Die Brose Baskets sind heute (18.30 Uhr) in Hagen zwar haushoher Favorit - doch die Frage ist, welchen Stellenwert hat der Auftritt beim Tabellen-14. für den Bundesliga-Spitzenreiter zwischen den beiden Eurocup-Schlagerspielen gegen Lokomotiv Kuban Krasnodar. Am Mittwochabend nach der knappen 78:80-Niederlage gegen das Starensemble betonten zwar alle, dass man sich vor dem Rückspiel am Dienstag (18 Uhr) in Russland erst einmal auf die Aufgabe in der Hagener Enervie Arena konzentrieren müsse, doch im Hinterkopf ist sicher die Herkules-Aufgabe am Dienstag in der Nähe der Schwarzmeerküste.

"Wir müssen die mentale und körperliche Energie finden, um gegen Hagens außergewöhnliches Spielsystem bestehen zu können. Es ist unbedingt nötig voll konzentriert und am Boden zu bleiben. Jeder Spieler sollte wissen, dass uns ein hartes Stück Arbeit bevorsteht", warnt Bambergs Trainer Andrea Trinchieri vor den Feuervögeln.

Die Tatsache, dass seine Jungs das Hinspiel vor eigenem Publikum mit 97:75 klar gewonnen haben, aber auch die Negativserie der Feuervögel vor eigenem Publikum könnte aber dazu führen, dass man den Gegner im Unterbewusstsein auf die leichte Schulter nimmt. In heimischer Halle gewannen die Hagener in dieser Saison erst zwei Heimspiele (eins davon kampflos gegen Crailsheim).

Das 79:95 am letzten Wochenende gegen Ludwigsburg war bereits die zehnte Heimpleite am Ischeland in dieser Saison und löste herbe Kritik aus. "Wenn man das Gefühl hat, dass drei Spieler nicht richtig am Spiel teilgenommen haben, ist das nicht positiv", kritisierte Geschäftsführer Oliver Herkelmann in einem Bericht der WAZ die Einstellung der drei US-Profis Zamal Nixon, Todd Brwon und Dino Gregory.

Ingo Freyer, seit 2008 im Amt und damit derzeit dienstältester Bundesliga-Trainer, dagegen genießt trotz der Krise das volle Vertrauen. In dieser Woche wurde der Vertrag des 44-Jährigen bis 2017 verlängert.
Für Bambergs Neuzugang Darius Miller ist die Partie in Hagen auf jeden Fall eine ganz besondere, denn er trägt heute zum ersten Mal das Brose-Trikot mit der Nummer 6. Im Eurocup musste der Ex-NBA-Profi auf Grund fehlender Spielberechtigung am Mittwoch noch tatenlos zusehen. "Die Unterstützung durch die Fans hier ist wirklich großartig. Ich freue mich auf meinen ersten Einsatz in der Brose Arena", betonte der 2,03 Meter große Flügelspieler, der dem Bamberger Spiel noch mehr Athletik verleihen soll, nachdem Josh Duncan auf Grund seiner Knie-OP weiter fehlen wird.

Miller heiß auf das erste Spiel

"Ich werde versuchen, der Mannschaft zu helfen, wo es geht. Ich bin froh, dass es jetzt endlich losgeht und hoffe, dass wir auch am Samstag an die gute Leistung gegen Krasnodar anknüpfen. Natürlich wird in Europa ganz anders gespielt, als in der NBA. Es gibt andere Regeln, es wird viel physischer verteidigt, aber ich denke, es wird nicht lange dauern, bis ich mich daran gewöhnt habe", ist der Scharfschütze zuversichtlich bei seinem ersten Auftritt außerhalb der USA schnell Fuß zu fassen.