Zumindest in der Bundesliga behaupten sich die Brose-Basketballer in der Spitzengruppe: Nach zuvor vier Niederlagen im Dezember auf nationalem und internationalem Parkett, ließen die Bamberger nach dem Einzug ins Pokalhalbfinale einen zweiten Sieg folgen. Gegen die als Tabellenzweiter angereisten Ludwigsburger feierten die in dieser Saison heimschwachen Akteure von Trainer Roel Moors einen überraschenden 75:68 (43:24)-Erfolg und festigten Rang 4. Sollte jetzt am Montag (20.30 Uhr) auch noch eine kleine Sensation gegen den noch ungeschlagenen Meister Bayern München gelingen, würde der Jahresausklang 2019 doch noch versöhnlich stimmen.

Nach zwei Ballverlusten bei den ersten beiden Angriffen fingen sich die Hausherren schnell und ließen sich in der Folgezeit kaum von der aggressiven Ludwigsburger Ganzfeld-Verteidigung beeindrucken. Während die Gäste bei ihren schnellen Abschlüssen eine Fahrkarte nach der anderen schossen, fanden die kämpferisch starken Brose-Akteure immer wieder einen freien Werfer. Louis Olinde, der später nach einem Schlag ins Gesicht genäht werden musste, steuerte zum 11:4-Zwischenstand sieben Punkte bei.

Dann nutzten die Bamberger immer wieder geschickt ihre Größenvorteile am Brett: Assem Marei und Christian Sengfelder bauten die Führung nach klugen Anspielen über 16:4 bis auf 25:8 aus. Die Brose-Fans waren begeistert ob der starken Vorstellung ihrer Jungs. Viertelübergreifend starteten die Ludwigsburger, die in der ersten Halbzeit bei neun Versuchen nur einmal aus der Distanz trafen, einen 9:0-Lauf, doch Retin Obasohan und Kameron Taylor schlugen postwendend zurück und sorgten wieder für einen 35:17-Vorsprung. Nach zwei Offensiv-Rebounds der Schwaben griff Trainer Roel Moors schnell zu einer Auszeit - und die zeigte Wirkung: Seine Jungs verteidigten wieder engagiert, und nach einem Lee-Dreier ging der Gastgeber mit einer komfortablen 43:24-Führung in die Kabine. Die Trefferquoten von 61 Prozent aus dem Feld der Bamberger und nur 30 Prozent der Ludwigsburger spiegelten die Kräfteverhältnisse wider. Neuzugang Darion Atkins konnte bei seinen Kurzeinsätzen noch keine Akzente setzen.

Nach dem ersten 20-Punkte-Vorsprung zu Beginn kam der Brose-Motor kurz ins Stottern, Carrington brachte den Gast auf 33:47 heran. Der zurückgekehrte Olinde mit einem Dreier und einem krachenden Dunking stellte die Verhältnisse schnell wieder klar. Die Ludwigsburger ließen sich aber vom neuerlichen 19-Zähler-Defizit nicht beeindrucken und kämpften sich angeführt vom Ex-Baunacher Marcos Knight wieder heran und lagen vor den letzten zehn Minuten nur noch mit 47:57 hinten.

Der Spielfluss der ersten Halbzeit ging nun komplett verloren, so dass der Sengfelder-Dreier zum 62:49 wie eine Erlösung wirkte. Fünfeinhalb Minuten vor dem Ende war der Tabellenzweite aber bis auf sieben Punkte dran - würde sich das Brose-Unheil in der Schlussphase weiter fortsetzen? Der Einsatz stimmte, aber die Offensive stockte bedenklich. Lee und der starke Sengfelder sorgten aber unter dem Jubel der 6027 Fans 79 Sekunden vor Schluss für das 73:61 - der Sieg war trotz der Aufholjagd der Gäste perfekt.

Spieler des Spiels

Louis Olinde Das Bamberger Talent behält im Spitzenspiel trotz einer Platzwunde im Gesicht, die mit drei Stichen genäht werden musste, kühlen Kopf und sorgt mit wichtigen Punkten und drei spektakulären Blocks dafür, dass der Heimsieg gelingt. Mit 14 Punkten und sieben Rebounds war Olinde der effektivste Bamberger. kg

Die Statistik

Brose Bamberg - Riesen Ludwigsburg 75:68

(25:12, 18:12, 14:23, 18:21) Bamberg Marei (16 Punkte), Oline (14/1 Dreier), Sengfelder (13/1), Lee (10/2), K. Taylor (10/1), Obashohan (6), Atkins (4), Harris (2), Weidemann, B. Taylor Ludwigsburg Carrington (21/2), Knight (18/1), Smith (13/2), Wohlfarth-Bottermann (6), Wimbush (4), Weiler-Babb (2), Hukporti (2), Konga (2), Leissner, Brase SR Panther, Madinger, Kattur

Zuschauer 6027 Gesamtwurfquote Bamberg 47 Prozent (29 Treffer /62 Versuche), Ludwigsburg 36 (24/67)

Dreierquote Bamberg 21 Prozent (5/24), Ludwigsburg 24 (5/21) Freiwurfquote Bamberg 75 Prozent (12/16), Ludwigsburg 71 (15/21) Rebounds Bamberg 40 (28 defensiv/12 offensiv), Ludwigsburg 39 (22/17) Ballgewinne/-verluste Bamberg 2/13, Ludwigsburg 4/11

Assists Bamberg 21 / Ludwigsburg 7 Fouls Bamberg 23 / Ludwigsburg 20