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Bamberg
Verkehr

Tausend Fahrradbügel für die Stadt Bamberg

Bamberg baut seine Verkehrsinfrastruktur für Radfahrer aus. Bis zum Jahr 2019 soll die Zahl der Fahrradbügel in der ganzen Stadt auf rund 1000 wachsen.
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Die meisten von 79 Fahrradabstellanlagen in Bamberg, hier am Wilhelmsplatz, sind gut belegt. Nicht in jedem Fall handelt es sich aber um fahrbereite Räder.  Foto: MW
Die meisten von 79 Fahrradabstellanlagen in Bamberg, hier am Wilhelmsplatz, sind gut belegt. Nicht in jedem Fall handelt es sich aber um fahrbereite Räder. Foto: MW
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Peter Gack von den Grünen sieht es als großen Erfolg. Der Umweltsenat der Stadt Bamberg hat einem grünen Antrag folgend den Ausbau von rund 300 weiteren Fahrradbügeln abgesegnet. "Es ist richtig, dass man hier Nägel mit Köpfen macht", sagt der GAL-Stadtrat. Für ihn sind zusätzliche Stellplätze für die Radler eine wichtige Voraussetzung, um noch mehr Menschen in Bamberg auf das umweltfreundliche Verkehrsmittel zu locken.

Gänzlich erfolglos waren die Bemühungen der Stadt in dieser Hinsicht auch bislang nicht. Mit rund 30 Prozent Radverkehrsanteil steht die Stadt im Vergleich mit ähnlich großen Kommunen ziemlich gut da. Grund, dass viele Menschen in Bamberg auf den Drahtesel steigen, sind das mittelalterliche Straßenbild und die kurzen Wege. Freilich hat die Stadt hat auch viel für die die Verkehrsinfrastruktur getan.
Das zeigt das Beispiel Fahrradabstellanlagen.


Kosten von 210 Euro pro Bügel

Sie entstanden in den vergangenen Jahren in großer Zahl vor allem am Rand der Fußgängerzone, aber auch in dicht bebauten Wohngebieten. Wie Baureferent Thomas Beese sagte, verfügte Bamberg zuletzt über 640 Fahrradbügel, die für rund 1300 Fahrräder reichen.

Dabei stößt der Aufbau von neuen Radparkplätzen weniger an finanzielle als an räumliche Grenzen. Mit 210 Euro pro Fahrradbügel und Einbau sind die Kosten überschaubar. "Es ist die Enge der Stadt, der Konkurrenzdruck mit anderen Nutzungen wie Freischankflächen, Feuerwehrzufahrten oder Telekommunikationsleitungen", die es den Stadtplanern schwer machen.

Dennoch sollen in den nächsten Jahren etwa 300 Bügel hinzukommen, wo es nicht anders geht auch unter Auflösung von KFZ-Stellflächen. Denn der Bedarf ist unbestritten. Von der Siechenstraße bis zum Kunigundendamm prüft die Stadt eine Vielzahl von Standorten, die von der GAL vorgeschlagen wurden.

Neu ist: Anders als etwa bei der häufig kritisierten, weil meist überfüllten Abstellanlage am Grünen Markt oder am Pfahlplätzchen will die Behörde kleineren und mittelgroßen Anlagen mit fünf bis zehn Bügeln den Vorzug geben. Klar ist auch: Um vorhandene Anlagen leistungsfähig zu halten, sollen die nicht wenigen Schrottfahrräder konsequent entfernt werden.


8000 Stellplätze für Autos

Gemessen an der Zahl von 8000 öffentlichen KFZ-Stellplätzen ist bei 640 Fahrradbügeln aber noch Luft nach oben. In den Fraktionen gab es deshalb keinen Widerspruch gegen die geplante Erhöhung auf eine Zahl von rund 1000 Ständern bis 2019. "Es ist gut, das Angebot zu erhöhen", sagte Franz-Wilhelm Heller (CSU), monierte aber, dass man die Radfahrer auch dazu bringen müsse, die Bügel zu nützen. "Ich habe den Eindruck, dass viele Radfahrer die Abstellplätze ignorieren."

Peter Gack von den Grünen widersprach dieser Wahrnehmung: "Da lebe ich offenbar in einer anderen Stadt. Die meisten Bügel werden auch benutzt."

Für Michael Schilling vom ADFC in Bamberg sind Fahrradbügel "das Mittel der Wahl" in einer fahrradfreundlichen Stadt. "Ohne" ginge es nicht mehr. Sie erhöhen die Diebstahlsicherheit und sind auch für das Anlehnen schwer beladener Räder gut, lobt der ADFC. Die häufig gehörte Kritik an übervollen Fahrradparkplätzen kann Schilling nicht verstehen: "Wie unansehnlich auch Autos sind, sieht man doch am zugeparkten Domplatz."
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