Ebrach
Erneuerbare Energien

Neue Halle könnte Strom für Ebracher Kläranlage liefern

Eine neue Halle könnte den Strom für die Ebracher Kläranlage liefern. Ob eine Photovoltaikanlage trotz - oder gerade wegen - sinkender Einspeisevergütungen und angesichts steigender Strompreise rentabel zu betreiben ist, muss nun durchgerechnet werden.
Um genügend Dachfläche zu schaffen müsste das alte Betriebsgebäude (links) abgerissen und an dessen Stelle eine neue Lagerhalle für den Bauhof errichtet werden. Foto: Walter Hanslok
Um genügend Dachfläche zu schaffen müsste das alte Betriebsgebäude (links) abgerissen und an dessen Stelle eine neue Lagerhalle für den Bauhof errichtet werden. Foto: Walter Hanslok
Die Kläranlage in Ebrach könnte sich künftig selbst mit Strom versorgen - zumindest rein rechnerisch. Denn eine Photovoltaikanlage, die den Jahresbedarf der Kläranlage von etwa 46.000 Kilowattstunden deckt, könnte natürlich nicht kontinuierlich Strom produzieren und liefern, sondern nur an den für Ebrach realistischen 950 bis 1200 Sonnenstunden pro Jahr.

Der bei Sonnenschein produzierte überschüssige Strom müsste also ins allgemeine Netz eingespeist werden und die zu anderen Zeiten benötigte Energie vom Versorger zugekauft werden, wie Walter Hanslok, Geschäftsleiter der Verwaltungsgemeinschaft Ebrach, ausführt. Überschüssigen Strom selbst über Puffer oder Batterien zu speichern sei derzeit keine Alternative und auch nicht geplant.
Ob eine Photovoltaikanlage trotz - oder gerade wegen - sinkender Einspeisevergütungen und angesichts steigender Strompreise rentabel zu betreiben sei, müsse nun durchgerechnet werden, so Hanslok.

Ausgangspunkt der Überlegungen war eine Anregung aus dem Gemeinderat, die vom Zweiten Bürgermeister Jürgen Ulrich (FW) geprüft wurde. Wie er in der letzten Gemeinderatssitzung ausführte, gab es zwei Angebote für Photovoltaikanlage auf dem Dach des Betriebsgebäudes der Kläranlage. Eine solche Solarstromanlage hätte allerdings nur eine Leistung von acht beziehungsweise zehn Kilowattstunden, was sich im Jahr auf 8000 beziehungsweise 10.000 Kilowattstunden summieren würde.

Zusätzliche Dachfläche nötig

Verwaltungschef Hanslok führte daraufhin eine erweiterte Berechnung durch: Um eine Anlage mit einer Jahresproduktion von Rund 50.000 Kilowattstunden zu errichten, müsste zusätzlich zum Betriebsgebäude eine Dachfläche von knapp 270 Quadratmetern vorhanden sein. Diese, führt Hanslok aus, könnte zum Beispiel eine neu zu errichtende Lagerhalle für den gemeindlichen Bauhof bieten. Diese müsste, um die benötigte Dachfläche zur Sonnenenergiegewinnung zu bieten, mindestens etwa 25 mal zehn Meter groß sein. Gebaut werden könnte sie an der Stelle des alten, noch mit Eternitplatten gedeckten Betriebsgebäudes, das dann abgerissen würde.

Die Verwaltung hat inzwischen vom Gemeinderat - in dem die Idee positiv aufgenommen wurde - den Auftrag erhalten, Angebote für eine neue Lagerhalle und für eine Photovoltaikanlage einzuholen sowie die Möglichkeit kostengünstiger Darlehen zu prüfen.

Außerdem muss auch noch eine Rentabilitätsberechnung durchgeführt werden. Wie Hanslok erläutert, muss auch noch abgeklärt werden wie Zuordnung der Kosten, der Abschreibung und der Einsparungen zu verteilen wären. So falle etwa der Hallenbau prinzipiell in den Bauhof-Etat, die Einsparungen beim Kläranlagenbetrieb durch den selbst produzierten Strom würden dagegen in den Abwasserhaushalt fließen.