Klappernde Fenster und teils pfeifender, teils peitschender Wind bestimmten die Geräuschkulisse von Sonntagnachmittag bis spät in die Nacht. Einem Windstoß folgte ein dumpfer Schlag: Das durchaus massive Vogelhaus flog von einem Balkon in der Hohen-Kreuz-Straße in Bamberg und zerschellte auf dem Vordach eines Nachbarn. Zum Glück wurde niemand verletzt. Kein Einzelfall: Eine ähnliche Bilanz können die Feuerwehren und Polizeidienststellen in Stadt und Landkreis Bamberg ziehen.

Sturm "Eberhard" im Landkreis Bamberg: Viele Einsätze, wenig Schaden

"Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen", fasst Stadtbrandrat Matthias Moyano zusammen. Dabei wütete Eberhard heftig und lange: Das Sturmtief bescherte Oberfranken orkanartige Böen mit Geschwindigkeiten bis zu 120 Kilometern pro Stunde, und das bis zu acht Stunden lang, was den Polizeidienststellen, Feuerwehren und Straßenmeistereien Oberfrankens insgesamt 289 Einsätze bescherte. In Bamberg hatten es die Helfer mit sieben Einsätzen vergleichsweise ruhig. Hauptsächlich mussten umgewehte Zäune, Bäume und Äste von Straßen und Gehwegen entfernt werden. Eine ausführliche Schadensbilanz für ganz Franken lesen Sie hier.

Im Landkreis ging es heftiger zur Sache. 32 Einsätze gab es dort wegen des Sturms laut Kreisbrandrat Bernhard Ziegmann. "Aber es hat sich im Rahmen gehalten", fügt er hinzu. "Zum Glück gab es keine Personenschäden und auch keine größeren Sachschäden." Zumindest nicht direkt, denn bei zwei Verkehrsunfällen, die der Sturm auslöste, wurden mehrere Personen verletzt.

Den größten Einsatz hatten Polizisten und Feuerwehrleute am Sonntagabend gegen 20 Uhr auf der Autobahn 73 bei Memmelsdorf in Fahrtrichtung Nürnberg. Ein Baum war auf die Fahrbahn gestürzt, wodurch sich ein Auffahrunfall ereignete. Der Sachschaden betrug etwa 3000 Euro, die Einsatzkräfte hatten die Fahrbahn nach etwa einer Stunde wieder freigeräumt.

Verkehrsunfälle im Kreis Bamberg

Nicht nur Bäume, Äste und Gelbe Säcke, selbst schwere Fahrzeuge brachte Eberhard aus der Bahn. Dies zeigte ein Unfall auf der A 70 bei Eltmann am Sonntagnachmittag. Der Fahrer eines mit fünf Personen besetzten SUV geriet aufgrund starken Seitenwindes zunächst nach rechts auf den Standstreifen. Beim Versuch des Fahrers, das Auto zurück auf die Fahrbahn zu lenken, stieß das Auto gegen die Mittelschutzplanke und überschlug sich anschließend mehrmals. Total beschädigt kam das Fahrzeug schließlich zwischen dem rechten Fahrstreifen und dem Standstreifen zum Stehen. Alle Insassen zogen sich bei dem Unfall leichte Verletzungen zu. Der entstandene Sachschaden beläuft sich auf etwa 30 000 Euro. Die A 70 wurde teilweise komplett gesperrt.

Auch bei Zapfendorf kam es am Sonntag wegen des Sturms zu einem Verkehrsunfall. Auf der Kreisstraße nach Scheßlitz stürzte gegen 20.30 Uhr ein Baum vom Straßenrand auf das Auto eines 20-Jährigen. Am Fahrzeug entstand ein Sachschaden von rund 4000 Euro, unter anderem zersplitterte die Windschutzscheibe. Der Fahrer wurde leicht verletzt. Ein weiteres Auto wurde durch herabfallende Äste leicht beschädigt. Die Feuerwehr kümmerte sich um die Beseitigung des Baumes von der Fahrbahn.

Baum kracht auf Haus

Um einen umgestürzten Baum musste sich auch die Memmelsdorfer Feuerwehr kümmern. Ein etwa 15 Meter hoher Baum war auf das Haus eines Landkreisbewohners gekracht.

Zwei Stunden lang bearbeiteten die Feuerwehrleute den Baum mit der Kettensäge, bis der Einsatz schließlich beendet war. Laut oberfränkischer Polizei kam es im Bamberger Landkreis auch vereinzelt zu Stromausfällen. Schneefälle am Montagvormittag sorgten für weitere Probleme. So musste etwa die Schule in der Jura-Gemeinde Königsfeld ausfallen, weil der Bus nicht fahren konnte.

Die Polizei bittet auch in den kommenden Tagen um eine umsichtige Fahrweise. Mit Verkehrsbehinderungen auf zum Teil noch verunreinigten Straßen ist weiterhin zu rechnen.

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