Wenn es ums Thema Nationalspieler geht, ist Brose Bamberg Tabellenführer. Kein anderer Bundesligist stellt im aktuellen Nationalmannschaftsfenster mehr Spieler ab als der neunfache Meister. Während das Quartett Christian Sengfelder, Dominic Lockhart, Bennet Hundt und Kenneth Ogbe mit dem DBB-Tross ins französische Pau reiste, weilt Michele Vitali für eine Woche mit dem italienischen Nationalteam in der estnischen Hauptstadt Talinn.

Die zahlreichen Nominierungen sieht Philipp Galewski, Geschäftsführer von Brose Bamberg, mit einem lachenden und einem weinenden Auge. "Einerseits ist es für die Spieler natürlich eine gewisse Ehre, und es ist auch gut, dass sie mal etwas anderes sehen und vielleicht sogar einen Push bekommen", erklärt der 34-Jährige. "Andererseits halte ich - unabhängig von Corona - den Qualifikationsmodus weiterhin für Quatsch. Deutschland ist als Gastgeber bereits qualifiziert, muss aber trotzdem die Qualifikation spielen, da blickt keiner durch."

Die ursprünglich für 2021 geplante Europameisterschaft soll nach der Olympia-Verschiebung nun im September 2022 stattfinden. Mit Deutschland, Georgien, Italien und Tschechien sind die vier Ausrichter für das Turnier gesetzt, nehmen aber "außer Konkurrenz" an der Quali teil. "Da muss man sich schon fragen, ob es der Aufwand wert ist. Wir versuchen hier die bestmöglichen Hygienekonzepte zu erarbeiten und schicken dann die die Spieler ohne Not durch die unterschiedlichsten Länder."

Das deutsche Quartett wird nach dem Spiel am Sonntag gegen Frankreich am kommenden Montag in Bamberg zurückerwartet, Vitali, der noch am Montag gegen Russland im Einsatz ist, erst am Dienstag.

Frankenderby wird verlegt

Das ursprünglich für Donnerstag, 3. Dezember, angesetzte Frankenderby zwischen Bamberg und Würzburg wird auf Mittwoch, 16. Dezember, (20.30 Uhr, Brose Arena) verlegt. Darauf haben sich die beiden Vereine auf Initiative der Liga geeinigt. Hintergrund: Die fünf Nationalspieler wären aufgrund der pandemiebedingten Rückreise-, Test- und Quarantänebestimmungen nicht rechtzeitig einsatzbereit gewesen. Das nächste Pflichtspiel für das Brose-Team findet somit am Nikolaustag in Gießen statt.

Aber selbst bis dahin wird Trainer Johan Roijakkers seinen kompletten Kader nur für wenige Trainingseinheiten zur Verfügung haben. "Aktuell können wir nur 5 gegen 0 spielen, womit man aber die Defense schlecht trainieren kann", stellt Galewski augenzwinkernd fest, verliert aber auch die positiven Aspekte des Nationalfensters nicht aus dem Auge. "Ein Vorteil für uns ist sicher, dass die Rehamaßnahmen von Tyler Larson in diese Phase fallen." Eine seriöse Prognose, wann mit der Rückkehr des Co-Kapitäns zu rechnen ist, könne man aufgrund der Art der Verletzung (Achillessehnenverletzung) nicht abgeben. Eine Nachverpflichtung sei aber im Moment kein Thema. Auch, weil der Geschäftsführer davon überzeugt ist, dass alle Akteure noch reichlich Potenzial nach oben haben.

Bei der Nationalspieler-Riege hofft Galewski vor allem, dass bei Sengfelder in Frankreich der Knoten platzt. "Chris spielt aktuell ohne Selbstvertrauen, doch dafür gibt es eigentlich gar keinen Grund. Er hat seine Sachen ja nicht verlernt, wie man beispielsweise bei seinem Dreier in Crailsheim gesehen hat. Dass er will, sieht man ja, vielleicht will er es etwas zu viel."