Mit einer Glanzleistung hat Louis Olinde Brose Bamberg im letzten Heimspiel der Hauptrunde der Basketball-Bundesliga zum Sieg geführt. 19 Punkte steuerte der 20-Jährige bei einer Trefferquote von 80 Prozent zum ungefährdeten 82:55 (41:35)-Erfolg gegen die Löwen Braunschweig bei. Im Kampf um eine bestmögliche Ausgangssituation für die Play-offs ist für den deutschen Meister weiter Platz 4 in Reichweite. Doch aus eigener Kraft kann er diesen trotz der Bayreuther 70:73-Niederlage gegen Ludwigsburg nicht erreichen, sondern ist bei einem Sieg am Dienstag in Weißenfels auf eine Bonner Niederlage am letzten Spieltag gegen Bayern München angewiesen.
Während Brose-Coach Luca Banchi beim hart erkämpften 85:80-Sieg über die Rockets Erfurt aufgrund der Ausländerbeschränkung auf Dorell Wright und Dejan Musli verzichtet hatte, ließ er diesmal Routinier Nikos Zisis und Luka Mitrovic draußen. Daniel Hackett, der sich am Freitag leicht an der rechten Hand verletzt hatte, spielte wie Ricky Hickman mit bandagiertem Daumen.
Die Bamberger attackierten zunächst bei jedem Angriff den Korb. Zwölf ihrer 21 Punkte im ersten Viertel erzielten sie in der Zone. Erst nach sechseinhalb Minuten warfen sie erstmals aus der Distanz. Mit einem Dreier stellte Hickman das 18:11 her. Allerdings gelang den Gästen in der Schlussphase des ersten Durchgangs ein 9:0-Lauf.
Und auch zu Beginn des zweiten Abschnitts präsentierten sich die Hausherren von der Rolle. Nur ein Korberfolg gelang ihnen in den ersten fünf Minuten. Erst als Hackett zurück aufs Feld kam, bekam das Angriffsspiel wieder Struktur. Augustine Rubit mit sieben Punkten sowie Maodo Lo und Hackett mit zwei Dreiern sorgten dafür, dass das Brose-Team mit einem 41:35-Vorsprung in die Pause ging. Allerdings boten beide Teams im zweiten Abschnitt, in dem die Führung achtmal wechselte, den Zuschauern nur schwer verdauliche Hausmannskost.
Mit neun Punkten in Folge sorgte Louis Olinde zu Beginn des dritten Viertels erstmals für eine zweistellige Führung des Meisters. Mit seinem aggressiven Spiel rüttelte der 20-Jährige seine Teamkollegen, die nun den Ball wesentlich besser bewegten, wach. Mit einem 14:0-Lauf, zu dem Olinde weitere sieben Punkte beisteuerte, zogen die Bamberger auf 62:39 davon. Der Tabellenzwölfte aus Niedersachsen, für den es in dieser Partie um nichts mehr ging, war nun angezählt und musste den Gegner gar auf 30 Punkte Unterschied davonziehen lassen (75:45). Mit 34:10 entschieden die Gastgeber den dritten Abschnitt für sich, die Hälfte der Punktzahl ging auf das Konto von Olinde.
Nach dieser Gala mussten die Zuschauer fast fünf Minuten auf den nächsten Bamberger Korberfolg warten. Da aber auch die Braunschweiger nur einmal trafen, änderte sich am Abstand kaum etwas. Bei beiden Teams war nun merklich die Luft raus, zumal beide Trainer ihre Leistungsträger vom Feld nahmen. Tosender Beifall brandete aber doch noch einmal auf. als Olinde 50 Sekunden vor der Schlusssirene auf die Bank beordert wurde.


Die Statistik

Brose Bamberg -
Löwen Braunschweig 82:55

(21:20, 20:14, 34:10, 9:12)
Bamberg Olinde (19 Punkte/2 Dreier), Lo (16/2), Hackett (9/1), Hickman (8/2), Wright (8/2), Musli (8), Rubit (7/1), Nikolic (5/1), Radosevic (2), Staiger, Edigin
Braunschweig Klepeisz (10/1), Landsdowne (9), Eatherton (8), Schwartz (7/1), Nawrocki (5), Figge (5/1), Ebert (4), Lagerpusch (3), Morse (2), Alte (2)
SR Panther, Gutting, Fingerling
Zuschauer 6150
Gesamtwurfquote Bamberg 55 Prozent (30 Treffer/55 Versuche), 35 Braunschweig (22/63)
Dreierquote Bamberg 46 Prozent (11/24), Braunschweig 17 (3/18)
Freiwurfquote Bamberg 61 Prozent (11/18), Braunschweig 73 (8/11)
Rebounds Bamberg 36 (33 defensiv/3 offensiv), Braunschweig 35 (26/9)
Ballgewinne/-verluste Bamberg 3/12, Braunschweig 5/ 14
Assists Bbg. 21 / Braunschw. 13
Fouls Bbg. 15 / Braunschw. 25