Bürgermeister aus dem ganzen Steigerwald trafen sich am Montag, dem "Tag der Nachhaltigkeit", am Drei-Franken-Stein bei Heuchelheim, um eine gemeinsame Resolution zu verabschieden. In enger Kooperation wollen sie den Steigerwald zur Nachhaltigkeitsregion entwickeln und damit Pilotregion in Bayern werden. Über 20 Stadt- und Gemeinderatsgremien haben die Resolution in den letzten Wochen bereits verabschiedet, bei vielen steht sie in den nächsten Tagen auf der Tagesordnung.

"Ich gehe davon aus, dass wir mindestens 30 werden", freut sich Klaus Seifert (SPD) über die große Einigkeit. Der Bürgermeister von Scheinfeld ist der Initiator. Mit Oskar Ebert (FW), dem Bürgermeister von Rauhenebrach, hat er für die Idee Nachhaltigkeitsregion geworben. Die Kommunen im Steigerwald wollen damit aus ihrer bisherigen Schwäche eine Stärke machen: "Wir sind verteilt auf drei Bezirke und fünf Landkreise, überall sind wir der letzte Winkel", so Schlüsselfelds Bürgermeister Georg Zipfel (FWG) vor der Ratifizierung.

Zwei Anziehungspunkte


Bis 2013 wird die Region Steigerwald mit dem "Zentrum Nachhaltigkeit Wald" in Handthal und dem Baumwipfelpfad in Ebrach zwei touristische Anziehungspunkte haben, die viele Gäste in den Steigerwald bringen sollen.
In einer gemeinsamen Anstrengung soll es gelingen, den Besucherstrom auch in der Region zu lenken. Dazu müsse die Infrastruktur im gesamten Steigerwald optimiert und aufeinander abgestimmt werden. Dazu gehöre beispielsweise eine einheitliche Beschilderung, ein dichtes Ladenetz für Elektroräder, pädagogisch hochwertige und behindertengerechte Umweltpfade und touristische Events.

Über den Tourismus hinaus bekunden die Bürgermeister mit der Resolution auch, die Region "von unten" nachhaltig zu entwickeln. Nachhaltigkeit fordert, wirtschaftliche, soziale und ökologische Kriterien gleichberechtigt zu berücksichtigen. Konkret geht es um die Nutzung und Bewerbung regionaler Produkte, um den schonenden Umgang mit Ressourcen, die Stärkung regionaler Kreisläufe und schließlich die Stärkung ehrenamtlichen Engagements. Als bayerische Pilotregion soll der Steigerwald bekannter und attraktiver werden, um auch Wissenschaftler und Investoren für den Raum zu gewinnen.

Die Unterzeichner der Resolution wollen die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts wie Klimawandel, Energiewende oder demographischer Wandel offensiv angehen und sind überzeugt, durch ein gemeinsames Auftreten neue Perspektiven für die Menschen im Steigerwald zu schaffen. Ein Netzwerk "Steigerwald23" soll eine Vielzahl von Aktivitäten koordinieren und vorantreiben.

Zeichen gegen Abwanderung


Die Bedeutung dieser Ratifizierung unterstrichen durch ihre Teilnahme auch Albert Fürst zu Castell-Castell und Staatssekretär Gerhard Eck (CSU). Er dankte den anwesenden Bürgermeistern für ihren Einsatz und ihre Zeichensetzung gegen die Abwanderung in die Ballungsräume. Er sei stolz, dass der Steigerwald die erste Region sein will, die sich zur Nachhaltigkeit bekennt. Diese Geschlossenheit werde sicher auch in München Eindruck machen.

Folgende Kommunen haben die Resolution bereits verabschiedet: Markt Burgwindheim, Dietersheim, Gerolzhofen, Knetzgau, Langenfeld, Markt Bibart, Markt Burgebrach, Markt Geiselwind, Markt Nordheim, Markt Taschendorf, Markt Wachenroth, Michelau im Steigerwald, Münchsteinach, Oberaurach, Rauhenebrach, Rödelsee, Scheinfeld, Schlüsselfeld, Schönbrunn im Steigerwald und Sugenheim.