Darf die EM Immobilien GmbH das Erdgeschoss des ehemaligen Herold-Hauses für die nächsten fünf Jahr zur Moschee umbauen? Eine Antwort auf diese Frage wurde in der gestrigen Sitzung des Bausenats nicht gegeben. Bambergs OB Andreas Starke setzte den umstrittenen Tagesordnungspunkt ab. Die Sache sei nicht entscheidungsreif, sagte Starke. Insbesondere das Fehlen eines Lärmschutzgutachtens nannte der OB als Grund.

Die Nachricht von der geplanten Umnutzung von über 1300 Quadratmetern Bürofläche zu einem islamischen Kulturzentrum mit Gebets-, Vortrags- und Unterrichtsräumen hatte Anwohner im Haingebiet aufgeschreckt, die durch eine Einrichtung dieser Größe eine weitere Zunahme des Verkehrs fürchten, aber auch die Frage nach dem weltanschaulichen Hintergrund des arabischen Kulturvereins aufwarfen. Sie fordern eine Infoveranstaltung, in der Klarheit über die Auswirkungen eines islamischen Kulturzentrums gegeben werden soll.

Horst-Peter Müller, Geschäftsfährer von EM Immobilien, behauptet dagegen, bereits ausreichende Unterlagen abgegeben zu haben. Unterstützung findet er in dieser Ansicht in Stadträtin Daniela Reinfelder (BuB), die der Stadt wiederholt Fehler bei den Angaben für die Sitzungsunterlagen vorwarf. Das bereits für das Hotel gefertigte Lärmgutachten sei auch für die neue geplante Nutzung völlig ausreichend. Wie sie gegenüber infranken sagte, seien in den Sitzungsunterlagen der Stadt auch übertriebene Angaben zur Frequenz der geplanten Moschee gemacht worden. Zu den täglichen Gebeten seien nur eine Handvoll Besucher zu erwarten. Nur am Freitag beläuft sich die voraussichtliche Zahl der Gläubigen auf rund 100.

EM Immobilien hatte die Umnutzung zur Moschee im Mai beantragt, nachdem der Stadtrat die ursprünglich beantragte Errichtung von 32 Hotelzimmern und einer Reihe von Serviceappartements mit Hilfe einer Veränderungssperre verhindert hatte, ein Vorgehen, mit dem sich bereits mehrere Gerichte befassen.

Abgeschlossen ist seit Mittwoch das Verfahren, mit dem die Stadt den Gebietscharakter des Areals rund um das Heroldhaus sichern will. Der gegen eine Stimme gefasste Beschluss stuft vier dort befindliche Straßenzüge als allgemeines Wohngebiet ein. Die vom Eigentümer ursprünglich geplante Errichtung eines Hotels ist damit ausgeschlossen. Dies gilt aber nicht für Kirchen und andere Stätten der Religionsausübung. Der Eigentümer scheint eine weitere Klage nicht auszuschließen, sollte ihm der Bausenat die Umnutzung in eine Moschee im Widerspruch zum Baurecht verwehren. "Diesen Streit werden wir mit 100-prozentiger Sicherheit gewinnen", hieß es am Mittwoch am Rande des Sitzungssaals.