Die Bamberger gewinnen überraschend bei den bislang unbesiegten Zerbstern und haben nun wieder die Chance auf den Vizetitel.
Mit einer sensationellen Leistung von 3916 Kegeln hat es der SKC Victoria
Bamberg geschafft, den haushohen Favoriten und deutschen Kegelmeister SKV Rot-Weiß Zerbst auf dessen Heimbahn mit 5,5:2,5 Mannschaftspunkten (MP) zu besiegen. Die Zerbster ihrerseits mussten sich mit 3793 Kegeln zufrieden geben. Der überragende Akteur war Dominik Kunze, der mit 692 Holz eine neue persönliche Bestleistung auf die Bahn legte. Aber auch der Rest der Bamberger Mannschaft brachte durch die Bank super Leistungen.
Dabei hatte der Tag für den SKC Victoria äußerst schlecht begonnen. Durch miserables Wetter und zahlreiche Verkehrsunfälle kam das Bamberger Team zu spät in Zerbst an, so dass das Spiel erst 45 Minuten später beginnen konnte. Aber auch einigen Zerbster Spielern erging es so.
Beim Blick auf die Aufstellung der Hausherren setzte der Gast alles auf eine Karte. So spielten am Start Sebastian Rüger gegen Jürgen Pointinger und Nicolae Lupu gegen den "Kegler des Jahres", Mathias Weber. Durch einige verunglückte Würfe verbaute sich Rüger ein noch höheres Ergebnis als seine 599 Kegel, mit denen er Pointinger (657) mit 1:3 Satzpunkten (SP) unterlag. Lupu musste zu Beginn auch einem Rückstand gegen Weber hinterherlaufen, da er mit 157:173 unterlag. Doch danach kam der Routinier auf Touren und glich zunächst mit 175:161 zum 1:1 aus, ehe er sich mit einem 169:157 die 2:1-Führung erspielte. Da Lupu auch den letzten Satz mit 160:153 gewann, ging auch der MP mit 3:1 SP und 661:644 Holz an den Bamberger, der damit zum 1:1 ausglich. Zerbst führte nur mit 41 Kegeln.
Mannschaftspunkt wird geteilt
In der Mittelpaarung trafen Florian Fritzmann auf Thomas Schneider und Cosmin Craciun auf Uros Stoklas. Bambergs Kapitän Fritzmann entriss seinem Gegner noch den ersten Satz mit 161:156, da ihm kurz vor Ende ein Neuner gelang. Und auch Satz 2 ging mit 172:154 an den SKC Victoria. Danach verkürzte Schneider glücklich mit 166:164 auf 2:1. Nun schaukelten sich beide Kontrahenten gegenseitig hoch. Am Ende sicherte sich Schneider mit 175:154 den 2:2-Ausgleich, aber für den MP reichte es nicht mehr. Der wurde geteilt, da beide Spieler 651 Kegel erzielten.
Im anderen Duell kam Stoklas durch ein 165:143 deutlich besser aus den Startlöchern. Craciun schlug jedoch postwendend zurück und glich mit 171:154 zum 1:1 aus. Der dritte Satz ging mit 166:165 erneut knapp an Stoklas. Im letzten Satz sah es zunächst nach einem lockeren Sieg von Stoklas aus, doch Craciun kämpfte sich durch gute Anwürfe im Abräumen zurück. Ein Achter mit der vorletzten Kugel verhinderte dann aber den Erfolg. Zwar konnte der Bamberger mit 168:153 zum 2:2 ausgleichen, der MP ging aber mit 648:647 an Stoklas. So stand es nach vier Duellen 2,5:1,5 für Zerbst bei einer Führung von 42 Kegeln für den Meister.
Doch das Bamberger Schlussduo, bestehend aus Christian Wilke und Dominik Kunze, glaubte gegen die Routiniers Timo Hoffmann und Boris Benedik an den Erfolg und legten entsprechend motiviert los. Wilke setzte den ersten Paukenschlag, als er mit zehn Würfen 80 Holz erzielte. Am Ende gewann er den ersten Satz mit 168:142. Da auch Kunze nach einem super Abräumen mit 171:168 gewann, schmolz der Zerbster Vorsprung auf nur noch 13 Kegel. Im nächsten Satz bot Hoffmann dem stark spielenden Wilke Paroli, doch am Ende siegte erneut der Bamberger mit etwas Glück und baute die Führung mit einem 164:163 auf 2:0 aus.
Kunze spielte parallel wie aus einem Guss und siegte gegen Benedik erneut mit 179:146. Nun führte Bamberg erstmals, und es wurde ruhig in der voll besetzten Kegelbahn. Nach weiteren zwei Würfen musste die Partie wegen eines Bahndefekts unterbrochen werden. Nach 25 Minuten ging es dann doch weiter, und die Bamberger kamen besser ins Spiel zurück. Wilke siegte erneut gegen Hoffmann (160:140), und auch Kunze rang Benedik mit 172:135 nieder. Beide MP waren eingefahren und die Führung auf unglaubliche 79 Kegel ausgebaut.
Nun wechselte Zerbst gleich doppelt und brachte Seitz für Benedik und Weiß für Hoffmann. Beide Wechsel verpufften, da die zwei Bamberger weiter auf hohem Niveau spielten. Wilke sicherte sich mit einem 174:154 auch den vierten SP und siegte mit 666:599. Auch Kunze zeigte weiter Kegelsport vom Feinsten. Mit 170:145 ging dieser letzte Satz ebenfalls an den Bamberger, der mit insgesamt 692:594 Holz gewann und damit auch eine neue persönliche Bestleistung auf die Bahnen zauberte. Der von vielen nicht für möglich gehaltene Erfolg der Bamberger war Realität geworden.
Mit 5,5:2,5 MP und einen Gesamtergebnis von 3916:3793 zeigte der Gast eine Weltklasseleistung, die noch keine gegnerische Mannschaft in Zerbst auf die Bahnen gebracht hat. Kurioses am Rande: DKBC-Sportdirektor Seitz stand mit den Silbermedaillen in Staffelstein, um die Ehrung für den Vizemeister vorzunehmen, da niemand an den Erfolg der Bamberger in Zerbst glaubte. So hat nun der SKC Victoria am letzten Spieltag die Chance, die deutsche Vizemeisterschaft im Heimspiel gegen den KC Schwabsberg einzufahren.
maha
Die Statistik
SKV Rot Weiß Zerbst -
SKC Victoria Bamberg 2,5:5,5
(8:16 Satzpunkte / 3793:3916 Holz)
Pointinger - Rüger 3:1 (657:599)
Weber - Lupu 1:3 (644:661)
Schneider - Fritzmann 2:2 (651:651)
Stoklas - Craciun 2:2 (648:647)
Hoffmann/Weiß - Wilke 0:4 (599:666)
Benedik/Seitz - Kunze 0:4 (594:692)