Gegner und "Befürworter" der Studiengebühren machten ungefähr gleich viel Lärm, als der bayerische Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch beim Dies academicus der Otto-Friedrich-Universität sein Grußwort in der Aula an der Feldkirchenstraße sprach. Erwartungsgemäß verteidigte der FDP-Minister die Studiengebühren, die der Koalitionspartner CSU gerne wieder abschaffen möchte.


Für Heubisch ist erwiesen, dass die Beiträge "die Qualität der Ausbildung an unseren Hochschulen entscheidend verbessert" haben. Seit Einführung der Gebühren seien in Bayern 890 Millionen Euro vereinnahmt und nur vier Millionen noch nicht verausgabt worden. Die Qualität der Lehre und der Service für die Studierenden seien deutlich gesteigert worden durch 1850 Beschäftigte in der Lehre, über eine Million Tutorienstunden jährlich, 17 Millionen Euro Bibliotheksmittel pro Jahr und 19 Millionen für Serviceleistungen, die Studierenden zugute kommen.

Von der rechten Seite der Empore herab quittierte eine Gruppe "junger Liberaler" jede dieser Erfolgsmeldungen des FDP-Ministers mit langem und lautem Applaus. Zum Schluss rieselte sogar Konfetti herab. Die "Gegenreaktion" in Form von Buhrufen kam auf der linken Seite der Empore jeweils von einer Gruppe von "Jungsozialisten".


Vorsicht: Satire!
Wie erst nach der Veranstaltung klar wurde, hatte es sich bei der Aktion um Satire gehandelt: Es waren nicht wirklich Befürworter der Studiengebühren zugegen, und die vermeintlichen Liberalen nennen sich Libellen, angeführt von einem gewissen "Rainer Neid".

Auf Facebook stellt er klar: "Ich kann nur betonen, dass es sich hierbei um Satire handelte. Aber wir haben es anscheinend so gut gemacht, dass wir wirklich manche getäuscht haben." Von dem lärmigen Spektakel ließ sich Heubisch nicht aus dem Konzept bringen. Er kündigte an: "Befragen wir das Volk. Das ist die normalste Sache der Welt." Zu bedenken gab er den Gegnern der Studiengebühren aber, dass alles, was vom Staat finanziert werden muss, die Schulden erhöhen wird. Diese Tatsache müsse bei der Diskussion "bitte angemessen berücksichtigt" werden.

Für die Bamberger Uni gab es von Heubisch viel Lob, vor allem deswegen, weil sie den Ansturm des doppelten Abiturjahrgangs im vergangenen Herbst hervorragend gemeistert habe.


Die 300-Prozent-Marke gerissen
Uni-Präsident Godehard Ruppert warf aus Anlass des 365. Geburtstags der Bamberger Universität einen Blick zurück in die wechselvolle, von "gebrochener Kontinuität" bestimmte Geschichte. Stolz schwang mit, als er auf die stetig steigenden Studentenzahlen zu sprechen kam. Er wagte die Prognose, "dass wir in Bamberg an die 14-Tausender-Marke kratzen werden", bei der noch gültigen Zahl von 3500, "die uns nach den Zugeständnissen der Kultusministerkonferenz immer noch an so genannten flächenbezogenen Studienplätzen zusteht". Bamberg sei die erste Universität in Deutschland, die bei den Steigerungen "die 300-Prozent-Marke gerissen hat".

Mit einem besonderen Geschenk für die Bamberger Uni wartete der Direktor der Staatsbibliothek Bamberg, Werner Taegert, auf: Er überreichte vier Matrikelbände aus den Jahren 1648 bis 1754, die bisher in seiner Bibliothek verwahrt worden sind. Enthalten sind darin Personenverzeichnisse und Statuten, die Taegert als Fundgrube für die sozialgeschichtliche Forschung bezeichnete.

Zum Abschluss wurden die Preise für herausragende Promotionen überreicht.