Rechtsruck in Europa: Caritasverband Bamberg besorgt über Wahlergebnisse - "eine ernsthafte Bedrohung"

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Nachdem die Ergebnisse der Europawahl vom 9. Juni 2024 feststehen, lässt sich in Europa ein Rechtsruck erkennen. Der Caritasverband Bamberg äußert sich zu den Wahlergebnissen.

Der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg e. V. zeigt sich in einer Pressemitteilung tief besorgt über die Ergebnisse der zurückliegenden Europawahl vom 9. Juni. Die Wahlergebnisse spiegeln einen signifikanten Rechtsruck wider, der europaweit beobachtet werden konnte.

Besonders beunruhigend sei der Zuwachs an Stimmen für rechtspopulistische und extremistische Parteien, die gerade in den EU-Kernländern Frankreich und Deutschland, aber auch in zahlreichen weiteren EU-Mitgliedsstaaten an Bedeutung gewonnen haben, sagte Michael Endres, Diözesan-Caritasdirektor und Vorstandsvorsitzender des Caritasverbandes Bamberg:

„Die Ergebnisse der Europawahl sind ein Weckruf für alle gesellschaftlichen Akteure. Es ist alarmierend, dass sich immer mehr Menschen von extremistischen und populistischen Parolen angesprochen fühlen. Diese Entwicklungen sind eine ernsthafte Bedrohung für die Werte der Solidarität, Nächstenliebe, Gerechtigkeit und Menschenwürde, für die wir als Caritas einstehen.“

Endres sieht in diesem Rechtsruck eine Herausforderung und zugleich eine Verpflichtung, noch stärker für die demokratischen Grundwerte der europäischen Gemeinschaft einzutreten. „Es ist unsere Aufgabe, Dialog und Verständigung zu fördern, Brücken zu bauen und den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft zu stärken.“ Dafür stehe die Caritas mit ihren deutschlandweit knapp 700.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie mehreren Hunderttausenden ehrenamtlichen Kräften ein. Sie pflegen, begleiten, unterstützen und helfen insgesamt gut 12 Mio. Menschen in Deutschland.

„Menschen, die sich in einer Notlage oder Krisensituation befinden und sich an die Caritas wenden, werden gehört. Wir leisten substanzielle Hilfe, niemand wird zurückgelassen. Jeder Mensch, unabhängig von seiner Herkunft, Religion oder sozialen Stellung, besitzt die gleichen Chancen und Rechte.“

In Anbetracht der zunehmenden Polarisierung in Europa appelliert Endres an alle politischen und gesellschaftlichen Akteure, sich für eine inklusive und gerechte Gesellschaft einzusetzen. „Nur gemeinsam können wir den Gefahren von Intoleranz und Ausgrenzung entgegentreten. Dazu sei es unerlässlich, sich für eine Politik stark zu machen, die auf Menschlichkeit, Respekt und gegenseitigem Verständnis basiert.“

Der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg werde weiterhin unermüdlich daran arbeiten, soziale Gerechtigkeit zu fördern und benachteiligte Menschen zu unterstützen. „Die aktuellen politischen Entwicklungen bestärken uns in unserem Engagement, eine Gesellschaft zu errichten, die auf den Prinzipien der Nächstenliebe und Solidarität basiert.“