Das Wichtigste für den Patienten ist ein Versprechen: "Kein Patient, der ins Klinikum eingewiesen wird, soll künftig mehr eine Nacht auf dem Flur liegen", sagte Xaver Frauenknecht, Vorstandsvorsitzender der Sozialstiftung, bei der Einweihung des vierten Bettenturms. "Gangbetten sind etwas Unschönes. Der neue Standard sollen Ein- bis Zweibettzimmer sein", ergänzte Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml (CSU).

Das Wichtigste für die Verantwortlichen der Bamberger Sozialstiftung als Träger des Klinikums war ebenfalls ein Versprechen: "Ich gebe die Garantie ab, dass wir als Freistaat die Finanzierung unserer Krankenhäuser weiter sichern", erklärte der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

Mehr als 100 Millionen Euro hat der Freistaat Bayern in den vergangenen zehn Jahren in die Erneuerung und Erweiterung des Klinikums am Bruderwald gesteckt. "Allein für den vierten Bettenturm als fünften Bauabschnitt der Gesamtsanierung haben wir knapp 40 Millionen Euro zur Verfügung gestellt", betonte Söder, bedankte sich besonders bei Ärzten und Pflegern und kündigte an, sich für den Abbau der Bürokratie im Gesundheitsbereich einzusetzen.

Dann folgte das symbolische Durchschneiden des roten Bandes und ein Rundgang durch die neuen Räume in den fertigen, unteren Etagen des vierten Bettenturms, die am 24. September in Betrieb gehen sollen.

Bis März sollen die im November 2016 begonnenen Bauarbeiten dann vollständig beendet sein. 2000 Tonnen Stahl, 16 Kilometer an Trinkwasserrohren und unter der Decke verlegte Heiz- und Kühlleitungen: Der 13 Stockwerke hohe Anbau ist ein Mammutprojekt. "Die Entscheidung für die Erweiterung war zukunftsweisend", erklärte Oberbürgermeister und Stiftungsratsvorsitzender Andreas Starke (SPD). Er freute sich, dass das Klinikum nun neben Bayreuth als sogenannter Maximalversorger gilt und damit in der "Champions League" der Krankenhäuser mitspiele. "Mit 16 Fachrichtungen und der Behandlung vom frühgeborenen Säugling bis zum Hochbetagten besitzt das Bamberger Klinikum einen herausragenden Ruf", sagte Franz Stumpf, Vorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Mit der räumlichen Erweiterung wächst auch das Portfolio der Leistungen: "Mit einer Station für Kinder-Psychosomatik, der Abteilung für Integrative Medizin, einer vergrößerten Intensiveinheit zur Versorgung von Schlaganfallpatienten und zur neurologischen Frührehabilitation wird das Versorgungsangebot in Zukunft deutlich ausgebaut", erklärte die Gesundheitsministerin dazu. Der vierte Bettenturm ermöglicht zudem den Ausbau der Psychosomatik und des Mutter-Kind-Zentrums, eine neue Pflegeeinheit für die Altersmedizin und die Etablierung einer innovativen Fachdisziplin, die Naturheilkunde beinhaltet. "Auch wenn ich aus der Schulmedizin komme, freue ich mich über diesen ganzheitlichen Ansatz", sagte Ärztin Huml. Mit dem Haus muss jetzt noch die Zahl des Personals wachsen. Rund 200 Beschäftigte will man einstellen – die Suche ist nicht einfach.

Wer sich die neuen Einrichtungen im vierten Bettenturm selbst ansehen möchte, hat am heutigen Freitag von 17 bis 21 Uhr dazu Gelegenheit: Beim Abend der Medizin informiert das Klinikum mit Rundgängen, Mitmachaktionen und Vorträgen über die Angebote. Treffpunkt ist das Foyer am Haupteingang.