Preisverleihungen können mitunter schon mal eine trockene und langwierige Angelegenheit sein. Dass es auch ganz anders geht, zeigte Finanz- und Heimatminister Markus Söder (CSU) anlässlich der Verleihung des Heimatpreises Oberfranken im Kaisersaal der Neuen Residenz. Hier sein Erfolgsrezept: Man halte ein kurze, aber unterhaltsame Begrüßungsrede. Statt langer Vorträge lade man sich einige Gäste aus Politik, Sport, Wissenschaft und Kultur zu einer Diskussionsrunde ein und moderiere diese selbst. Und um auch hier die nötige Prise Humor hineinzubringen, stelle man den Disputanten Fragen zu fränkischen Eigenheiten, lasse sich deren Lieblingsgerichte schildern oder bringe sie mit sogenannten "Killerfragen" in Bedrängnis.

Doch der Reihe nach. In seiner Eröffnungsrede, in der Söder den verhinderten Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) als "Schnurrkätzchen" entschuldigte (Anm. d.
Red.: Söder spielte hier auf die Ausstellung "Gut gebrüllt Löwe" an, bei der man in ein Mikrofon brüllen konnte. Je nach Lautstärke wurde man dann einem Tier zugeordnet), stellte er die Besonderheiten der Franken heraus. "Der Franke ist ein leidenschaftlicher Euphoriker. Er ist nur der Meinung, dies geht keinem etwas an", so Söder. Ferner sei der Franke auch ein exzellenter Teamplayer, aber vorher müsse er es erst alleine schaffen. Und schließlich sei es schwer, das Herz des Franken zu gewinnen. Aber wenn man ihn "geknackt" habe, dann sei er treu. "Das Beste am Franken aber ist, dass er anders als der Berliner reich und sexy ist", scherzte der Minister.

Bei der anschließenden Gesprächsrunde, die von Söder selbst moderiert wurde, war das vorherrschende Thema die Bedeutung der Heimat. So ist beispielsweise Heimat für Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) dort, wo sie sich zuhause fühlt und wo ihre Familie ist. Für Oberfrankens Bezirkstagspräsidenten Günther Denzler (CSU) hingegen ist Heimat der Ort, an dem man gut leben kann und eine gute Nahversorgung und ärztliche Versorgung findet.


Sauerbraten und Spotzen

Der Basketballer Steffen Hamann kommt, wie er schilderte, nach wie vor gerne in seine Heimat Rattelsdorf, weil ihm dort seine Oma den besten Sauerbraten serviere. Der zugereiste Münchner Michael Lerchenberg bescheinigte in seiner Funktion als Intendant der Luisenburg Festspiele den Franken eine große Begeisterungsfähigkeit. Und Bezirksheimatpfleger Günter Dippold gestand, dass Essen sein Hobby sei und er am liebsten Linsen mit Spotzen (Mehlklöße) speise. Ein Gericht, dass übrigens der Finanzminister, wie er betonte, noch nicht kannte.
Markus Söder brachte während der Gesprächsrunde aber auch die Gesundheitsministerin Huml in die Bredouille, in dem er sie fragte, ob sie sich einen fränkischen Ministerpräsidenten vorstellen könne. Huml antwortete diplomatisch beziehungsweise fränkisch: "Ich denke, da haben wir Franken weniger ein Problem. Daher muss die Frage woanders gestellt werden."

Aber auch Steffen Hamann zwang Markus Söder, sich zu entscheiden, für wen sein Herz mehr schlage: für die Brose Baskets oder die Münchner Basketballer. Für seine Antwort erhielt Hamann jedoch einige Buhrufe aus dem Publikum. Denn Hamann würde gerne die Münchner als Deutscher Meister 2016 sehen.

Im Anschluss verlieh der Minister den Heimatpreis Oberfranken. Ausgezeichnet für ihr besonderes Engagement wurden die Hofer Symphoniker, die Luisenburg Festspiele in Wunsiedel sowie die Bamberger Kurzfilmtage. Alle drei Repräsentanten erhielten einen weißen Porzellanlöwen nebst einer Urkunde.