Weil Katzen Einzelgänger sind, werden sie leichter krank, wenn sie mit vielen Artgenossen zusammen untergebracht sind. Bei Rudeltieren wie Hunden sei die Infektionsgefahr weniger groß. So erklärt Vorsitzender Liebhard Löffler, warum der Bamberger Tierschutzverein sein Katzenhaus im Tierheim "Berganza" erweitern will. Der zehn Jahre alte Rundbau am Rothofer Weg im Stadtteil Gaustadt soll noch heuer um das fehlende Segment komplettiert werden. Löffler vergleicht die Form des Hauses gern mit der einer Torte, in der bislang ein größeres "Stück" ausgespart ist. Es bietet Platz für zwei zusätzliche Katzenboxen.

Die Räume werden dringend gebraucht. Wenn mehrere Würfe zusammenfallen und es gerade wenig auswärtige Pflegestellen für Katzen gibt, müssen nach Vereinsangaben zeitweise bis zu 120 Tiere im Katzenhaus untergebracht werden.
Je dichter es bevölkert ist, umso größer ist die Gefahr, dass sich die Katzen gegenseitig anstecken. Um das zu verhindern, plant der Verein in einem zweiten Bauabschnitt auch einen einstöckigen Anbau mit Quarantäne und Behandlungsraum. In dieser Station werden künftig alle Tiere erst eine Zeit lang beobachtet, ehe sie ins Katzenhaus, den so genannten Gesundbereich, kommen. So will man ausschließen, dass scheinbar gesunde Neuankömmlinge doch Infektionen einschleppen.

Die Quarantänestation "rettet Tierleben" und werde die Kosten auch für die tierärztliche Versorgung senken, versicherte Löffler, als er das Vorhaben kürzlich im Bausenat des Stadtrats vorstellte. Der Verein trägt sich zudem mit dem Gedanken, einen Tierarzt in Teilzeit anzustellen. Auch das soll letztlich Wege und Geld sparen helfen. Vorher müssen die organisierten Tierschützer - der Verein hat annähernd 2000 Mitglieder - ein kleines Vermögen in die Hand nehmen, etwa 250.000 Euro. Laut Löffler wurde dieser Tage in einer Vorstandssitzung beschlossen, das Projekt in zwei Etappen zu verwirklichen. Finanziert wird es aus Geld, das Tierfreunde dem Verein vererbt haben.

Der Vorsitzende nennt die veranschlagten Baukosten auf Anfrage eher zögernd. Er hat Sorge, sagte Löffler, es könnte in der Öffentlichkeit der Eindruck entstehen, man würde im Geld schwimmen. Doch das Gegenteil sei der Fall: Bei täglichen Ausgaben von 800 Euro sei der Tierschutzverein dringend darauf angewiesen, dass die Stadt Bamberg und die Landkreis-Gemeinden ihre Zuwendungen aufstocken. Der Verein erhält von ihnen Geld für Aufgaben, die er den Gebietskörperschaften abnimmt. Zum Beispiel, indem er sich um die Fundtiere in der Region kümmert.

Löffler nützte sein Rederecht im Bausenat, um nicht nur für Zustimmung zum Bauvorhaben zu werben, die es auch gab. Er bat zugleich um mehr Geld aus dem Stadtsäckel. Der Verein bekomme seit Jahren unverändert 25 Cent pro Einwohner und Jahr. Der Obolus der Landkreis-Gemeinden betrage jeweils 15 Cent. Zwei von 36 Orten würden gar keine Zahlungen leisten, bedauerte Löffler. Er wolle das bei der nächsten Bürgermeister-Versammlung ansprechen.

Nach der Rechnung, die der Vorsitzende vor den Stadträten und dem Oberbürgermeister aufmachte, ist die städtische Zuwendung viel kleiner als die Gegenleistung des Vereins. Das Heim erledige 80 Prozent seiner Aufgaben für die Stadt, die finanzielle Zuwendung entspreche dagegen nur 15 Prozent. Mehr als die Hälfte der Kosten müssten durch Spenden bestritten werden. Deshalb sei ein starker Rückhalt in der Bevölkerung für den Verein überlebenswichtig.