwerke Bayreuth in einer Pressemitteilung. Bis es wieder öffnen kann, dürfen nur Vereine, Schulen, Therapiegruppen und Anbieter von Schwimmkursen das Bad nutzen, da sie sich selbst um eine Beckenaufsicht kümmern können. Der Grund für die Schließung sind längerfristige Ausfälle beim Personal. Die Stadtwerke sprechen von "bitteren Nachrichten für alle Badegäste" des Schwimmbads.

Stadtbad Bayreuth für Öffentlichkeit vorerst nicht mehr nutzbar - Schwimmbad fehlen Mitarbeiter

"Unsere Personaldecke ist grundsätzlich ausreichend, um die wöchentlich knapp 100 Stunden, an denen mindestens ein Mitarbeiter anwesend sein muss, abzudecken", wird Jan Koch, Sprecher der Stadtwerke Bayreuth, in der Pressemitteilung zitiert. Selbstverständlich kalkuliere man Urlaub und eine Erkältung in den Reihen des Teams mit ein, aber es sei problematisch, wenn Kollegen für längere Zeit ausfallen würden.

Video:




Solche Ausfälle könnten normalerweise mit Aushilfspersonal aus der Lohengrin-Therme oder dem Kreuzsteinbad kompensiert werden. Momentan werde in der Lohengrin-Therme allerdings jeder Mitarbeiter gebraucht, so Jan Koch in der Pressemeldung. "Nach den Corona-Jahren erleben wir in der Therme endlich wieder einen guten Besucherzuspruch. Wir erreichen sogar wieder Zahlen, die mit der Vor-Corona-Zeit vergleichbar sind, und verzeichnen inzwischen sogar ein leichtes Plus."

Und auch im Kreuzsteinbad seien die Mitarbeiter zurzeit mit der Vorbereitung für die Freibadsaison beschäftigt. Würden die Vorbereitungen im Kreuzsteinbad aufgeschoben, so komme es auch zu einer deutlich späteren Eröffnung.

Problematische Situation auch für viele andere Bäder in ganz Deutschland

In solch einer problematischen Situation befinden sich neben dem Stadtbad augenscheinlich auch viele andere Bäder in ganz Deutschland. "Wir wissen seit Langem, wie schwierig es ist, Personal für Bäder zu finden", wird Koch zitiert. Er nimmt an, dass Arbeit am Wochenende und Schichtdienst Gründe dafür sind. Deshalb bilde man auch selbst aus, um zumindest bei den Fachkräften, die sich unter anderem um die komplexe Schwimmbadtechnik kümmern, keinen Engpass zu bekommen.

Was kurzfristig helfen würde, sind Aushilfen für die Beckenaufsicht. Dafür brauche man lediglich ein gültiges Rettungsschwimmabzeichen in Silber sowie einen abgeschlossenen Erste-Hilfe-Kurs. "Unsere Personalverantwortlichen sind da sehr kreativ und werden weiter alles dafür tun, dass wir möglichst schnell Unterstützung bekommen." Dann nämlich könne das Stadtbad zügig wieder öffnen.

Das sei man einerseits den Gästen schuldig und andererseits sei das auch aus wirtschaftlicher Sicht notwendig. "Wir haben nichts davon, wenn das Bad für die Öffentlichkeit geschlossen ist", betont Koch. Die Kosten, die durch die Energiekrise ohnehin stiegen, blieben demnach hoch. "Und zeitgleich schmerzt uns jeder Tag, an dem wir keinen Umsatz im öffentlichen Badebetrieb erwirtschaften können, weil wir für den ohnehin defizitären Betrieb des Stadtbades jeden Euro dringend brauchen", erklärt der Pressesprecher der Stadtwerke mit Blick auf die nahende zeitweilige Schließung des Bayreuther Stadtbads.

Ebenfalls interessant: Beliebte Therme muss nach über 50 Jahren schließen: Stammgäste in "Trauer" - Neubau möglich?