Einen Tag nach den Frankfurt Skyliners sind die Brose Baskets als zweites Team ins Halbfinale um die deutsche Basketball-Meisterschaft eingezogen. Ebenso wie die Hessen gegen Alba Berlin beendeten auch die Bamberger ihre Viertelfinalserie im Schnelldurchgang. Sie feierten am Sonntag mit dem 93:58 (56:27) gegen die s.Oliver Baskets Würzburg den dritten Sieg im dritten Spiel nach dem Modus "best of five". Während für den unterfränkischen Rivalen die Saison beendet ist, warten die Brose Baskets nun auf ihren Halbfinalgegner. Dieser steht frühestens am Dienstagabend fest, wenn im Duell zwischen den Riesen Ludwigsburg und dem FC Bayern München der vierte Vergleich über die Bühne geht. In dieser Viertelfinalserie liegen die Bayern mit 2:1-Siegen in Führung.



In der Brose Arena sahen die 6800 Zuschauer am Sonntagnachmittag den gleichen Film wie in den ersten beiden Duellen zwischen Bamberg und Würzburg, Die Unterfranken liefen von Beginn an einem Rückstand hinterher, der von Minute zu Minute größer wurde. Nach dem Dreier von Dru Joyce zum 3:3 spielten nur noch die Bamberger, die mit einem 17:0-Lauf bis zur 7. Min. auf 20:3 davonzogen. Die Gastgeber profitierten dabei auch von einer abermals schwachen Offensivleistung der s.Oliver Baskets, die im ersten Viertel nur vier ihrer 14 Würfe (Trefferquote 29 Prozent) im Korb unterbrachten. Überragend war dagegen die der Bamberger mit 69 Prozent (9 von 13). So lag der deutsche Meister bereits nach den ersten zehn Minuten schon wieder klar in Front (31:12).

Einbahnstraßen-Basketball gab es auch im zweiten Abschnitt. Die Würzburger fügten sie früh in ihr Schicksal und wurden von den Bambergern dafür bestraft. Nach 15 Minuten betrug der Vorsprung der Gastgeber bereits 30 Punkte (47:17). Elias Harris machte in der Zone ordentlich Betrieb. Janis Strelnieks riss mit einer spektakulären Korbvorlage, als er den Ball kurz vor der Auslinie noch rettete und Harris per Dunking vollstreckte, die Fans von den Sitzen. Auch Patrick Heckmanns Tip-in mit der Halbzeitsirene zum 56:27-Pausenstand war spektakulär.

Aus der Kabine kamen die Würzburger, die eine dritte "Packung" nun anscheinend doch vermeiden wollten, einen Tick aggressiver. Es nutzte ihnen aber nichts. Mit einem 9:0-Lauf schraubten die Brose Baskets ihren Vorsprung weiter in die Höhe (69:31, 25. Min.). Als Trainer Andrea Trinchieri dann Andi Obst und zu Beginn des letzten Viertels auch noch Yassin Idbihi aufs Feld schickte, war klar, dass es dem Italiener nicht darum ging, den Rekord des höchsten Play-off-Heimsieges (45 Punkte Differenz) zu brechen. Trinchieri schonte seine Leistungsträger nun bereits für die Halbfinalserie. Daher betrug der Abstand zwischen beiden Teams bei der Schlusssirene "nur" 35 Punkte.


Die Statistik

Brose Baskets Bamberg -
Baskets Würzburg 93:58

(31:12, 25:15, 22:14, 15:17)
Bamberg Harris (21 Punkte), Strelnieks (11/2), Melli (9/3), Radosevic (9), Theis (8), Heckmann (7), Miller (7/1), Zisis (6), Obst (5/1), Wanamaker (4), Staiger (3/1), Idbihi (3)
Würzburg Searcy (10), Ulmer (8), Long (7/1), Lane (7), Tuttle (7), Joyce (6/1), Stuckey (5/1), Betz (4), Saibou (3/1), Ugrai (1), Spoden, Ebert
SR Fritz, Barth, Neubecker
Zuschauer 6800 ausverkauft
Gesamtwurfquote Bamberg 62 Prozent (32 Treffer/52 Versuche), Würzburg 34 (19/56)
Dreierquote Bamberg 40 Prozent (8/20), Würzburg 25 (4/16)
Freiwurfquote Bamberg 81 Prozent (21/26), Würzburg 70 (16/23)
Rebounds Bamberg 38 (29 defensiv/9 offensiv), Würzburg 26 (15/11)
Ballgewinne/-verluste Bamberg 4/15, Würzburg 7/12
Assists Bamberg 23 / Würzburg 17
Fouls Bbg. 23 / Würzburg 26


Trainerstimmen

Andrea Trinchieri (Brose Baskets): "Wir waren besser, haben die größere Rotation. In der Defensive waren wir solide. Jetzt haben wir die Serie gewonnen und eine Woche Zeit, uns auf das Halbfinale vorzubereiten. Dort wird es schwer, egal, wer kommt. Wir müssen uns gut vorbereiten und den Fokus behalten. "

Doug Spradley (s.Oliver Baskets Würzburg): "Ich bin ein Fan der Bamberger. Sie haben eine klasse Mannschaft, bewegen den bewegen den Ball in der Offensive und sind solide in der Verteidigung. Wenn sie einen Fehler machen, dann passiert der nur einmal und nicht ein zweites Mal. Für uns war das ein sehr schwieriger Gegner. Ich hatte gehofft, dass wir sie ein bisschen mehr ärgern und vielleicht ein Spiel klauen können. Aber man hat den Klassenunterschied gesehen. Wir haben verdient mit 0:3 verloren. Wir haben aber zwei Ziele in dieser Saison erreicht. Wir haben schon im Dezember den Klassenerhalt geschafft und es irgendwie in die Play-offs geschafft. Darauf können wir als Aufsteiger stolz sein."

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