Andrea Trinchieri hat mit dem FC Bayern München einen klaren Heimsieg über seinen ehemaligen Verein eingefahren. Am Sonntagabend gewann der ehemalige Trainer von Brose Bamberg mit den Münchnern zum Abschluss des neunten Bundesliga-Spieltags mit 84:70 (46:41) gegen die Oberfranken, die nun wieder eine ausgeglichene Bilanz von vier Siegen und vier Niederlagen aufweisen. "Wir haben den Start verschlafen, aber in der zweiten Halbzeit sehr gut verteidigt und das Spiel kontrolliert", sagte Trinchieri. Zwar zeigten die Bamberger in der ersten Halbzeit eine gute Leistung, ließen aber im dritten Viertel stark nach.

Bundesliga

Bayern München -

Brose Bamberg 84:70

(23:24, 23:17, 22:10, 16:19) Die Oberfranken starteten sehr konzentriert in die Partie und fanden in der Offensive schnell ihren Rhythmus. Besonders aus der Distanz waren sie zunächst treffsicher. Vier von fünf Dreiern fanden in den ersten zehn Minuten ihr Ziel. Chase Fieler, Michele Vitali, Devon Hall und Christian Sengfelder trafen von jenseits der 6,75-Meter Linie. Auf der Gegenseite waren die Münchner unter dem Korb effektiver. Norense Odiase und später auch David Kravish hatten einen schweren Stand gegen Bayern-Center Jalen Reynolds. So entwickelte sich im Audi-Dome ein sehenswertes Spiel zweiter guter Mannschaften, die sich in der ersten Halbzeit auf Augenhöhe begegneten. Die Bamberger leisteten sich kaum Fehler, agierten offensiv geduldig, spielten sich oft einen freien Wurf heraus und arbeiteten auch beim Defensivrebound gut. Bis zur 17. Minute lagen die Gäste meist knapp in Führung, doch leisteten sich sie dann eine zweieinhalbminütige Schwächephase. Drei Ballverluste der bis dahin überzeugend auftretenden Gäste durch Hall, Sengfelder und Dominic Lockhart nutzten die Münchner zu einem 8:0-Lauf. Paul Zipser steuerte dazu zwei Dreier bei und sorgte damit für die bis dahin höchste Führung der Oberbayern.

"Wir müssen auf den Ball aufpassen", meinte Sengfelder in der Halbzeitpause am Mikrofon von magentasport.de. Das Gegenteil aber trat ein. Die Bamberger gingen nun fahrlässig mit dem Spielgerät um, die Zahl der Turnovers schnellte bereits im dritten Viertel in den zweistelligen Bereich. Dies lag auch an der nun wesentlich aggressiveren Münchner Abwehr. Die Bayern ließen nun keine freien Würfe mehr zu, die Gäste mussten für jeden Abschluss hart kämpfen und kamen einige Male nach Ablauf der Angriffszeit nur zu einem Notwurf. Nur zehn Punkte gelangen ihnen im dritten Viertel. Die Münchner setzten sich ab, führten nach 27 Minuten erstmals zweistellig (59:47) und nach 34 Minuten gar mit 20 Punkten Vorsprung (71:51). Die im ersten Abschnitt noch ausgeglichene Partie war somit bereits vorzeitig entschieden, weil die Bamberger kein Bein mehr auf den Boden bekamen.

Ein wenig Ergebniskosmetik

Ihren ersten Korberfolg im letzten Viertel markierten sie durch Fieler erst, als nur noch 5:46 Minuten zu spielen waren. Die Münchner schalteten nun einen Gang zurück und gestatteten ihren Gästen, die das letzte Viertel am Ende sogar noch knapp für sich entschieden, Ergebniskosmetik. "Wir haben in der zweiten Halbzeit zu viele Fehler gemacht. Natürlich schwinden mit der Zeit die Kräfte, aber wir dürfen nicht nachlassen, wenn wir uns einmal einen Lauf einfangen. Das müssen wir am Mittwoch im Heimspiel gegen die Bayreuther besser machen", meinte Brose-Flügelspieler Dominic Lockhart.

Spieler des Spiels

David Kravish schrammte mit 13 Punkten und neun Rebounds nur knapp an einem "Double Double" vorbei. Der Bamberger Center traf sechs seiner neun Würfe aus dem Feld (Trefferquote 67 Prozent) und versenkte einen Bonusfreiwurf. Der US-Amerikaner stand diesmal nur 21:16 Minuten auf dem Parkett.

Die Statistik

Bamberg: Kravish (13 Punkte), Hall (9/1 Dreier), Fieler (9/1), Hundt (9/1), Vitali (8/2), Sengfelder (7/1), Odiase (7), Ogbe (4), Lockhart (4), Plescher, Grüttner Bacoul

München: Reynolds (17), Weiler-Babb (13/1), Zipser (11/3), Flaccadori (8), Seeley (8), Djedovic (7/1), Baldwin (7/1), Johnson (6), Radosevic (6), Grant (1), Amaize, Rudan

Schiedsrichter: Panther, Streit, Hack

Zuschauer: keine

Gesamtwurfquote: Bamberg 51 Prozent (25 Treffer/49 Versuche), München 58 (32/55)

Dreierquote: Bamberg 50 (6/12), München 38 (6/16)

Freiwurfquote: Bamberg 78 (14/18), München 88 (14/16)

Rebounds: Bamberg 23 (18 defensiv/5 offensiv), München 25 (20/5)

Ballgewinne/-verluste: Bamberg 4/15, München 9/10

Assists: Bamberg 13 / München 18

Fouls: Bamberg 14 / München 21