Nach der Umgruppierung in die Nordwest-Staffel spielen die Memmelsdorfer in der neuen Heimat eine gute Rolle. Sorgen bereiteten bislang allerdings das Verletzungspech und die Ladehemmung von Torjäger Sperlein.
Zur Winterpause belegt der SV Memmelsdorf in der Fußball-Landesliga Nordwest mit 33 Punkten den fünften Tabellenplatz. Die Truppe von Trainer Gerd Schimmer liegt damit im Soll, wenngleich etwas mehr drin gewesen wäre. Aber enttäuscht sind die Verantwortlichen nicht. Die Saison ist für die Oberfranken beileibe noch nicht gelaufen. Bei noch 13 ausstehenden Spielen beträgt der Rückstand auf Platz 2 und den dort platzierten SV Alemannia Haibach sechs Punkte.
Einige Sorgen bereitete allerdings Torjäger Dominik Sperlein, der in den letzten Wochen unerklärliche Ladehemmung hatte. Am Saisonende wird sich beim SVM einiges bewegen. Für Trainer Gerd Schimmer und seinen spielenden Co-Trainer Dominik Sperlein ist - wie berichtet - dann Schluss. Auch auf Funktionärsebene wird es Veränderungen geben. Als neuer Sportlicher Leiter steht Kevin Ray fest.
Im Sommer traf etwas überraschend die Nachricht in Memmelsdorf ein, dass der Bayerische Fußball-Verband (BFV) bei seiner Einteilung der fünf Landesligen den SV Memmelsdorf zusammen mit dem 1. FC Lichtenfels, SV Friesen, FC Coburg und dem Aufsteiger VfL Frohnlach fünf Klubs aus Oberfranken in die Landesliga Nordwest eingeteilt hat. "Es war für uns zunächst nicht einfach, die Liga einzuschätzen, denn es hat sich ja doch einiges geändert. Wir sind aber mit dem Ziel Platz eins bis fünf in die Saison gegangen. Nun sind wir in der Winterpause Fünfter, liegen damit im Soll und können zufrieden sein. Wir haben sogar noch Tuchfühlung zu Platz zwei, der noch in Reichweite ist. Es ist also bei einem guten Verlauf der Restrückrunde noch einiges möglich. Denn es sind ja schließlich noch 39 Punkte zu vergeben”, zeigt sich SVM-Coach Schimmer einerseits zufrieden. Er ist zugleich auch zuversichtlich, was die letzten drei Monate ab März angeht. Immerhin hielt sich seine Elf bis auf die Spieltage 2 und 3 immer auf einem einstelligen Tabellenplatz auf. Die Mannschaft pendelte zwischen den Positionen sechs und drei hin und her.
Großes Verletzungspech
Ein gravierendes Problem gab es allerdings, und das war die große Verletztenmisere: "Es hat nur wenige Spieler gegeben, die überhaupt nicht betroffen waren”, sagt Schimmer, der sein Team immer wieder umbauen musste, was auf Kosten der Konstanz ging. Wladislaw Nikiforow zog sich einen Kreuzbandriss zu und kam noch zu keinem Einsatz. Dominic Leim und Nicolai Schwinn mussten lange passen, und auch die Muskelverletzungen bei Oliver Kratz und Fabian Baumüller waren langwierig. Zudem laborierte Sebastian Ruschig an einem Bandscheibenvorfall.
Schimmer lobt die Mannschaft grundsätzlich: "Der große Zusammenhalt war herausragend, das hat zum Erfolg beigetragen. Damit konnten auch die personellen Probleme oftmals kompensiert werden.” Steigerungspotenzial sei aber vorhanden: "Wir brauchen etwas mehr Cleverness und mehr Ruhe am Ball. Dann können wir noch mehr erreichen”, weiß der SVM-Trainer.
Rückblickend war eines besonders positiv: Der SV Memmelsdorf fügte dem souveränen Tabellenführer und Neuling Vatan Spor Aschaffenburg mit dem 3:1-Sieg die bisher einzige Saisonniederlage zu: "Das war mit Sicherheit ein Highlight, auf das wir stolz sind”, freut sich Schimmer.
Sperlein trifft nicht mehr
Ein Problem gibt es allerdings. Dominik Sperlein, der mit 34 Treffern in der vorigen Saison zusammen mit Andreas Hohlenburger vom SC Eintracht Freising bester Torschütze aller fünf Landesligen gewesen ist, hat in der laufenden Spielzeit in 20 Partien erst siebenmal getroffen. Den letzten Sperlein-Treffer gab es beim 4:1-Sieg beim ASV Rimpar am 7. September, als der 28-Jährige doppelt traf. Seither herrscht Flaute beim einstigen Knipser vom Dienst.