"Wenn sie Deutschland verlassen, sollen sie wenigsten ordentlich verabschiedet werden", sagt die für das Aschbacher Asylbewerberheim zuständige Hausverwalterin vom Würzburger Immobilienbüro Eichhorn.
Woche für Woche verlassen etliche der Asylbewerber die Unterkunft in der der ehemaligen Pension Dreifrankeneck.

So wie sie angekommen sind - mit Plastiktüten als Gepäck - sollen die Tschetschenen nach Meinung der Hausverwalterin Deutschland nicht verlassen. Sie hat daher mit Hilfe der Stadt Schlüsselfeld auf deren Homepage und im Mitteilungsblatt einen Aufruf gestartet und die Bevölkerung um funktionsfähige Koffer gebeten.

Das Ergebnis war, dass bei der Stadt eine ganze Menge noch sehr gute Koffer abgegeben wurden. Wolfgang Bessler von der städtischen Kassenverwaltung und die Auszubildende Tina Dörfler brachten die Koffer nach Aschbach, wo sie den Bewohnern übergeben wurden.


Nach Auskunft des Einwohnermeldeamts der Stadt Schlüsselfeld verlassen im Durchschnitt jede Woche fünf Personen das Wohnheim. Die frei werdenden Plätze würden aber sofort mit neuen Bewohnern aufgefüllt. "Die 85 Plätze sind ständig belegt", sagt Bürgermeister Georg Zipfel (FW). Wie Zipfel erläutert, werden die Asylbewerber benachrichtigt, wenn ihr Asylverfahren vor dem Abschluss steht und sie ausgewiesen werden sollen.

Damit bleibe ihnen noch die Möglichkeit, ihren Asylantrag zurückzuziehen und freiwillig auszureisen. Falls sie sich dazu entscheiden, wird ihnen das Ticket zur Ausreise gestellt. Dazu ein Heimreisegeld, das nach Auskunft des Landratsamtes bis zu 600 Euro betragen kann. Bei den Asylbewerbern in Aschbach handle es sich ausschließlich um Tschetschenen, teilte die Hausverwalterin mit. Sie seien über Polen eingereist und müssten daher auch wieder über Polen wieder ausreisen.