Vedag in Bamberg in Flammen

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Die riesige Rauchwolke über dem Brandherd war kilometerweit zu sehen und lockte viele Schaulustige an. Fotos: Rinklef
Einer der ersten Tweets zum Brand bei der Vedag. Screenshot: pb
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Fotos: Rinklef
 

Eine 90 Meter lange Produktionshalle ist bei einem Brand in Bamberg vollkommen zerstört worden. Etwa 100 Feuerwehrleute aus Stadt und Landkreis Bamberg waren im Einsatz.

Die größte Feuerkatastrophe seit langem hat am Donnerstagabend die Stadt Bamberg heimgesucht: Die Firma Vedag, Produzent von Dachpappe, stand lichterloh in Flammen. Eine große Produktionshalle an der Geisfelder Straße wurde in einem wahren Inferno dem Erdboden gleich gemacht. Menschen sollen nicht zu Schaden gekommen sein, so eine vorläufige Auskunft der Polizei gegen 22.20 Uhr.


Das Unglück nahm nach Angaben von Jürgen Knauer, Pressesprecher im Polizeipräsidium Bayreuth, kurz vor 21 Uhr seinen Ausgang.

13 Arbeiter waren um diese Zeit in der Nachtschicht beschäftigt. Sie mussten plötzlich feststellen, dass sich starker Rauch in der Halle entwickelte. Sie verließen fluchtartig ihre Arbeitsplätze. Kurz danach gab es eine starke Verpuffung und binnen Sekunden stand die Halle in Flammen. Das 12 Meter hohe, 90 Meter lange und 18 Meter breite Gebäude brannte nach Angaben von Knauer in kürzester Zeit nieder. Wenigstens die Hälfte davon stürzte ein.
Zahlreiche Feuerwehren aus der Stadt und den benachbarten Gemeinden im Landkreis bemühten sich, den Brand unter Kontrolle zu kommen, was nach Auskunft des Polizeisprechers kurz nach 22 Uhr gelungen ist. Zur dieser Zeit loderten zwar immer noch Feuer auf, doch es war sichergestellt, dass es nicht auf andere Gebäude übergreifen konnte.

Die riesige Rauchwolke über dem Brandherd war kilometerweit zu sehen.

Nach Augenzeugenberichten war sie sogar noch in Hirschaid erkennbar. Nach ersten Auskünften der Polizei soll sie nicht toxisch gewesen sein und keine Gefahr für die Anwohner mit sich gebracht haben. Niemand musste evakuiert werden. Allerdings wurden die Nachbarn der Vedag aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Wie Knauer weiter berichtete, mussten sich die Feuerwehrleute ihren Weg zum Brandherd durch zahlreiche Schaulustige bahnen.

"Die hatten schwer zu kämpfen", konnte er beobachten. Stark beeinträchtigt durch das Feuer war zeitweise der Verkehr auf dem Berliner Ring. Weil die Feuerwehr das Löschwasser aus weiter entfernt liegenden Hydranten zapfen und die Schläuche über die Fahrbahn des Berliner Rings verlegen musste, wurde dort der Verkehr gestoppt.
Wie viele Feuerwehrleute, Löschfahrzeuge und Spezialisten für Katastrophenschutz im Einsatz waren, vermochte Knauer gestern nicht zu sagen. An die 100 Feuerwehrleute dürften es aber wenigstens gewesen sein.

Die Vedag GmbH ist eines der ältesten Industrieunternehmen in der Stadt Bamberg.

Der Grundstein für die Vereinigte Dachpappenfabriken AG, wofür das Kürzel Vedag steht, wurde bereits 1846 gelegt, als Carl Friedrich Weber in Leipzig mit der Produktion von Dachpappe begonnen hatte. Aus einem ursprünglich losen Verbund verschiedener Gesellschaften, die an zahlreichen Standorten produzierten, wurde dann zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts die Vedag. Das Unternehmen produziert unter anderem Bitumenabdichtungsbahnen, Kunststoffdachbahnen, Dachschindeln, Bautenschutzprodukten und Spezialbitumina. Die Vedag beschäftigt 240 Mitarbeiter an zwei Standorten in Deutschland: in Bamberg und im badischen Philippsburg-Rheinsheim. Geschäftsführer in Bamberg ist Michael Thomé.