Die Staatsregierung wird im Steigerwald einen sechs Millionen Euro teuren Baumwipfelpfad finanzieren. Kabinett und Aufsichtsrat der Bayerischen Staatsforsten erteilten dem Projekt am Dienstag ihren Segen, wie Agrarminister Helmut Brunner (CSU) anschließend erklärte.
Der Baumwipfelpfad in Ebrach (Landkreis Bamberg) soll gut drei Kilometer lang sein und zusätzliche Besucher in den Steigerwald locken. Eigentlich sollte der Pfad mit Beteiligung eines privaten Investors finanziert werden. Nachdem dieser abgesprungen ist, will der Freistaat 90 Prozent der Kosten übernehmen, die Staatsforsten den Rest.
Der Baumwipfelpfad soll das "Steigerwald-Zentrum" im benachbarten unterfränkischen Handthal (Landkreis Schweinfurt) ergänzen, das nach Brunners Vorstellung ein bundesweit einzigartiges Vorzeigeprojekt für nachhaltige Waldbewirtschaftung sein soll. "Wir schaffen im Steigerwald damit ein attraktives Informations- und Erlebniszentrum, das mit spannenden Angeboten den Wert von Wald und Forstwirtschaft vermittelt und Entwicklungsimpulse für die gesamte Region leistet", sagte Brunner. dpa
So schauen Brunners Leuchtturmprojekte aus: Da ein privater Investor - garantiert! - wegen lohnender Rentabilität abgesprungen ist, man aber das "Leuchtturmprojekt" in Handthal, eigentlich eine Totgeburt, am Leben erhalten will, braucht man echte Attraktivitäten. Daher muss der Baumwipfelpfad auf Biegen und Brechen umgesetzt werden. Wenn er tatsächlich ein Erfolg wird, dann erst, wenn Ebrach Welterbe ist oder einen Nationalpark hat. Erst dann ist die Werbekraft für den Steigerwald da, die weit über den Aktionsradius des sog. Vereins "Unser Steigerwald" hinausreicht.
Schon interessant, wofür man dauernd staatliches Geld ausgibt - dahinter steckt doch dieser Staatssekretär Eck, der damals laut aufheulte, als der Nationalpark Steigerwald ins Gespräch gebracht wurde. Der würde nie zu einer wirtschaftlichen Förderung des Steigerwalds führen, sondern nur zu dessen Untergang, denn es ginge nur um Subventionen. Was ist denn nun der von der öffentlichen Hand finanzierte Bau des Baumwipfelpfads anders als eine Subvention? Was kümmert Eck und Ebert ihr Geschwätz von gestern?
Ich bin prinzipiell nicht gegen den Baumwipfelpfad, aber es ist schon interessant, wie immer wieder die Staatskasse bedient wird, um ein Schutzgebiet in Ebrach zu verhindern. Übrigens, es ist schon da, wenn auch wesentlich kleiner als ein Nationalpark!
Prophezeiung: Es kommt der Tag, an dem sich ein Eck zum G.ECK wandelt, aber natürlich erst, wenn er sein Buchenwalderlebnis hatte - so wie einst aus Saulus nach seinem Damaskuserlebnis ein Paulus wurde!
... nach Fukushima!