Auch die Brose Baskets konnten den Express der "Eisenbahner" aus Kuban Krasnodar nicht stoppen. Der Bundesliga-Spitzenreiter aus Bamberg war aber nach einer starken Vorstellung nah dran und verlor am Mittwochabend das Achtelfinal-Hinspiel gegen das russische Starensemble knapp mit 78:80 (37:47). Der heiße Anwärter auf den Titel in diesem zweithöchsten europäischen Wettbewerb feierte in der Brose Arena im 17. Eurocup-Spiel in dieser Saison den 17. Erfolg und will natürlich am nächsten Dienstag (19 Uhr) in heimischer Halle gegen die Mannschaft von Andrea Trinchieri den Einzug ins Viertelfinale perfekt machen. Doch Elias Harris hat etwas dagegen: "Das war ein gutes Spiel. Wir fliegen auf jeden Fall nach Russland und werden alles geben, um zu gewinnen - am besten mit drei Punkten Unterschied."

Wer gehofft hatte, der hohe Favorit aus Krasnodar würde die Brose Baskets unterschätzen, wurde schnell enttäuscht. Die "Loko", wie der Klub in Russland genannt wird, lief von Beginn an auf Volldampf. Unter der Regie von Ex-Bayern-Star Malcolm Delaney hatten sich die Gäste bereits nach fünf Minuten einen Zehn-Punkte-Vorsprung herausgespielt, wobei sich vor allem Anthony Randolph ungemein treffsicher präsentierte. Die aggressive Verteidigung von Krasnodar zeigte Wirkung bei den Hausherren, die aber auch zu viel Respekt vor den großen Namen zeigten. Die Bamberger taten sich schwer den Ball zu bewegen, weil die Russen immer in den Passwegen standen und nach ihren Ballgewinnen blitzschnell umschalteten.

Im zweiten Viertel kämpften sich die Bamberger dann aber in die Partie und drückten den Rückstand, der teilweise 15 Zähler betragen hatte, wieder in den einstelligen Bereich. Vor allem Dawan Robinson lenkte das Spiel in die richtigen Bahnen und wurde dabei von Janis Strelnieks unterstützt. Kurz vor der Pause packte dann auch Trevor Mbakwe beherzt zu und sorgte dafür, dass die Hausherren "nur" mit einem 37:47-Rückstand in die Kabine gingen.

Die Frankenhölle brennt

Nach der Pause ließen dann sehr zur Freude der 6800 Freaks in der Arena Brad Wanamaker und Elias Harris die Muskeln spielen. Mit einem 12:4-Lauf, zu dem Wanamaker acht Zähler beisteuerte, kam der Gastgeber bis auf 49:51 heran. Viereinhalb Minuten dominierten die Brose Baskets mit ihrer aggressiven Verteidigung die Partie. Doch dann kam der Lok-Express wieder ins Rollen: Mit einem 9:0-Lauf innerhalb von 110 Sekunden zog Krasnodar auf 60:49 weg. Beim 57:64 vor den letzten zehn Minuten war aber noch alles drin.

6:40 Minuten vor dem Ende präsentierte sich die Frankenhölle als Tollhaus: Janis Strelnieks und Ryan Thompson hatten mit ihren Dreiern die Partie gedreht, der Außenseiter lag plötzlich mit 70:65 vorn. Doch nach drei Bamberger Ballverlusten hatten die Gäste wieder Oberwasser. Es entwickelte sich ein Krimi, in dem die Russen hauchdünn die Oberhand behielten. Aber der sechsmalige deutsche Meister hat sich toll geschlagen und die Sensation nur knapp verpasst. Und wer die Bamberger kennt, weiß, dass sie am kommenden Dienstag alles versuchen werden, die Zwei-Punkte-Hypothek wettzumachen.

Die Statistik

Brose Baskets Bamberg - Kuban Krasnodar 78:80
(15:27, 22:20, 20:17, 21:16)
Bamberg Strelnieks (15 Punkte/3 Dreier), Thompson (14/2), Wanamaker (14/1), Harris (11), Mbakwe (9), Robinson (9), Theis (4), Tadda (2), Bagaric, Obst
Krasnodar Simon (20), Randolph (15/3), Brown (10), Kurbanov (9/1), Kalnietis (8/1), Hendrix (8), Delaney (7), Grigoryev (3/1), Voronov, Zubkov
SR Garcia Gonzalez (Spanien),
Shemmesh (Israel), Hordov (Kroatien)
Zuschauer 6800 ausverkauft
Gesamtwurfquote Bamberg 48 Prozent (28 Treffer/58 Versuche), Krasnodar47 (26/55)
Dreierquote Bamberg 35 Prozent (6/17), Krasnodar 37 (7/19)
Freiwurfquote Bamberg 89 Prozent (16/18), Krasnodar 78 (21/27)
Rebounds Bamberg 30 (22 defensiv/8 offensiv), Krasnodar 29 (20/9)
Ballgewinne/-verluste Bamberg 10/16, Krasnodar 7/16
Assists Bamberg 14 / Krasnodar 15
Fouls Bamberg 28 / Krasnodar 22