Druckartikel: Stadt Bamberg mit Bayerischem Biodiversitätspreis ausgezeichnet

Stadt Bamberg mit Bayerischem Biodiversitätspreis ausgezeichnet


Autor: Redaktion

Bamberg, Donnerstag, 23. Juli 2026

Durch besondere Pflege wachsen an den Straßenrändern in Bamberg viele unterschiedliche Pflanzenarten. Dafür wurde die Stadt nun mit dem Bayerischen Biodiversitätspreis ausgezeichnet.
Umweltminister Thorsten Glauber mit Bürgermeister Jonas Glüsenkamp (v.l.), den Beteiligten des Projektes des "ökologischen Grünflächenmanagements Straßenränder auf Terrassensand" und Ulrike Strohmeier, Vorständin des Bayerischen Naturschutzfonds (r.)


Als "Pioniere der ökologischen Straßenrandpflege" bezeichnete Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) die Bamberger Projektbeteiligten bei der Verleihung des Preises. Denn bereits seit 1999 dürfen sich die Straßenränder entlang des Berliner Rings und mittlerweile fast aller zuführenden Straßen zu artenreichen Sand-Lebensräumen entwickeln, weil sie nur zweimal pro Jahr gemäht werden. "Die Artenzahl konnte so von 320 auf 485 erhöht werden. Besonders beachtenswert ist, dass sich die Anzahl der Rote-Liste-Arten verdoppelt hat," freut sich Zweiter Bürgermeister und Umweltreferent Jonas Glüsenkamp (Grüne).

"Früher gab es Prämien für Rodungen von Hecken und Säumen - das ist heute zum Glück nicht mehr vorstellbar," sagte Umweltminister Glauber bei der Preisverleihung im Rosengarten hinter der Neuen Residenz in Bamberg. "Im Gegenteil: Heute setzen sich Heckenhelden in ganz Bayern ein, um diese Bestandteile unserer Kulturlandschaft zu erhalten." Genau solche Helden gibt es auch in Bamberg: Sie arbeiten im Staatlichen Bauamt, im Umweltamt der Stadt Bamberg und bei der Abteilung "Grünanlagen und Friedhöfe" bei Bamberg Service. Bereits vor 27 Jahren begannen die zuständigen Fachleute mit dem "ökologischen Grünflächenmanagement der Straßenränder auf Terrassensand".

Alljährlich wird die Flora der Grünstreifen entlang des Berliner Rings auf sechs Kilometern Länge und fast aller zuführenden Straßen erfasst und ein Ergebnisbericht mit einer Artenliste erstellt. Darauf werden dann die Pflegemaßnahmen abgestimmt. Auf Düngung und Pestizide wird verzichtet, gemäht wird nur ein bis zwei Mal pro Jahr - je nach Wuchs der Vegetation und mit Blick auf die Sicherheit an Kreuzungen. Mit Erfolg: Die Artenzahl an Farn- und Blütenpflanzen hat sich deutlich erhöht, darunter befinden sich auch Seltenheiten wie das Alpen-Leinblatt oder die Violette Königskerze.

"Es freut mich besonders, dass das gute Vorbild Schule macht und sich auch einige anliegende Unternehmen beteiligen," merkt Bürgermeister Glüsenkamp an. Das "Bamberger Modell" hat längst auch überregional Interesse gefunden: Gemeinsam mit der Regierung von Oberfranken haben die Fachleute einen Praxisleitfaden für andere Kommunen zur Nachahmung erstellt.

Bei diesem Text handelt es sich um eine Pressemitteilung.