Die Kurzzeitparkplätze in der Langen Straße gibt es ab heute nicht mehr. Dafür darf in vier umliegenden Parkhäusern eine Stunde lang kostenlos geparkt werden. Langzeitparker zahlen jetzt aber mehr als vorher.
Wer schnell ist bei seinen Weihnachtseinkäufen, den belohnen die Bamberger Stadtwerke. Wer lieber schlendert, muss künftig etwas mehr bezahlen, wenn er in der Innenstadt parkt. Denn weil ab heute die Kurzzeitparkplätze in der Langen Straße wegfallen, darf nun in vier umliegenden Parkhäusern eine Stunde lang kostenlos geparkt werden.
14 Kurzzeitparkplätze fallen in der Langen Straße weg. Die kostenlose Stunde gibt es in den Parkhäusern Schönleinsplatz, Löwenbrücke, Luitpoldeck und der Parkfläche am Alten Hallenbad - und damit auf 1200 Parkplätzen.
"Wir wollen die Einkaufsstadt stärken und gleichzeitig die Aufenthaltsqualität in der Langen Straße verbessern", erklärt Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD). "Wenn Parkplätze wegfallen, dürfen wir die Einzelhändler nicht im Regen stehen lassen. Deswegen unser Angebot, in zentraler Lage eine Stunde kostenlos zu parken." Der Haken: Für die zweite Stunde, die vorher ebenso wie die erste 1,50 Euro gekostet hat, müssen nun drei Euro bezahlt werden. Wer zwei Stunden steht, zahlt also ebenso viel wie zuvor. Auch bei den folgenden Stunden gibt es einen Aufschlag. Dadurch muss der, dem die dritte Stunde schlägt, nun fünf Euro statt ehemals vier bezahlen - was nicht alle Bamberger freut: "Eine Stunde kostenlos ist lächerlich und bringt außer Hektik gar nichts", antwortet etwa Barbara U. auf eine Facebook-Anfrage zum Thema. "Wenn ich vier Stunden dort parke, zahle ich jetzt 1,50 Euro mehr", rechnet Sabine B. "Was nützt denn eine Stunde?" Stefanie B. fürchtet: "Am Wochenende kommen die Dauerparker nicht rein, weil viele Autos davor stehen. Super Idee, Bamberg."
Doch es gibt nicht nur Gegner des Angebots. So schreibt Samantha D.: "Zwei Stunden reichen völlig aus" und Christian G. zeigt Verständnis für die Stadtwerke: "Irgendwie müssen die ja die kostenlose Stunde wieder reinholen."
So erklärt auch Stadtwerke-Sprecher Jan Giersberg die Anpassung: "Wir haben so gerechnet, dass wir einen ähnlichen Umsatz machen wie vorher." Denn die Stadtwerke schrieben mit der Parksparte zwar keine Verluste, "die Gewinne bewegen sich aber in einem sehr überschaubaren Rahmen", sagt Giersberg. Man könne von einer "guten schwarzen Null sprechen". Konkrete Zahlen möchte er nicht nennen. Das Argument, dass eine Stunde nichts bringe, will er nicht gelten lassen: "Ein großer Teil unserer Kunden parkt kürzer als eine Stunde", sagt er.
Mehr Raum in der Langen Straße
Die Lange Straße als Halteverbotszone auszuweisen hat der Stadtrat im Oktober beschlossen. Damit soll Raum gewonnen werden, um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Für bauliche Maßnahmen gab es im Jahr 2018 kein Budget. Für das kommende Jahr haben CSU und SPD einen gemeinsamen Antrag auf 50 000 Euro für Planungsmittel eingereicht. Der Haushalt wird am Mittwoch im Stadtrat beschlossen. Zweiter Bürgermeister Christian Lange wünscht sich weiteren freien Platz durch einen ebenen Ausbau, "um Ruhezonen zu schaffen", sagt er. Das könnten etwa Sitzgelegenheiten und Pflanzen sein.
Ob die kostenlose erste Stunde und die angepassten Gebühren künftig auf alle Parkhäuser zukommen, wollen die Stadtwerke in 13 Monaten entscheiden. So lange geht der Feldversuch, mit dem die Stadtwerke "den innerstädtischen Parksuchverkehr" verringern wollen. Kommentator Norbert H. ist das gleichgültig: "Ich brauche acht Minuten bis zum Gablmoo und parke mein Rad mit Riesenanhänger kostenfrei direkt vor dem Geschäft. Kein Stau, kein Stress und als Belohnung für die Topfigur darf ich mir guten Gewissens eine Weihnachtsgans gönnen."
Echt schade um die Parkplätze in der Langen Straße.Zumindest ab 19.00 hätten ein paar bleiben können.