Den erwarteten Pflichtsieg feierten am späten Sonntagabend die Bamberger Bundesliga-Basketballer bei den Gießen 46ers. Das Team von Brose-Trainer Johan Roijakkers holte mit 106:99 im dritten Anlauf die ersten Punkte auf fremdem Parkett, überzeugte jedoch nur in den ersten drei Abschnitten. "Alles in allem aber muss man attestieren, dass wir sicher nicht unser bestes Spiel abgeliefert haben", zog der niederländische Coach sein Fazit.

Bundesliga

Jobstairs Gießen 46ers - Brose Bamberg 99:106 (21:29, 21:29, 25:24, 32:24) Für den verletzt fehlenden Spielmacher Tyler Larson stand Bennet Hundt in der Startformation der Gäste. Der 22-jährige Aufbauspieler zahlte das Vertrauen seines Trainers mit zehn Assists (6 Punkte) zurück.

Nach gutem Start der Oberfranken (2:8) rief Gießens Coach Ingo Freyer seine Truppe bereits nach drei Minuten zur Auszeit zusammen. Danach waren die Hessen im Spiel. Bei Bamberg setzten David Kravish und Devon Hall mit Assists zunächst die Akzente. Dominic Lockhart, der im Gießener Jugendprogramm groß wurde, sorgte mit dem ersten Dreier des Spiels zum 10:19 für die erste deutlichere Brose-Führung.

Gießen trifft von draußen nichts

Die Maßgabe von Roijakkers, an der Dreierlinie gut zu verteidigen, gelang bis in die Schlusssekunde des ersten Viertels. Da traf Alen Pjanic für die 46ers im neunten Versuch zum 21:29 erstmals aus der Distanz.

Die Gastgeber blieben auch im zweiten Abschnitt von draußen kalt (1 von 8). Bamberg setzte sich sukzessive ab. Kenneth Ogbe, der mit spektakulären Szenen auffiel, und der stark verbesserte Norense Odiase bauten zusammen mit Kravish und Hall die Führung auf 16 Punkte aus (32:48, 16. Minute). Dieses Polster hatte auch noch zur Pause (42:58) bestand, da das Brose-Team in einem flotten Spiel bis dahin eine klare Rebound-Überlegenheit besaß.

Lockhart begann die zweite Hälfte mit einem Dreier, der zum höchsten Vorsprung führte. Doch danach fanden die nun aggressiver verteidigenden Hessen ihren Rhythmus von der Dreierlinie. Die Guards der Gießener, Liam O'Reilly (zehn seiner 20 Punkte erzielte er in Abschnitt 3) und Jonathan Stark, verkürzten den Rückstand auf zehn Zähler (61:71).

Vorsprung schmilzt schnell

Durch die Fehler der Gießener unter dem eigenen Brett, die den Bamberger zahlreiche zweite Chancen ermöglichten, kamen die Gastgeber zunächst nicht näher heran. Doch mit der Bamberger Herrlichkeit war es im Schlussabschnitt vorbei. Die 15-Punkte-Führung schmolz binnen drei Minuten auf sieben Zähler (77:84).

Nach einer Auszeit von Roijakkers setzte sein Team wieder auf das Erfolgsrezept - und das hieß Kravish. Der Center war von den 46ers kaum unter Kontrolle zu bringen. Und Odiase (10 Punkte, 5 Rebounds), der sein bestes Spiel im Bamberger Trikot zeigte, war ein adäquater Ersatz. Die Gießener witterten Morgenluft und blieben in Schlagdistanz. So wurde es beim am Ende doch noch eine Zitterpartie, da die Hessen vor allem über ihren Topscorer Stark (27) zu einfach punkteten.

Hundt: Am wichtigsten war der Sieg

Am Ende übernahm Hall für Bamberg die Verantwortung, traf wichtige Würfe und behielt auch von der Freiwurflinie die Nerven. Hundt meinte bei Magentasport: "Das wichtigste war, dass wir den Sieg nach Hause gebracht haben. Aber 99 Gegenpunkte sind zu viel. Unser Pick-and-Roll-Spiel war erfolgreich, weil wir unsere Systeme gut gelaufen sind."

Am Ende profitierte Bamberg von seiner Ausgeglichenheit. Sechs Spieler punkteten zweistellig bei hoher Trefferquote. Ob die Bamberger auf ihrer Heimfahrt am Nikolausabend ein "Last uns froh und munter sein" anstimmten, ist nicht überliefert. Der Fokus wird wohl schon auf dem Champions-League-Heimspiel am Dienstagabend (20 Uhr) gegen Karsiyaka liegen.

Spieler des Spiels

David Kravish war der Garant des Bamberger Sieges. Er traf 11 von 15 Feldwurfversuchen, alle seine drei Freiwürfe und kam damit auf 25 Punkte. Daneben fischte er noch neun Abpraller von den Brettern, blockte drei Würfe der Gießener und stahl einmal den Ball. Einzig drei Ballverluste trüben die Bilanz des Centers.

Die Statistik

Gießen: Stark (27 Punkte/5 Dreier), O'Reilly (20/2), Pjanic (12/2), Hamilton (10), Richter (10), Thomas (9/1), James (8), Kraushaar (3/1), Bowman, Zylka Bamberg: Kravish (25), Hall (20/1), Ogbe (15), Vitali (12/2), Lockhart (11/3), Odiase (10), Hundt (6/1), Fieler (5/1), Sengfelder (2), Grüttner Bacoul Schiedsrichter: Streit, Sirowi, Kattur Zuschauer: keine Gesamtwurfquote: Gießen 51 Prozent (38 Treffer/75 Versuche), Bamberg 56 (40/72)

Dreierquote: Gießen 34 (11/32), Bamberg 36 (8/22) Freiwurfquote: Gießen 86 (12/14), Bamberg 82 (18/22) Rebounds: Gießen 29 (16 defensiv/13 offensiv), Bamberg 39 (23/16) Ballgewinne/-verluste: Gießen 6/8, Bamberg 3/11

Assists: Gießen 19 / Bamberg 24 Fouls: Gießen 23 / Bamberg 17