Die Basketballer von Brose Bamberg haben in der Bundesliga den zweiten Heimsieg gefeiert. Am Mittwochabend zeigten sie in der heimischen Arena eine gute Offensiv- wie Defensivleistung, bezwangen die s.Oliver Würzburg deutlich mit 81:66 (40:32), und weisen mit drei Siegen und drei Niederlagen nun eine ausgeglichene Bilanz auf. Damit zogen sie mit ihrem oberfränkischen Rivalen Medi Bayreuth gleich. Am Samstag (20.30 Uhr) kann sich die Mannschaft von Trainer Johan Roijakkers mit einem weiteren Heimerfolg gegen die Telekom Baskets Bonn erstmals in dieser Saison ein positives Punkteverhältnis verschaffen.

Bundesliga, Männer

Brose Bamberg -

s.Oliver Würzburg 81:66

(19:19, 21:13, 22:13, 19:21) Beide Mannschaften zeigten das, was man von einem Derby erwarten kann: Kampfgeist. Das spielerische Moment blieb zwar zeitweise auf der Strecke, aber die fränkischen Kontrahenten schenkten sich zunächst nichts. Es war kein Spiel der Läufe, aber zumindest in der ersten Hälfte ein offener Schlagabtausch. Die Bamberger konnten im ersten Viertel aus sieben Offensivrebounds und sechs Würzburger Ballverlusten kein Kapital schlagen. Der erste Abschnitt endete unentschieden, weil die Unterfranken eine starke Trefferquote von 80 Prozent aufwiesen. Achtmal trafen beide Mannschaften im ersten Abschnitt aus dem Spielgeschehen heraus, die Bamberger benötigten dafür aber acht Würfe mehr (Trefferquote 44 Prozent).

Besonders effektiv agierte aufseiten der Gäste Cameron Hunt. Der Flügelspieler hatte zur Pause bereits 13 Punkte auf seinem Konto. In den letzten drei Minuten des zweiten Viertels bekam der auf beiden Seiten des Feldes starke Dominic Lockhart Hunt aber in den Griff. Dies war zuvor weder Michele Vitali noch Kenneth Ogbe gelungen.

Sengfelder stark verbessert

In dieser Schlussphase der ersten Halbzeit steigerten sich die Bamberger defensiv im Kollektiv, so dass ihnen doch noch ein 9:0-Lauf gelang, zu dem der formverbesserte Christian Sengfelder fünf Zähler beisteuerte. Der Nationalspieler hatte zur Pause ebenso zehn Punkte zu Buche stehen wie Center David Kravish, der zweimal über Ringniveau sehenswert von Bennet Hundt bedient wurde und mit Dunkings abschloss.

Die 40:32-Führung hatten sich die Gastgeber auch deshalb verdient, weil bei ihnen der Ball wesentlich besser durch die eigenen Reihen lief als beim Gegner (11:5 Assists).

Die Gäste wehrten sich im dritten Abschnitt zunächst etwas heftiger, doch Dreier der bis dahin unauffälligen Chase Fieler und Devon Hall verschafften den Oberfranken Luft. Bei den Würzburgern häuften sich in der Folge wieder die Ballverluste. Daraus schlugen die Bamberger diesmal Kapital. Ein unsportliches Foul von Joshua Obiesie an Hundt war der Auftakt zu einem 11:0-Zwischensprint der Hausherren, dem Lockhart mit drei Dreiern in Folge seinen Stempel aufdrückte. Das Roijakkers-Team hatte seinen Gegner nun im Griff und bog bereits in die Siegerstraße.

23 Punkte die höchste Führung

Die Würzburger mühten sich zwar redlich, waren letztlich aber zu harmlos, um noch einmal aufschließen zu können. Die Bamberger bauten ihren Vorsprung fast mühelos auf 23 Punkte aus (70:47, 33. Minute). Angesichts des hohen Vorsprungs kam in der Schlussphase Mateo Seric zu seinen ersten Bundesligaminuten in dieser Saison.

Die Dreierquoten (Bamberg 57 Prozent/Würzburg 13) spiegelten am Ende die Kräfteverhältnisse in diesem Derby am deutlichsten wider.

Spieler des Spiels

Dominic Lockhart überzeugte offensiv wie defensiv. Der Nationalspieler traf vier von fünf Dreiern und wies eine Trefferquote aus dem Feld von 67 Prozent auf. Zudem verzeichnete der Ex-Göttinger drei Rebounds, zwei Assists und fünf Ballgewinne bei keinem Ballverlust. Sein Effektivitätswert betrug 23.

Die Statistik

Bamberg: Lockhart (16 Punkte/4 Dreier), Sengfelder (12/2), Vitali (11/2), Hall (10/3), Kravish (10), Hundt (8), Ogbe (7), Grüttner Bacoul (4), Fieler (3/1), Plescher, Seric, Odiase

Würzburg: Hunt (20/1), Persons (11), Ward (6), Sears (6), Smith (6), Obiesie (4), Chapman (3), Weitzel (3), Koch (3/1), Hoffmann (2), King (2), Albus

Schiedsrichter: M. Reiter, Krause, Mutapcic

Zuschauer: keine

Gesamtwurfquote: Bamberg 55 Prozent (31 Treffer/56 Versuche), Würzburg 43 (25/58)

Dreierquote: Bamberg 57 (12/21), Würzburg 13 (2/15)

Freiwurfquote: Bamberg 78 (7/9), Würzburg 74 (14/19)

Rebounds: Bamberg 28 (18 defensiv/10 offensiv), Würzburg 34 (16/18)

Ballgewinne/-verluste: Bamberg 16/18, Würzburg 10/23

Assists: Bamberg 20 / Würzburg 11

Fouls: Bamberg 18 / Würzburg 15