Am vergangenen Samstag stand Matthias Kühhorn im Bamberger Lokalderby der Fußball-Bayernliga Nord noch im Tor der DJK. Am Montagnachmittag wurde dann sein Wechsel zum FC Eintracht eingeleitet. Dies bestätigte der Vorsitzende des FCE, Mathias Zeck, gestern unserer Zeitung.

Der FCE und Kühhorn hatten, wie wir damals berichteten, bereits vor einigen Wochen über einen möglichen Wechsel gesprochen. Damals wurde nichts daraus. "Wir sind da ohne ein böses Wort auseinander gegangen, und als sich jetzt die Möglichkeit ergeben hat, dass der Wechsel doch noch klappt, haben wir das in unserer Situation auch gemacht", erklärte Zeck gestern. Mit Kristijan Ivkic, Philipp Ullein und Sebastian Zenk sind momentan drei Schlussleute des FC Eintracht längerfristig verletzt. Der FCE hofft nun, die Spielberechtigung für seinen neuen Schlussmann bis zum Punktspiel am Samstag in Großbardorf zu erhalten.


Aus der Kreisliga, aber höherklassig erfahren

Die DJK hat ihrerseits ebenfalls einen neuen Torwart verpflichtet. Vom Kreisligisten TSV Breitengüßbach kommt Sascha Haupt, der bereits beim FC Sand und SV Memmelsdorf in höheren Klassen Erfahrung gesammelt hat.
DJK-Abteilungsleiter Johannes Folter erklärte, der Verein konnte und wollte Kühhorn keine Steine in den Weg legen. "Er sah offenbar keine Basis mehr für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, wobei die meiner Meinung nach schon gegeben war. Letztlich war es seine Entscheidung", sagte er.

Danach habe der Verein schnell reagieren müssen, um Ersatz zu finden. Den Vorwurf, dass sich die DJKler in dieser Frage egoistisch verhalten haben, "müssen wir uns gefallen lassen. Aber es war nicht anders möglich. Natürlich ist der TSV Breitengüßbach jetzt der Leidtragende. Aber er hat ja noch einen guten Torwart. Ich hoffe trotzdem, dass wir uns irgendwann wieder die Hand geben können."


Schnelle Entscheidung innerhalb von zwei Stunden

Haupt erklärte unserem Partnerportal anpfiff.info gegenüber, dass er sich innerhalb von zwei Stunden entschieden habe, das kurzfristige Angebot, wieder höherklassig zu spielen, anzunehmen. Dass die Breitengüßbacher darüber nicht gerade erfreut sind, sei ihm klar: "Mir tut das auf der einen Seite natürlich leid, aber das Angebot und diese Möglichkeit kamen eben sehr spät. Dass ich sie ergriffen habe, war für mich eine rein sportliche Entscheidung. Ich habe mich in Breitengüßbach richtig wohlgefühlt und wünsche dem Team und dem Verein natürlich weiterhin viel Erfolg."

Die Breitengüßbacher setzen in der Kreisliga verschiedene Torhüter ein, was Haupt die Entscheidung für einen Wechsel sicher leichter gemacht hat. Doch dies, so der Vorsitzende des TSV Breitengüßbach, Stefan Neubauer, habe Haupt gewusst, bevor er vor der Saison zum Verein kam. "Unser anderer Torwart ist nicht immer da, weil er Schichtdienst hat."

Neubauer zeigte sich "schwer enttäuscht" vom Spieler, der seine Zusage nicht eingehalten habe, und der DJK Bamberg: "Die höherklassigen Vereine haben ja eine gewisse Verantwortung. Und wenn man wenige Stunden vor Ende der Wechselfrist einem anderen Verein einen Spieler wegholt, dann ist das kein verantwortungsvolles Handeln", sagte er.