Das neue Jahr begann für die Basketballer von Brose Bamberg so, wie das alte geendet hatte: mit einer Heimniederlage. Zwar zeigten sie vier Tage nach dem 67:73 gegen Medi Bayreuth eine bessere Leistung, aber diese war nicht gut genug, um gegen eines der Top-Teams der Bundesliga zu bestehen. Während die Niedersachsen am Sonntag beim 85:78 (43:34)-Erfolg in der Brose-Arena den vierten Auswärtssieg in Folge feierten, fielen die Bamberger nach der bereits sechsten Niederlage im zehnten Punktspiel mit 8:12 Zählern auf den zehnten Tabellenplatz zurück.

Bundesliga

Brose Bamberg -

EWE Bask. Oldenburg 78:85

(17:19, 26:15, 16:30, 19:21) Sauer über die dritte Pleite in Folge war Brose-Trainer Johan Roijakkers nicht, dagegen war er auf einen seiner Spieler gar nicht gut zu sprechen. Nationalspieler Kenneth Ogbe schmorte 40 Minuten lang auf der Bank, und das hatte wohl seinen Grund. "Er ist lustlos, im Training ohne Körperspannung. Ich erwarte von einem Spieler, dass er alles gibt. Er hat aber Schwierigkeiten, das jeden Tag zu zeigen, obwohl wir schon darüber mit ihm geredet haben", begründete der Niederländer den Denkzettel, den er dem 26-Jährigen verpasst hat und der für Außenstehende überraschend kam.

Anstelle von Ogbe erhielt Joanic Grüttner Bacoul eine Chance, sich zu zeigen. Und der Deutsch-Franzose nutzte diese mit sechs Punkten, fünf Rebounds und zwei Assists in 11:20 Minuten Einsatzzeit. Auch seinen Mitspieler waren engagiert, letztlich waren die EWE Baskets aber eine Nummer zu groß. "Leider fehlt uns gegen Topmannschaften wie Oldenburg am Ende etwas Qualität und Quantität", sagte Rojakkers.

Der Tabellendritte war gestern aber nicht unschlagbar. Die Bamberger steigerten sich nach schwachem Beginn und hatten ihre beste Phase im zweiten Viertel, als sie ihren Rückstand (19:24, 12. Minute) mit einem 10:0-Lauf in eine Führung umwandelten und sich anschließend einen Elf-Punkte-Vorsprung (39:28, 18.) erspielten.

Das gute Niveau konnten die Gastgeber aber nach der Pause nicht aufrechterhalten. Die Oldenburger, denen im zweiten Abschnitt unter den Körben aufgrund der körperlichen Bamberger Abwehrarbeit vieles misslang und daher nur auf 16 Punkte kamen, drehten nun mächtig auf.

Rickey Paulding, mit 22 Punkten Topscorer der Partie, und Keith Hornsby mit drei Dreiern in Folge rückten die Kräfteverhältnisse wieder zurecht. "Wir haben zu viele offene Würfe des Gegners zugelassen. Danach haben wir es nicht mehr geschafft, wieder in unseren Rhythmus zu kommen", sagte Grüttner Bacoul.

Die Trefferquote sank. Nach nur 16 Bamberger Punkten im dritten Viertel schafften es die Gastgeber nicht, die Partie noch einmal zu drehen, weil sie zu Beginn des letzten Durchgangs nur zwei von neun Würfen versenkten. Besonders Michele Vitali (zwei Treffer bei sieben Versuchen und Chase Fieler (drei von neun) hatten offensiv nicht ihren besten Tag erwischt. David Kravish blieb zwar mit sechs Punkten ebenfalls unter seinen Möglichkeiten, der Center holte aber zwölf Rebounds und zeigte mit fünf Assists auch die Passgeberqualitäten eines Point Guards.

Kommt Alex Ruoff?

Auf der Suche nach einem Spieler auf dieser Position befinden sich die Bamberger bekanntlich, denn Tyler Larson fällt weiterhin für unbestimmte Zeit aus. Der zuletzt an der Achillessehne verletzte US-Amerikaner muss sich nun auch noch einer Kniearthroskopie unterziehen. Da die Bamberger bislang keinen Ersatz finden konnten, sind sie laut Roijakkers nun auch offen "für einen Spieler auf einer anderen Position, sofern er unserem Team weiterhilft und ihm wertvolle Minuten geben kann". Zum Gerücht, dass der Ex-Göttinger Alex Ruoff im Gespräch sei, sagte Roijakkers nur: "Bei mir hat er immer gut gespielt." Allerdings steht der US-Amerikaner im japanischen Nishinomiya unter Vertrag.

Spieler des Spiels

Devon Hall traf fünf seiner sechs Würfe aus dem Spielgeschehen heraus, darunter war ein Dreier. Zwei Freiwürfe trugen zudem zur Ausbeute von 13 Punkten bei. Der US-Amerikaner holte zwei Rebounds und gab drei Korbvorlagen. Allerdings unterliefen ihm auch zwei Ballverluste.ps

Die Statistik

Bamberg: Hundt (20 Punkte/2 Dreier), Hall (13/1), Lockhart (12/2), Fieler (7/1), Sengfelder (7/1), Kravish (6), Grüttner Bacoul (6), Vitali (5/1), Odiase (2)

Oldenburg: Paulding (22), Hornsby (16/3), Mahalbasic (14), Boothe (8), Breunig (6), Hobbs (5/1), Pressey (5), Tadda (4/1), Schwethelm (3/1), Herrera (2)

Schiedsrichter: Panther, Madinger, Reiter

Zuschauer: keine

Gesamtwurfquote: Bamberg 50 Prozent (31 Treffer/62 Versuche), Oldenburg 46 (31/67)

Dreierquote: Bamberg 31 (8/26), Oldenburg 32 (6/19)

Freiwurfquote: Bamberg 80 (8/10), Oldenburg 85 (17/20)

Rebounds: Bamberg 38 (26 defensiv/12 offensiv), Oldenburg 29 (18/11)

Ballgewinne/-verluste: Bamberg 1/16, Oldenburg 11 /5

Assists: Bamberg 22 / Oldenburg 19

Fouls: Bamberg 16 / Oldenburg 19