Die Brose Baskets haben dank des bärenstarken Janis Strelnieks den nächsten Angriff eines Verfolgers abgewehrt. Am Mittwochabend setzten sich die Bamberger im Spitzenspiel beim Tabellendritten MHP Riesen Ludwigsburg mit 77:62 (33:29) durch und bescherten sich einen Tag vor Heiligabend selbst. Zum Weihnachtsfest ist ihnen Platz 1 in der Bundesliga nicht zu nehmen.

In der erstmals in dieser Saison ausverkauften Ludwigsburger Arena stand zunächst Jon Brockman im Mittelpunkt. Der MHP-Center stellte die Bamberger vor große Probleme und erzielte die ersten sieben Punkte für sein Team. Bei den Gästen lief dagegen wenig zusammen. Gegen die körperlich hart verteidigenden Schwaben taten sie sich schwer, und wenn sie doch einmal einen freien Wurf herausspielten, fand der Ball oft nicht den Weg in den Korb. Im ersten Viertel trafen die Bamberger nur vier ihrer 16 Würfe (Trefferquote 25 Prozent).

Nachdem Brockman auch die ersten Punkte des zweiten Abschnitts erzielt hatte, platzte Brose-Coach Andrea Trinchieri der Kragen. In einer Auszeit bemängelte er die Einstellung seiner Spieler, was prompt Wirkung zeigte. Jetzt erhöhten die Bamberger ihrerseits die Intensität. Strelnieks sorgte mit einem Vier-Punkte-Spiel und einem Dreier kurz darauf für die erste Führung der Gäste (25:24), die diese bis zur Pause noch leicht ausbauten. Ludwigsburg, das auf den verletzten Rocky Trice verzichten musste, konnte dagegen aus sechs zweiten Wurfchancen nach Offensivrebounds und sieben Bamberger Ballverlusten in der ersten Halbzeit kein Kapital schlagen.

Fast vier Minuten blieben die Brose Baskets zu Beginn der zweiten Hälfte ohne Korberfolg. Mit einem 8:0-Lauf eroberten sich die Schwaben die Führung zurück (37:33), ehe eine weitere Auszeit von Trinchieri abermals Wirkung zeigte. Mellis Dreier war der Auftakt zu einem Bamberger Trefferfestival aus der Distanz. Janis Strelnieks, Lucca Staiger und Melli trafen im dritten Viertel jeweils zweimal aus der Distanz, so dass der deutsche Meister mit einer 53:48-Führung in den Schlussabschnitt ging. Nach den Dreiern Nr. 6 und 7 von Strelnieks lagen die Brose Baskets nach 32 Minuten erstmals zweistellig vorne (61:50) und brachten den Vorsprung daraufhin souverän über die Zeit.

MHP Riesen Ludwigsburg: Brockman 21 Punkte), Shakur (10/1 Dreier), O'Neale (8), Waleskowski (5/1), McCray (4), Huff (4), Loesing (4), Munoz (2), McNaughton (2), Boone (2), Armbrusty / Brose Baskets: Strelnieks (24/7), Melli (12/2), Wanamaker (11/1), Theis (11), Staiger (9/3), Zisis (8), Radosevic (2), Miller, Heckmann, Idbihi


Am zweiten Weihnachtsfeiertag gegen Bayreuth

Das Team von Medi Bayreuth, das am zweiten Weihnachtsfeiertag (15 Uhr) bei den Brose Baskets zu Gast ist, hat nach zuvor drei, teils deutlichen Niederlagen mit dem 82:69-Heimsieg am Mittwochabend über die Frankfurt Skyliners seinen Abwärtstrend gestoppt. Dennoch tritt das Team von Trainer Mike Koch am Samstag im oberfränkischen Derby beim deutschen Meister in Bamberg als klarer Außenseiter an.

Nachdem das Medi-Team am Wochenende beim Aufsteiger Crailsheim nach schwacher Leistung mit 70:73 unterlegen war, wurde erstmals Kritik an Koch laut. Zuvor ist sein Team, das auch in dieser Saison wieder mit großem Verletzungspech zu kämpfen hat, zweimal böse unter die Räder gekommen (60:100 in Hagen und 76:90 zuhause gegen Ulm). Damit stecken die Bayreuther trotz des Sieges über Frankfurt wieder mitten drin im Abstiegskampf, den sie in dieser Saison unbedingt vermeiden wollten.

Große Probleme haben die Ostoberfranken derzeit auf der Centerposition. Hier fehlen mit Kendall Gray und Philipp Heyden gleich zwei Spieler verletzungsbedingt. Der Vertrag des Mitte November nachverpflichteten Drew Naymick läuft in diesen Tagen aus.

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