Fünf Doppelspieltage mit zwei Partien innerhalb von 48 Stunden stehen pro Saison in der Basketball-Euroleague auf dem Programm. Dabei ist dem Bamberger Brose-Team in der letzten Woche im sechsten Anlauf erstmals das Kunststück gelungen, beide Spiele (80:76 in Malaga, 78:72 gegen Vitoria) für sich zu entscheiden.
Allerdings wurde der Höhenflug nach schwachem Saisonstart dann am Sonntag im Bundesliga-Schlagerspiel gegen Spitzenreiter Alba Berlin abrupt gestoppt. Im dritten Spiel innerhalb von fünf Tagen ging den Bambergern nach drei guten Vierteln im Schlussabschnitt der Sprit aus, so dass die "Albatrosse" als Sieger (77:75) das Parkett verließen.
In dieser Woche wird es für die Mannschaft von Trainer Andrea Trinchieri nicht leichter, denn von Donnerstag bis Montag stehen wieder drei Partien auf dem Programm. Los geht's heute (18 Uhr) mit dem Königsklassen-Auftritt bei Roter Stern Belgrad, bevor am Samstag (18 Uhr) in Braunschweig in der Bundesliga ein weiteres Auswärtsspiel wartet. Am Montag (19 Uhr) folgt dann in Freak City der Auftritt gegen die BG Göttingen.
Die Partie in der 20 000 Zuschauer fassenden Belgrader Kombank Arena ist für den Neu-Bamberger Luka Mitrovic eine ganz besondere. Fünf Jahre ging der 2,05 m große Power Forward für Roter Stern auf Korbjagd, führte die Serben sogar als Kapitän aufs Spielfeld. Klar, dass der 24-Jährige der Rückkehr an die alte Wirkungsstätte entgegenfiebert: "Natürlich freue ich mich zurückzukommen, meine Familie zu sehen, ein paar Freunde. Aber für 40 Minuten will ich nur eines, nämlich das Spiel gewinnen. Das wird eine schwere Aufgabe, vor allem daheim ist Roter Stern stark. Es ist eine der lautesten Hallen Europas."


In jedem Spiel eine Siegchance

Und vor ihren frenetischen Anhängern ist das komplett neue Team auch in der Euroleague noch ungeschlagen: Die Heimstärke bekamen bisher Barcelona (82:90) und Tel Aviv (84:87) zu spüren. "Es wird einmal mehr ein hartes Auswärtsspiel. Roter Stern hat eine gute Mannschaft, spielt smarten Basketball. Sie haben einen Mix aus jungem Blut und erfahrenen Spielern. Bis jetzt hatten sie in jedem Spiel die Chance zu gewinnen", warnt Trinchieri vor dem serbischen Aushängeschild. Denn auch in den beiden Auswärtsspielen in Kaunas (76:78) und bei Khimki Moskau (78:85) schnupperte die Mannschaft des 31-jährigen Cheftrainers Dusan Alimpijevic am Erfolg.
Unter dem Korb bekommen es Mitrovic und der bei seinen beiden Auftritten voll überzeugende Neuzugang Dorell Wright mit dem 2,06 m großen Mathias Lessort zu tun, der im Sommer bereits einen Vertrag bei den Bambergern unterschrieben hatte, dann aber mit der NBA liebäugelte und sich schließlich für den serbischen Hauptstadt-Klub entschieden hat. Mit 9,3 Punkten und 6,5 Rebounds im Schnitt ist der Franzose einer der Effektivsten seines Teams. Mehr Punkte erzielen nur Milko Bjelica (18), der aus seinen Bundesliga-Auftritten in Göttingen und Berlin bekannte Taylor Rochestie (16,8), James Feldeine (12) und Center Pero Antic.
In der heimischen Adria-Liga (ABA) rangiert der serbische Traditionsverein (4:2 Siege) auf dem zweiten Platz hinter Buducnost Podgorica (5:1). Am Montag gab es gegen den Tabellenvorletzten aus Skopje einen klaren 112:73-Sieg, wobei gleich sieben Akteure zweistellig punkteten.
Gefordert sind die Bamberger vor allem am defensiven Brett, denn die Serben sind mit einem Durchschnittswert von 12,8 das zweitbeste Team der Königsklasse im Offensiv-Rebound.
Nach den beiden Siegen gegen die starken spanischen Teams in der Vorwoche gehen die Bamberger aber mit viel Selbstvertrauen in die Partie in der serbischen Hölle und hoffen auf den dritten Sieg in Folge.