17 Punkte erzielte Elias Harris vor kurzem beim 86:82-Sieg seiner MHP Riesen Ludwigsburg in Bonn in der ersten Halbzeit und war am Ende mit 26 Zählern zum zweiten Mal in der noch jungen Saison bester Werfer seines Teams. Der Wechsel innerhalb der Basketball-Bundesliga von Brose Bamberg zu den Schwaben hat dem Ex-Nationalspieler einen Schub gegeben. Beim Team von Trainer John Patrick hat der Center seine statistischen Werte im Vergleich zur Vorsaison erheblich gesteigert.

Der Trikotwechsel ist aber nicht nur Harris gut bekommen. Auch einige andere Spieler von Brose Bamberg, die im vergangenen Sommer den neunfachen Meister teils freiwillig, teils unfreiwillig verlassen haben, blühen in ihrer neuen Wahlheimat plötzlich auf. Elias Harris: Als startender Center ist Harris bei Coach John Patrick gesetzt und zahlt das Vertrauen in seine Person mit starken Leistungen zurück. Mit bislang 15,8 Punkten im Schnitt in sechs Pflichtpartien hat er seine Ausbeute im Vergleich zur Vorsaison (9,8) um sechs Zähler verbessert, obwohl er nur zwei Minuten länger auf dem Parkett steht als in Bamberg (19:13). Mit 26 Zählern in Bonn verpasste er seinen BBL-Rekordwert (28 am 8. Februar 2019 beim 96:89-Erfolg in Weißenfels) nur um zwei Punkte. Assem Marei:Ähnlich wie Harris fand sein Bamberger Centerkollege Assem Marei erst spät in der Wechselperiode einen neuen Verein. Der Ägypter, dessen Kontrakt von Brose vorzeitig beendet wurde, unterschrieb einen bis Ende November befristeten Vertrag bei den Metropolitans 92 im Pariser Vorort Boulogne. Beim französischen Eurocup-Teilnehmer empfiehlt sich Marei mit guten Leistungen für eine Vertragsverlängerung. Sowohl im internationalen Wettbewerb (12,2 Zähler im Schnitt) als auch in der französischen Liga (11,8) punktet der Center zweistellig und greift sich jeweils zudem rund sechs Rebounds. Im Eurocup weist der Ägypter eine starke Trefferquote von 73 Prozent auf (in Bamberg waren es 59) und führte sein Team in den beiden Duellen mit Ratiopharm Ulm mit zwei "Double-Doubles" zum Sieg. Paris Lee: Wie bei Marei wurde auch der Kontrakt mit dem US-Amerikaner von den Bambergern vorzeitig beendet. Der Aufbauspieler fand ebenfalls in Frankreich einen neuen Arbeitgeber. Beim Tabellen-Vorletzten Orleans Entente ist Lee ein Leistungsträger, überzeugt sowohl als Vollstrecker (13,7 Punkte) als auch als Vorbereiter (6,6 Assists) und spielt damit effektiver als in Bamberg (8,4/5,8), wo er mit 25:49 Minuten viel Spielzeit erhielt. In Orleans steht Lee noch drei Minuten länger auf dem Feld. Retin Obasohan: Der Belgier, der sich in Bamberg mit Lee im Spielaufbau abwechselte und im Sommer kein Angebot zur Vertragsverlängerung bekam, fand erst im Oktober einen neuen Verein. Beim tschechischen Serienmeister ERA Nymburk schlug das Kraftpaket gleich voll ein.14,3 Punkte und 4,3 Assists stehen für Obasohan in drei Champions-League-Auftritten, in denen er im Schnitt 28,3 Minuten auf dem Feld stand, zu Buche. Zuletzt ragte der belgische Nationalspieler beim 96:69-Erfolg der Tschechen gegen Keravnos (Zypern) mit 21 Punkten, sieben Rebounds und fünf Assists heraus. "Obwohl ich noch nicht lange hier bin, vertrauen mir meine Mitspieler. Das beflügelt mich", sagte Obasohan nach seiner starken Leistung. Jordan Crawford: Der von Brose Bamberg im vergangenen Februar nachverpflichtete US-Guard macht auch bei Lokomotiv Kuban Krasnodar das, was er am besten kann: werfen. Mit 15,5 Punkten im Eurocup und 15,3 in der osteuropäischen VTB-Liga zählt der Routinier zu den Topscorern des russischen Vereins. In beiden Wettbewerben steht der 31-Jährige rund 24 Minuten pro Partie auf dem Feld, ähnlich wie in Bamberg. Für Brose kam Crawford im Schnitt auf 16 Punkte. Die Dreierquote des ehemaligen NBA-Profis ist im Vergleich zur vergangenen Saison aber um sieben Prozentpunkte auf 42 gesunken. Tré McLean: Vom personellen Umbruch bei Brose wurde auch der Small Forward aufgrund seiner schwankenden Leistungen nicht verschont. Und auch bei Peristeri BC in Griechenland zeigt sich der US-Amerikaner wechselhaft. In der griechischen Liga markiert er im Schnitt 9,6 Punkte pro Begegnung, in der Champions League dagegen 17,1. Im Vergleich zu seiner Bamberger Zeit (7,6 Punkte) ist seine Dreierquote mit 41,6 Prozent geringfügig höher (bei Brose waren es 40,4 Prozent). Am Brett arbeitet McLean wie in der vergangenen Spielzeit in beiden Wettbewerben solide (jeweils knapp fünf Rebounds). Kameron Taylor: Auch nur eine Saison im Brose-Trikot vergönnt war dem Shooting-Guard, der nun in Hamburg in der Bundesliga endgültig Fuß fassen will. Zum Saisonstart gegen seinen Ex-Klub legte Taylor mit zwölf Punkten, sieben Rebounds und fünf Assists auf und ließ in Würzburg 19 Zähler, drei Rebounds und vier Ballgewinne folgen. In Bamberg hatte er im Schnitt 10,2 Punkte erzielt. Bryce Taylor: Auch der zweite Taylor aus dem Bamberger Team der Vorsaison hat sich den Hamburg Towers angeschlossen und ist nach langer Rehazeit rechtzeitig zum Saisonstart wieder fit geworden. Beim Heimerfolg über die Bamberger stand der Amerikaner mit deutschem Pass 5:28 Minuten auf dem Feld (0 Punkte), beim 90:61-Kantersieg in Würzburg erzielte er in 18:17 Minuten sieben Zähler, traf aber nur einen von fünf Dreipunktewürfen. Louis Olinde: "Diese Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, da mich sehr viel mit dem Verein, der Stadt und den Menschen hier verbindet. Ich denke aber, dass es für mich an der Zeit ist, den nächsten Schritt in meiner Karriere zu gehen und mich einer neuen Herausforderung zu stellen." Mit diesen Worten verabschiedete sich der Jung-Nationalspieler im Sommer zum Meister Alba Berlin, mit dem er in der Euroleague auf höchstem Niveau spielen will. Doch beim Hauptstadtklub ist der Hamburger derzeit zum Zuschauen verdammt. Aufgrund einer Leistenverletzung kam er in dieser Saison nur in den ersten vier Euroleague-Spielen zum Einsatz und verbuchte im Schnitt einen Punkt und 1,3 Rebounds in 10:08 Minuten. Nelson Weidemann: Nach Stationen bei den drei "großen B" (Berlin, Bayern München und Bamberg) folgte der 21-Jährige seinem letztjährigen Trainer Roel Moors nach Göttingen. Bei den Niedersachsen erhielt der Aufbauspieler in den bisherigen sechs Pflichtspielen mit 14:14 Minuten wesentlich mehr Einsatzzeit als in Bamberg (6:18). Dadurch verdoppelte sich seine Punkteausbeute auf 7,6 pro Spiel. Marvin Heckel: Der Aufbauspieler vom ehemaligen Bamberger Farmteam Baunach Young Pikes kam in den sechs Spielen des Bundesliga-Finalturniers für Brose zum Einsatz und wechselte im Sommer nach Bremerhaven in die ProA. Für den ehemaligen Bundesligisten steht der 23-Jährige im Schnitt 22:26 Minuten auf dem Feld und nutzt diese Zeit zu 8,6 Punkten und 2,8 Assists. Darion Atkins: Aufgrund mauer Werte von 5,7 Punkten und 3,7 Rebounds in acht Spielen verzichtete Brose Bamberg darauf, den im Februar nachverpflichteten Power Forward nach der Corona-Zwangspause für das Finalturnier in München einzufliegen. Über AEK Athen fand Atkins im Herbst den Weg zu Belediyspor Fethiye in die Türkei. Beim dortigen Tabellen-13. ist der 27-Jährige durchaus ein Faktor: 13 Punkte und 7,6 Rebounds bei einer Einsatzzeit von 35:24 Minuten sind Zahlen, die sich auch die Bamberger Fans von ihm gewünscht hätten.