Nach dem überzeugenden ersten Erfolg in dieser Saison der Mädchen-Bundesliga (WNBL) bei der SG Rosenheim/Wasserburg (82:61) haben die U17-Basketballerinnen der DJK Brose Bamberg (4.) auch in einer umkämpften Partie gegen den Chemnitzer Leistungsstützpunkt (5.) mit 67:54 (16:16, 18:9, 21:17, 12:12) die Oberhand behalten. Mit dem zweiten Sieg im vierten Match der Vorrunde hielt die Mannschaft von Trainer Ulf Schabacker in einer ausgeglichenen Staffel Südost Anschluss an einen der ersten drei Tabellenplätze, die die Qualifikation für die Hauptrunde bedeuten.

Vor allem mannschaftliche Geschlossenheit sorgte für den erfreulichen Auftritt gegen den sächsischen Bundesliga-Nachwuchs, die ChemCats Chemnitz. 40 konzentrierte Spielminuten lieferten die Schabacker-Schützlinge ab. Der stete Druck auf den Chemnitzer Ballvortrag sorgte für diverse Ballgewinne. Die ChemCats kamen kaum zu einem geordneten Spielaufbau. Die Leistungsträgerinnen der DJK sammelten alle zwischen fünf und 13 Punkten. Nach ihrem Debüt in Rosenheim durfte mit Nina Kühhorn auch die mit 13 Jahren aktuell Jüngste im Bamberger WNBL-Kader Bundesligaluft in der Gereuther Baskidhall schnuppern. Sarah Spiegel verbuchte in der 29. Min. ihre ersten WNBL-Punkte.

Unterhaltsam gestaltete sich der Start des spannenden Heimspiels gegen Chemnitz, die Führung im Verlauf der ersten zehn Spielminuten wechselte fünf Mal. Zwar erarbeiteten sich die jungen Sächsinnen dann durch diverse "Penetrations" sowie gute Anspiele nochmals einige gelungene Abschlüsse, allerdings verteidigten die DJK-Korbjägerinnen ab Spielminute 11 bis hin zum finalen Signal ihren hart erarbeiteten Vorsprung tapfer. Erstmalig wirklich absehbar erschien der positive Spielausgang Mitte des dritten Viertels, als auf das frühe foulbedingte Ausscheiden der Chemnitzer Aufbauspielerin Marlene Reimann, zugleich zweitbeste Punktesammlerin und Distanzschützin ihres Teams, ein 8:0-Lauf der oberfränkischen Youngster folgte sowie die höchste Führung (53:36).

Bedingt durch die nicht nachlassenden Verteidigungsbemühungen und weiter fokussierte Herangehensweise fand dieser gelungene Auftritt dann letztlich sein i-Tüpfelchen darin, dass keines der vier Viertel verloren ging. Mäßig war allenfalls die Ausbeute von der Dreierlinie. Einer von neun Versuchen der DJK-Talente landete im Korb.
DJK Brose Bamberg: Landwehr (13), Gese (10), An. Hartmann (10), Hager (8), Goller (7/1 Dreier), Barth (6), Distler (6), J. Förner (5), Spiegel (2), N. Kühhorn, Kaufmann, Weinkauf

In eigener Sache

Mindestens so stark wie die Jungs!

von Michael Schwital

"Wie Mädchen gespielt." Diese Überschrift trug am Montag unser Bericht über die 67:91-Pleite der Baunacher ProA-Basketballer in Essen. Was die Leistung der talentierten Young Pikes beschreiben sollte, sah so manche Mutter, so mancher Vater wohl als Beleidigung der sportlichen Tochter an. So war das nicht gedacht.
Schon längst müssen sich die jungen Basketballerinnen in der Stadt des deutschen Herrenmeisters nicht mehr verstecken, das Bamberger Mädchenkonzept kann geradezu en masse mit Bayernauswahl- und Jugendnationalspielerinnen aufwarten. Ramona Hesselbarth, Julia Förner und Magdalena Landwehr seien hier stellvertretend genannt. Sie und alle talentierten Hoffnungen in den Leistungsmannschaften der Altersklassen U13, U15 und U17 beweisen Woche für Woche in harten Trainingseinheiten und bei den Spielen ihre Stärke und ihr Können. In Bayern und darüber hinaus sind sie spitze, in der Mädchen-Bundesliga (WNBL) fassen sie Fuß. Die Empfindsamkeit, nicht oder falsch gewürdigt zu werden, scheint fehl am Platz. Selbstbewusstsein darf stattdessen herrschen.
Schlechte Stimmung nun zwischen den jungen ProA-Spielern aus Baunach und den Altersgenossinnen in Sachen Basketball? Wohl eher nicht. Man kennt sich allgemein gut bis sehr gut. Das ist im Sport und unter jungen Leuten so, engere Freundschaft nicht ausgeschlossen. Mitunter wird gar miteinander trainiert, die gegenseitige Wertschätzung ist gewiss. Um den Leistungsunterschied festzumachen, lohnt kein sportlicher Vergleich auf dem Parkett zwischen Liga ProA und WNBL. Gleichwohl braucht es kein Angefressensein, weder bei den Mädchen, die für den Vergleich herhalten mussten, noch bei den Baunachern oder gar Funktionären.
Der Schreiber dieser Zeilen ist selbst Vater einer motivierten Basketballerin im Alter einer Heranwachsenden. Sie quittierte die Überschrift mit einem amüsierten Lächeln. Das stünde vielleicht auch dem Trainer oder dem Vereinsverantwortlichen besser zu Gesicht, der ob dieser Petitesse gleich sein ganzes segensreiches Engagement zum Wohle des Nachwuchses in Gefahr sah. Jetzt stehen Weihnachtsfeiern an, keine Feldzüge wegen vermeintlich schlechter Behandlung. Eine besinnliche Adventszeit!