Im sechsten Bundesligaspiel dieser Saison schafften es die Basketballer von Brose Bamberg erstmals, ihren Gegner unter 70 Punkten zu halten. 19 Zählern gestatteten sie s.Oliver Würzburg im ersten Viertel, jeweils nur 13 in den Abschnitten 2 und 3. Im letzten Durchgang erzielten die Gäste zwar 21 Punkte, aber da war das fränkische Derby längst entschieden. Mit 81:66 setzten sich die Bamberger auch im zweiten Duell in dieser Saison gegen die Unterfranken klar durch, nachdem sie bereits das Pokalspiel deutlich gewonnen hatten (89:68).

"Die Bamberger haben heute sehr erwachsen gespielt, wenige Fehler gemacht. Im Gegensatz dazu haben wir es nicht geschafft, uns offensiv in Szene zu setzen. Wir werfen den Ball 23 Mal weg, bei gerade einmal elf Assists", ärgerte sich der Würzburger Trainer Denis Wucherer, dessen Team nach der Pause (40:32) dem Bamberger Druck nicht mehr standhalten konnte.

17:2-Lauf im dritten Viertel

Mit einem 17:2-Lauf zogen die Hausherren im dritten Viertel entscheidend davon. Sechs Dreier landeten im Korb der Unterfranken, darunter drei in Folge von Dominic Lockhart. "Bei uns darf jeder werfen, der offen ist. Ich war dreimal offen, und wenn die Dinger dann rein gehen, ist das natürlich umso schöner", sagte der Nationalspieler (16 Punkte/5 Ballgewinne) nach seiner offensiv wie defensiv starken Vorstellung.

16 Mal klauten die Bamberger ihrem Gegner das Spielgerät, vier Steals und drei Blocks gingen auf das Konto von David Kravish. Der Brose-Center zeigte zudem mit zehn Punkten und sieben Assists abermals eine tolle Leistung. Mindestens einer seiner drei Alley-oop-Dunkings nach Zuspielen von Bennet Hundt (2) und Devon Hall dürfte sich in den wöchentlichen Top Ten von magentasport.de wiederfinden.

Dass sein US-Landsmann Chase Fieler (3 Punkte) einen schwächeren Tag erwischt hatte, fiel nicht ins Gewicht, da Chris Sengfelder auf der Position des Power Forwards diesmal in die Bresche sprang. Der Nationalspieler zeigte mit zwölf Punkten seine bislang beste Leistung in dieser Saison und schrie sich nach seinem ersten Dreier den Frust der vergangenen Wochen, in denen bei ihm vieles nicht klappen wollte, von der Seele. "Chris wird nicht in jedem Spiel 15 oder 20 Punkte machen, das muss er auch nicht. Er spielt aber immer mit vollem Einsatz, daher bin ich sehr zufrieden mit ihm", sagte Roijakkers.

Neun Assists mehr als der Gegner

Ein Lob zollte der Niederländer diesmal dem gesamten Team, das den Ball gut bewegte (20 Assists/Würzburg 11): "Wir waren von Anfang an da, sind mit viel Energie gestartet. Dazu haben wir viel kommuniziert, auf dem Parkett, aber vor allem von der Bank gab es immer wieder Anfeuerungen. Das hat mir sehr gut gefallen."

Dennoch lief nicht alles rund. 18 Ballverluste sind ebenso zu viele wie 18 Offensivrebounds, die die Bamberger ihrem Gegner gestatteten. Ein stärkerer Gegner wie die Würzburger hätte aus diesen Nachlässigkeiten mehr Kapital geschlagen. Die Unterfranken standen an diesem Tag aber offenbar komplett neben sich - sie hatten vergessen, ihre weißen Auswärtstrikots mitzunehmen, so dass die Brose-Basketballer in eigener Halle in weißer Kluft spielen mussten.

Mit dem dritten Erfolg im sechsten Spiel sind die Bamberger auf den neunten Rang geklettert. "Den Sieg haben wir gebraucht, um etwas Rückenwind für die nächsten Spiele zu bekommen", erklärte Aufbauspieler Bennet Hundt (8 Punkte/6 Assists), der den verletzten Tyler Larson ordentlich vertrat. Vor dem Jahreswechsel müssen die Bamberger noch viermal ran, als nächstes bekommen sie es wiederum in eigener Halle am Samstag (20.30 Uhr) mit den Telekom Baskets Bonn zu tun. Zu Beginn des neuen Jahres hoffen sie auf die baldige Rückkehr von Larson, der nach Auskunft von Geschäftsführer Philipp Galewski in drei Wochen wieder zum Team stoßen soll.