Rasta Vechta bleibt für die Bamberger Basketballer ein Angstgegner. Am Freitagabend unterlag der ehemalige Serienmeister bei den Niedersachsen mit 82:90 (36:39). Von den letzten zehn Spielen gingen somit sieben an die Rastaner. Besonders bitter diesmal für die Oberfranken: Vechta kämpft derzeit nicht wie in den vergangenen Jahren um eine gute Play-off-Platzierung, sondern war bis dato sieglos Bundesliga-Schlusslicht.

In Bamberg gerät das ausgerufene Ziel, unter den besten vier Teams der Liga zu landen, angesichts von 10:14 Punkten außer Sichtweite. Eine Pause gibt es für die müden Bamberger nicht. Bereits am Dienstag (20 Uhr) geht es für die Mannschaft von Trainer Johan Roijakkers weiter. In der Champions League erwartet man die Basken aus Bilbao. Der Niederländer meinte hinterher: "Wir hatten heute weder den Kopf noch die Beine, um zu rebounden und zu verteidigen. Das war der Grund für die Niederlage."

Bundesliga

Rasta Vechta - Brose Bamberg 90:82

(20:19, 19:17, 26:23, 25:23)

Das Duell der Hundt-Brüder stand in der 14. Partie zwischen Vechta und Bamberg im Fokus. Zum direkten Aufeinandertreffen kam es in der 12. Minute. Der Vechtaer Jannes (24) wurde eingewechselt und bekam es mit seinem Bruder Bennet (22) zu tun, der bei seinem ersten Zug zum Korb keinen Erfolg hatte.

Bis dahin boten beide Teams ein zerfahrenes erstes Viertel. Die Bamberger versuchten es zu oft im Eins-gegen-eins. Der Ball lief eher schleppend durch die Reihen. Die Gastgeber begannen nervös und erlaubten sich viele Ballverluste. Doch die Niedersachsen agierten mutig und blieben nach der Bamberger 11:6-Führung durch Christian Sengfelder dran. Durch ihr pomadiges Auftreten in Angriff wie Abwehr bauten die Oberfranken die mit dem Rücken zur Wand stehenden Gastgeber auf.

Vechtas Trainer unter Druck

Besonders Rasta-Trainer Thomas Päch stand nach einem Interview von Rasta-Geschäftsführer Stefan Niemeyer unter Druck, der vom Mittel des Trainerwechsels sprach, "wenn es uns noch mal die Chance eröffnet, in der Liga zu bleiben". Eine Trennung von Päch wäre für Niemeyer trotzdem "eine menschliche Katastrophe".

Die wollte Pächs Team offensichtlich mit großem Einsatz verhindern. Vechta drehte den Spieß um, ging mit 20:19 (erstmals in dieser Saison nach dem ersten Viertel) in Führung. Bamberg zog bis zum Schluss nicht mehr vorbei. Nach einem Dreier von Rasta-Kapitän Josh Young zum 31:22 (14.) nutzten die Gäste ein unsportliches Foul an Sengfelder zu fünf Punkten. Kenneth Ogbe, der erneut in der Startformation stand, hielt mit Devon Hall (je neun Punkte bis zur Pause) die Bamberger auf Tuchfühlung, während die Langen der Bamberger, David Kravish und Chase Fieler, im Schatten ihrer Gegenüber standen. Vechta blieb aber bis zur Pause vorn (39:36), da die Trefferquote der Heimmannschaft vor allem bei den Dreiern (7 von 13) sehr stark war.

Mit 13 Punkten in Rückstand

Schnell stellten Hall und Sengfelder nach dem Seitenwechsel den Ausgleich (42:42) her, doch Vechta witterte Morgenluft und antwortete mit einem 17:4-Lauf (26.) zum 59:46. Nun ging es nur noch über den Kampf. Michele Vitali mit zwei und Lockhart mit einem Dreier verkürzten auf 57:59. Die Rastaner erarbeiteten sich allerdings immer wieder zweite Wurfchancen und hielten dank ihrer starken Quote von der Dreierlinie (53 Prozent) ihren Gegner auf Distanz.

Auch wenn im Schlussabschnitt die Bamberger Trefferquote zunächst besser wurde, die mangelnde Energie und damit verbunden die fehlende Aggressivität in der Defensive ließ keine Aufholjagd wie zwei Tage zuvor in Ulm mehr zu. Vechta, das das Reboundduell mit 36:26 für sich entschied, zitterte sich zwar über die Ziellinie, ließ bis 64 Sekunden vor dem Ende (85:82) die Tür für Bamberg noch offen, aber ein Offensivfoul des erneut guten Ogbe beendete die letzten Hoffnungen.

"Wir haben Vechta nicht unterschätzt", meinte Lockhart hinterher. "Wir haben nicht die Energie über vier Viertel aufs Feld gebracht, darunter litt dann das Teamspiel."

Spieler des Spiels

Dominic Lockhart traf vier Dreier bei sieben Versuchen (14 Punkte) und lenkte zusammen mit Topscorer Devon Hall (18) das Spiel. Zwei Rebounds, drei Assists und ein Ballgewinn (0 Ballverluste) runden seine Leistung positiv ab.

Die Statistik

Vechta: Salumu (25 Punkte/2 Dreier), Young (16/4), Clifford (14), Christen (12/4), Barnett (6/2), Hasbargen (6/2), Vorhees (5/1), Rohwer (4), Iroegbu (2), J. Hundt

Bamberg: Hall (18/2), Lockhart (14/4), Sengfelder (14/1), Ogbe (13/3), Vitali (11/2), Kravish (8), Fieler (4), Odiase, B. Hundt

Schiedsrichter: Matip, Kovacevic, Kattur

Zuschauer: keine

Gesamtwurfquote: Vechta 53 Prozent (31 Treffer/58 Versuche), Bamberg 46 (29/63)

Dreierquote: Vechta 56 (15/27), Bamberg 36 (12/33)

Freiwurfquote: Vechta 81 (13/16), Bamberg 86 (12/14)

Rebounds: Vechta 36 (26 defensiv/10 offensiv), Bamberg 26 (19/7)

Ballgewinne/-verluste: Vechta 4/12, Bamberg 4/7

Assists: Vechta 22 / Bamberg 21

Fouls: Vechta 18 / Bamberg 18