Die Feierlichkeiten zum 125-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Kolmsdorf/Feigendorf sollten am Nachmittag mit einer gemeinsamen Übung mit der Nachbarwehr aus Walsdorf beginnen, aber daraus wurde zunächst einmal nichts. Die geplante Übung verwandelte sich in einen Ernstfall: Beide Wehren mussten zu einem Löscheinsatz in Burgebrach ausrücken.


Straff organisiert

In der Mitte des 19. Jahrhunderts begann man in Bayern mit dem Aufbau von Pflicht- und freiwilligen Feuerwehren. Vor allem die Städte sahen in der Aufstellung einer Feuerwehr die einzige Möglichkeit, die immer wieder ausbrechenden Klein- und Großbrände zu bekämpfen. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts stieg die Zahl der Feuerwehren von Jahr zu Jahr an.
Waren es 1870 noch 502 Wehren, so waren es sechs Jahre später bereits über 3000 in Stadt und Land.

Jetzt wurden auch die kleineren Orte von der Notwendigkeit einer Feuerwehr überzeugt.
Die Freiwillige Feuerwehr Kolmsdorf/Feigendorf wurde am 18. November 1888 gegründet. Vorstand war Bürgermeister Friedrich Kundmüller, Hauptmann Johann Kresser und Schriftführer Friedrich Faatz. Wie damals üblich war die Wehr straff militärisch organisiert. Es gab Signalisten, Steiger und Obersteiger, Druck- und Rettungsmannschaften, Sanitäter, Feuerreiter - und "die Frauenzimmer zum Wasserholen".

Feuerpatschen und -haken, Eimer, Wasserschöpfer und Leitern gehörten zur Ausrüstung. Mit den Gemeinden Priesendorf, Neuhausen, Trabelsdorf und Lisberg teilte man sich zwei "Feuerlöschmaschinen", einen kleineren und einen größeren vierrädrigen Wagen. Bald wurde aber eine eigene Feuerspritze angeschafft, Kostenpunkt 650 Mark.


Feuerwehr als Bürgerwehr

Dann kam die Zeit, als ein Laib Brot 460 Milliarden Mark kostete. Nach dem Ersten Weltkrieg bildeten sich Banden, die Dörfer und Einzelgehöfte überfielen, um sich gewaltsam Lebensmittel zu beschaffen. Die bayerische Regierung stellte daraufhin Einwohnerwehren auf. Die bewaffneten Männer waren ausnahmslos Angehörige der Feuerwehr. Anführer war der Hauptmann der Wehr. In Kolmsdorf war das Andreas Werner. So bekam die Feuerwehr eine weitere Aufgabe dazu, und wochenlang marschierten Feuerwehrleute als Bürgerwehr um die Ortschaften.

Der Zweite Weltkrieg brachte wieder einen tiefen Einschnitt. Die Freiwilligen Feuerwehren hießen jetzt "Feuerschutzpolizei", und wurden der SS- und Polizeigerichtsbarkeit unterstellt. Die Männer waren an der Front, und so wurde unter der Leitung von Peter Lurz eine weibliche Löschgruppe aufgestellt, die auch einmal ausrücken musste, als am 6. Januar 1944 bei Walsdorf ein Flugzeug abstürzte.


Die Zeiten ändern sich

Mit all diesen Problemen haben Vorstand Franz-Josef Eck und seine Kommandanten Tommy Hallbauer und Michael Endres heute nichts mehr zu tun. Sie beteiligten sich nach dem Einsatz in Burgebrach an der dann doch noch stattfindenden Schau-Übung, dies ganz im Sinn einer Fürbitte von Diakon Josef Geißinger (selbst lange Jahre aktives Mitglied einer Feuerwehr): "... für uns alle, die wir im aktiven Feuerwehrdienst stehen; dass wir trotz mancher Mühsal und Problemen immer wieder bereit sind, uns für andere in Not einzusetzen und ganz besonders Kameradschaft und gute Zusammenarbeit praktizieren..." .

Der Totenehrung schlossen sich Grußworte in der "Festscheune" an. Der Landkreis war durch Kreisbrandrätin Franziska Meyer, aktuell federführend bei der Einführung des Digitalfunks, und Kreisbrandmeister Albert Tornau vertreten. Für den musikalischen Rahmen sorgten die Aurachtaler Blasmusikanten und der Walsdorfer Gesangverein. Dann wurde es gemütlich, und die fleißigen Helfer der Jubelwehr hatten alle Hände voll zu tun.