Im Foyer der Brose-Arena wurden tagsüber bereits die mobilen Trennwände für das Bamberger Corona-Impfzentrum aufgestellt. Am Abend kämpfte vor leeren Rängen auf dem Parkett im Inneren der Halle das Bamberger Basketball-Team in der Champions League gegen den türkischen Vertreter aus Karsiyaka. Im für die Gastgeber dritten Gruppenspiel landeten David Kravish & Co. mit 83:82 (43:42) den dritten Sieg

Die Gäste kassierten in ihrem aufgrund einer Quarantänepause erst zweiten Spiel ihre erste Niederlage. Ihr NBA-erfahrener Center Semih Erden fehlte aufgrund eines positiven Corona-Tests.

Champions League, Gruppe F

Brose Bamberg - Pinar Karsiyaka SK 83:82

(26:20, 17:22, 26:21, 14:19) Bamberg trat weiter ohne seinen etatmäßigen Spielmacher Tyler Larson an, der mit einem ruhiggestellten rechten Unterschenkel mit Gehstützen zur Bank humpelte. Larson wird laut Trainer Johan Roijakkers noch längere Zeit fehlen. Den Ball brachten im Wechsel Bennet Hundt, Dominic Lockhart, Michele Vitali oder Devon Hall.

Munteres Spiel auf beiden Seiten

Es entwickelte sich ein munteres Spiel, in dem Vitali schnell seinen Rhythmus fand und bereits im ersten Viertel neun Punkte markierte. Auch das Duo Hundt/David Kravish als Passgeber und Vollstrecker funktionierte wie schon zuletzt in Gießen hervorragend. So lag Bamberg im ersten Viertel stets in Front, konnte sich aber gegen die robusten Gäste nicht deutlich absetzen. Denn im Rebound war Karsiyaka zunächst überlegen und erarbeitete sich im ersten Abschnitt sechs zusätzliche Wurfchancen. Am Ende hatte aber Bamberg hier die Nase vorn.

Mit einer 26:20-Führung starteten die Bamberger ins zweite Viertel. Auf der Gegenseite nahm der Ex-Ulmer Raymar Morgan das Spiel für die Gäste in die Hand. Der muskelbepackte Forward traf aus der Halbdistanz oder setzte sich unter dem Brett durch und erzielte binnen fünf Minuten elf Punkte. Der Amerikaner ging dann aber, nachdem er zunächst mit dem 34:33 für die erste Führung seines Teams gesorgt hatte, mit dem dritten Vergehen vorerst auf die Bank. Hundt, der ein Offensivfoul gegen Morgan annahm, setzte in dieser Phase auch vorne die Akzente, punktete entweder selbst oder setzte seine Mitspieler in Szene.

Allerdings verschenkten die Bamberger ihre 43:36-Führung wieder, da sie in den drei Minuten vor der Pause nur noch zweimal (ohne Erfolg) auf den Korb warfen, stattdessen sich blocken ließen und die Türken mit drei Ballverlusten einluden, auf 42:43 zu verkürzen.

Die Gäste aus Izmir starteten stark in die zweite Hälfte. In ihrem Pausengetränk war wohl das richtige Zielwasser, denn nach nur einem Dreiererfolg in Hälfte 1 rauschten binnen fünf Minuten vier Würfe durch den Brose-Korb. Auf der Gegenseite hielten Hundt und Chase Fieler mit seinen Dreiern 3 und 4 dagegen und sorgten mit ihren Treffern wieder für ein kleines Polster (65:58, 28. Min.), nachdem Karsiyaka zwischenzeitlich in Front gezogen war.

Die Sechs-Punkte-Führung vor dem Schlussviertel hatte nicht lange Bestand. Die Fehler der Bamberger nutzten die Gäste zwar nicht konsequent, arbeiteten sich aber bis auf einen Zähler heran (71:70).

Hundt der Matchwinner

Nach dem sechsten Ballverlust im letzten Abschnitt hieß es beim 77:76 dreieinhalb Minuten vor Schluss Nerven bewahren. Die stärkeren besaßen die Gastgeber. Hundt, zuvor mit einem wichtigen Offensivrebound, markierte mit zwei Freiwürfen das 83:80. Auch wenn Morgan die letzten acht Punkte für sein Team erzielte und auf einen Punkt verkürzte, bei seinem letzten Versuch blockte ihn Kravish, und auch der letzte Wurf von M'Baye ging daneben.

"Ein wichtiger Sieg im ersten Heimspiel in der Champions League", kommentierte Roijakkers. "Jeder trug seinen Teil bei, Hundt mit Pässen und Punkten oder Sengfelder mit Rebounds. Am wichtigsten war aber, dass wir am Ende Stopps in der Abwehr hatten."

Spieler des Spiels

Bennet Hundt überzeugte wie schon in Gießen erneut als Passgeber mit sieben Vorlagen. Diesmal traf er auch besser und kam auf elf Punkte. Neben zwei Defensivrebounds holte er sich in der Schlussphase auch einen wichtigen Abpraller im Angriff und markierte nervenstark die siegbringenden Punkte von der Freiwurflinie.

Die Statistik

Bamberg: Vitali (14 Punkte/2 Dreier), Fieler (14/4), Kravish (14), Hundt (11/1), Hall (8), Ogbe (6), Sengfelder (6), Lockhart (5), Odiase (5) Karsiyaka: Morgan (25), Henry (14/3), Taylor (11/1), Kennedy (10), M'Baye (9/1), Birsen (7/1), Agva (4), Sonsima (2), Yildirim Schiedsrichter: Conde (Spanien), Jasevicius (Litauen), Zupancic (Slowenien) Zuschauer: keine Gesamtwurfquote: Bamberg 58 Prozent (32 Treffer/55 Versuche), Karsiyaka 48 (31/64)

Dreierquote: Bamberg 44 (7/16), Karsiyaka 35 (6/17) Freiwurfquote: Bamberg 86 (12/14), Karsiyaka 78 (14/18) Rebounds: Bamberg 28 (19 defensiv/9 offensiv), Karsiyaka 25 (14/11) Ballgewinne/-verluste: Bamberg 3/16, Karsiyaka 7/9

Assists: Bamberg 17 / Karsiyaka 13 Fouls: Bamberg 21 / Karsiyaka 17