Draußen ist es schon vorweihnachtlich dunkel, drinnen drängen sich noch immer die Besucher um die Stände. In den Werkstätten der Lebenshilfe gibt es Kräuterschilder, Kirschkernkissen, Futterstationen für Vögel und etliches mehr. Denn an diesem Samstag ist Weihnachtsmarkt - "Bevor des erschta Lichtla brennt". Und viele Besucher nutzen die Gelegenheit, um ihr Geschenke-Shopping einzuläuten.
"Le Francophiles" heißt der letzte Programmpunkt auf der Bühne im Lager, wo bei gedimmtem Licht eine lauschige Atmosphäre herrscht, die gut zu den französischen Chansons des Duos passt. Derweil nimmt Stefan König sich ein paar Minuten Zeit, um Bilanz zu ziehen. Der Leiter der Werkstatt hat den Weihnachtsmarkt zum vierten Mal mit auf die Beine gestellt.
Er ist sehr zufrieden. Zwar hat er jetzt natürlich noch keine Zahlen parat, glaubt aber, dass im Vergleich zum Vorjahr mindestens 30 Prozent mehr Besucher zu Gast waren. "Unser Essen war ab 16 Uhr ausverkauft. Das gab es noch nie."
Es freut ihn besonders, dass das Programm des Tages in diesem Jahr auch viele neue Gesichter, die nicht unmittelbar mit der Lebenshilfe verbunden sind, in die Moosstraße gelockt hat. Am Nachmittag standen unter anderem Mäc Härder und Helmut Vorndran auf der Bühne. Um mehr Publikum unterbringen zu können, war die ins Lager umgezogen. "Jede Veranstaltung war übervoll", so König.


Viel ehrenamtliche Hilfe

Trotz der hochkarätigen Gäste, zu denen auch OB Andreas Starke (SPD) und Staatsministerin Melanie Huml (CSU) zählten, kommt das Highlight des Tages aus der Lebenshilfe selbst. Seit einem Jahr gibt es den Chor der Offenen Behindertenarbeit, OBA. Als integratives Projekt setzt er sich aus Angestellten der Lebenshilfe und Interessierten, die einfach gerne singen, zusammen. Bei der Organisation und dem Verkauf wurden Stefan König und sein Team von einer großen Gruppe aus dem Elternbeirat unterstützt. Ein solcher Nachmittag wäre sonst, ohne das ehrenamtliche Engagement, nicht möglich.